Aktuelles

Aus dem Reiseland Sachsen

Neue Sonderausstellung in Dresden: „Kunst auf Kommando?“ beleuchtet NVA-Kunst in der DDR

Plakat zur Sonderausstellung "Kunst auf Kommando"

Ab 9. Oktober 2026 im Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden

Was geschieht, wenn Kunst auf politische Erwartungen trifft? Vom 9. Oktober 2026 bis 31. August 2027 widmet sich das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden erstmals genauer dem komplexen Kunstbestand der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Die Ausstellung „Kunst auf Kommando?“ zeigt eindrucksvoll das Spannungsfeld zwischen staatlichem Auftrag, persönlicher Erfahrung und künstlerischer Freiheit.

Mit rund 200 Gemälden, Grafiken und Plastiken von über 90 Künstlerinnen und Künstlern wirft die neue Sonderausstellung im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr einen tiefgehenden Blick auf die Rolle der Kunst in der DDR. Die Basis der Präsentation bildet eine einzigartige Sammlung, die nach der Auflösung der NVA 1990 in den Besitz der Bundeswehr überging.

Zwischen militärischem Auftrag und individuellem Freiraum

Die SED forderte von Kunstschaffenden Werke, die Loyalität und Wehrbereitschaft stärken sollten. Vor allem ab den 1960er-Jahren trat die NVA zunehmend selbst als Auftraggeberin auf. Der chronologisch und thematisch angelegte Rundgang führt die Besucherinnen und Besucher von der frühen Phase des Sozialistischen Realismus über den Kasernenalltag bis zur Friedlichen Revolution. Dabei wird die Ambivalenz der Werke deutlich: Die Schau beleuchtet fließende Übergänge zwischen Kooperation, Distanzierung und Verweigerung. Zu entdecken sind namhafte Künstler wie Norbert Bisky, Bernhard Heisig, Gerda Lepke, Willi Sitte und Werner Tübke.

Oftmals wich die künstlerische Realität stark von den staatlichen Vorgaben ab. So rückt Willi Sitte in seinem Historiengemälde zur Völkerschlacht bei Leipzig (1956) das Leid der Soldaten in den Mittelpunkt, statt die gewünschte "Volkserhebung" zu inszenieren. Werner Tübkes Gemälde „Nationalkomitee Freies Deutschland“ (1970) wurde gar kurz nach der Eröffnung des damaligen Armeemuseums wieder abgehängt, da er sich weigerte, es an neue politische Vorgaben anzupassen. 

Persönliche Erfahrungen und der Bogen in die Gegenwart

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Werken, die persönliche Erfahrungen mit Wehrdienst und staatlicher Kontrolle verarbeiten – von Manfred Butzmanns menschenleeren Kasernenhöfen bis hin zu Norbert Biskys großformatiger Arbeit „Niemandsland“ (2019), die Erfahrungen von Gewalt und Orientierungslosigkeit reflektiert. 

Begleitende Dokumente, Filmmaterial und Zeitzeugeninterviews ordnen die Werke historisch ein. Im Außenbereich des Museums wird der historische Bogen in die Gegenwart gespannt: Hier treten historische Großplastiken aus der NVA-Zeit in einen spannenden Dialog mit zeitgenössischen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Svea Duwe oder Sven Johne zu Fragen nach Wehrhaftigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.

Auf einen Blick:

  • Was: Sonderausstellung „Kunst auf Kommando? Werke zur Nationalen Volksarmee der DDR“
  • Wann: 9. Oktober 2026 bis 31. August 2027
  • Wo: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden

 

Weiterführende Informationen

➜ Details zur Stadt Dresden

➜ Mehr zur Urlaubsregion Dresden Elbland

➜ Website des Museums

Das Reiseland Sachsen in Social Media

Bleibt informiert und folgt uns in den Sozialen Medien!

Sachsen – immer eine Reise wert

Nutzt die Gelegenheit, am Rande dieser Veranstaltungen das Reiseland Sachsen noch besser kennenzulernen und verbindet den Besuch eines Events mit einem Städte-Trip in Sachsens kleine und großen Stadtschönheiten oder einen erholsamen Ausflug in die reizvolle Natur Sachsens.