© Katja Fouad Vollmer

Wo sich weite Höhenzüge, stille Moore und jahrhundertealte Bergbautradition begegnen, erstreckt sich entlang des Erzgebirgskamms im Süden Sachsens, direkt an der Grenze zu Tschechien, der Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Mit einer Fläche von 1.495 Quadratkilometern zählt er zu den größten Naturparken des Freistaats. Zugleich ist er eines der am dichtesten besiedelten Gebirge Europas. Zwischen stillen Hochmooren, farbenfrohen Bergwiesen und historischen Bergbau-Stollen entfaltet sich eine Landschaft, in der Natur und Kultur seit Jahrhunderten untrennbar miteinander verbunden sind. Hoch über allem ragt der höchste Gipfel Sachsens – der Fichtelberg – empor.

120  km

Längenausdehnung eines Naturparkes sind deutschlandweit einmalig. Entlang des Erzgebirgskamms findet sich eine vielgestaltige Naturlandschaft.

1.215  Meter

machen den Fichtelberg zum höchsten Berg im Naturpark Erzgebirge/Vogtland und in ganz Sachsen.

70  +

Pflanzenarten zeigen den enormen Artenreichtum von Bergwiesen, ein Feuerwerk an Farben im Auge des Betrachters und Nahrung vieler Insekten.

Paar beim Wandern auf den Fichtelberg
© Katja Fouad Vollmer

Mit 1.215 Metern ist er Sachsens höchster Berg – und ein Aussichtsbalkon mit einem Panorama bis nach Böhmen. Wer möchte, schwebt mit der ältesten, sich noch in Betrieb befindlichen Seilschwebebahn Deutschlands nach oben oder fährt nostalgisch mit der dampfenden Fichtelbergbahn. Oben gibt es viele gut markierte Panoramawege und im Winter eine Naturrodelstrecke. Am Fuße des Berges wartet im familienfreundlichen Kurort Oberwiesenthal Sommer wie Winter Urlaubsspaß für die ganze Familie.

Bergwiese im Naturpark Erzgebirge/Vogtland
© René Gaens

Der Moorlehrpfad Stengelhaide, der Bergwiesenlehrpfad Raummühle und der Kinderwanderweg “Eckis Naturlehrpfad” führen durch sensible, interessante Lebensräume. Holzstege queren feuchte Gründe, Infotafeln erklären unter anderem seltene Pflanzen wie Alpenweißzüngel oder Zwergbuchs. Besonders im Frühsommer blühen die Wiesen hier im Naturpark in leuchtenden Farben – ein Paradies für Schmetterlinge und Libellen. Einfach mal das Tempo verlangsamen und dem fröhlichen Flattern zusehen …

Historische Hauser inmitten von Wiesen und Wäldern
© Silvio Dittrich

Mensch und Landschaft sind im Naturpark eng miteinander verbunden – das zeigen die Naturschutzstation Pobershau, das Freilichtmuseum in Seiffen oder Vogtländische Freilichtmuseum Landwüst mit Gebäuden aus drei Jahrhunderten. In Ausstellungen und bei Führungen wird deutlich, wie Bergbau, Landwirtschaft und Naturschutz das Gesicht der Region prägten und prägen. Naturpark-Infopunkte vermitteln Wissen mitten an den schönsten Aussichten. Ranger und Naturparkführer bieten regelmäßig geführte Wanderungen an. 

Blumenwiese auf dem Qualitätswanderweg Erzgebirge-Vogtland
© Ingo Hübner

Bei geführten Wandertouren nehmen euch erfahrenen Natur- und Landschaftsführern mit auf Entdeckungsreise in die Schönheiten des Naturparks Erzgebirge/Vogtland und berichten auch von der spannenden Kultur in der Region. Herrliche Aussichten auf die einzigartigen Lebensräume der heimischen Tier- und Pflanzenwelt belohnen euch am Wegesrand. Die Gruppenangebote könnt ihr von April bis Oktober buchen. 

Qualitätswanderweg Erzgebirge-Vogtland, Aussicht ins Erzgebirge
© Thorsten Günthert

Lust aufs Perspektiven-Sammeln? Auersberg, Aschberg, Kapellenberg oder der barrierefreie König-Albert-Turm in Grünhain eröffnen neue Perspektiven auf die Kammregion. Wie sanfte Wellen ziehen sich bewaldete Höhenzüge durch die Landschaft, unterbrochen von Bergwiesen, kleinen Dörfern und den typischen Siedlungen. Bei klarer Sicht reicht der Blick vielerorts weit über die Grenze nach Tschechien und macht die grenzüberschreitenden Mittelgebirgslandschaft eindrucksvoll erlebbar.

© Czech Vibes

Wie funkelt eigentlich ein Topas? Europas einziger überirdischer Topasfelsen versteckt sich am Schneckenstein mitten in den dichten Wäldern um Morgenröthe-Rautenkranz. Der Felsen wurde über Jahrhunderte abgebaut. Heute informiert ein Besucherbergwerk über Geologie und Bergbaugeschichte. Königliche Herrscher in ganz Europa schmückten mit den Steinen ihre Kronen. Im Grünen Gewölbe in Dresden kann man mehrere Schmuckstücke von August dem Starken bestaunen.

© Detlev Müller
Seit mehr als 850 Jahren dreht(e) sich hier alles um den Bergbau.

Silber machte das Erzgebirge einst weltberühmt. Über Jahrhunderte formte der Bergbau die Landschaft – mit Schächten, Pochwerken und Halden. Alte Stollen und Steinbrüche sind heute wertvolle Rückzugsorte für seltene Arten. Heute zählt die Montanregion zum UNESCO-Welterbe. Wer tiefer eintauchen möchte, folgt dem digitalen Erlebnisweg „Tatock und das Geheimnis der Silberstraße“. Per Smartphone wird Geschichte lebendig – spannend erzählt und ideal auch für Familien.

  • Wandern auf dem Kammweg Erzgebirge-Vogtland: Der Qualitätsfernwanderweg durchzieht die Kammlandschaften des Naturparks auf knapp 290 Kilometern von Altenberg/Geising bis Blankenstein und gilt als einer der besten Weitwanderwege Deutschlands. Jeweils von Mai bis Oktober können Wanderer der Natur ganz nah sein. Perfekt für mehrtägige Touren mit besten Aussichten über Wälder, Moore und Bergwiesen. 

  • Stoneman Miriquidi & Bikelwelt Schöneck – Mountainbike-Abenteuer pur: Der Mountainbike-Klassiker „Stoneman Miriquidi“ führt auf etwa 162 Kilometern und mit etwa 4.400 Höhenmetern Anstieg durch abwechslungsreiche Natur – vorbei an Wald, Moor und Fels. Offizieller Start- und Endpunkt ist Oberwiesenthal. Wer lieber an Ort und Stelle bleibt: Die Bikewelt Schöneck im Vogtland bietet fünf Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Highlight ist der rund 1,5 Kilometer lange Flowtrail mit Steilkurven, Wellen und Tables. Bikeverleih und Liftbetrieb inklusive.

  • Winterwandern auf der Kammloipe Erzgebirge/Vogtland: Im Winter gilt die mit dem Prädikat "Exzellente Loipe" ausgezeichnete ca. 36 Kilometer lange Kammloipe zwischen Johanngeorgenstadt und Schöneck als eine der beliebtesten und schneesichersten Langlaufstrecken Deutschlands. Sie schlängelt sich durch verschneite Hochlagen mit herrlichen Panoramablicken. Perfekt, um die Stille der Natur zu genießen. 

© TMGS / Manuel Rohne
Fichtelbergbahn von außen
© TVE / Greg Snell - snellmedia.com
Absolutes Highlight: die historische Fichtelbergbahn.

Einsteigen, zurücklehnen und den Zauber der Dampflok erleben: Die historische Fichtelbergbahn verbindet täglich Cranzahl mit dem Kurort Oberwiesenthal – Deutschlands höchstgelegener Stadt. Auf der 17 Kilometer langen Strecke schlängelt sie sich durch die Erzgebirgslandschaft und überwindet 238 Höhenmeter. Ein unvergesslicher Moment ist die Fahrt über das imposante Hüttenbachviadukt kurz vor dem Ziel. Das ist garantiert nicht nur was für Eisenbahnfans! 

  • An jedem Wochenende stehen Sonderfahrten im Kursbuch.

  • Die Dampflokomotiven der Fichtelbergbahn fahren noch täglich mit Volldampf.

  • Die neun Haltestellen von Cranach bis zum Kurort Oberwiesenthal sind ideale Ausgangspunkte für erlebnisreiche Wanderungen im Naturpark.

Der Naturpark Erzgebirge/Vogtland erstreckt sich entlang des Erzgebirgskamms im Süden Sachsens direkt an der Grenze zu Tschechien. Ausgangspunkt für Erkundungen sind unter anderem unsere Stadtschönheiten Annaberg-Buchholz, Freiberg, Schwarzenberg oder Plauen sowie die Kurorte der Region, die bequem mit der Bahn erreichbar sind. Von dort bringen Buslinien Wandernde und Naturbegeisterte zu den schönsten Ausflugszielen und Touren im Naturpark. Viele Wanderwege sind zudem gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, sodass sich Strecken flexibel planen lassen – für entspannte Naturerlebnisse ganz ohne Parkplatzsuche.