Ein historischer Moment für Sachsen: Mit der Eröffnung der vollständig rekonstruierten Festetage im Dresdner Residenzschloss erstrahlt eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Europas in neuem Glanz. Erstmals seit der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg können Besucherinnen und Besucher die prächtigen Repräsentationsräume wieder in ihrer vollständigen historischen Abfolge erleben – ein Meilenstein für die sächsische Kulturgeschichte und ein weiteres starkes Zeichen dafür, warum Dresden zu den faszinierendsten Kulturmetropolen der Welt gehört.
Prunkvolle Säle, bewegende Geschichte
Von der Englischen Treppe führt der Weg durch eine beeindruckende Raumfolge: vorbei am Riesensaal mit seinen Turnierszenen, durch das Audienzzimmer der Königin, den Kleinen und Großen Ballsaal mit seinen originalen Dekorationsresten, das lichterfüllte Porzellankabinett bis hin zum Propositionssaal – dem Ort, an dem sächsische Geschichte geschrieben wurde. Hier tagten einst die Stände, hier wurde 1831 die erste sächsische Verfassung proklamiert. Den krönenden Abschluss bildet die Türckische Cammer mit ihrer beeindruckenden Inszenierung osmanischer Kunst.
„Masken und Kronen": Festkultur von Weltrang
In den historistisch gestalteten Festsälen präsentiert die Rüstkammer ab dem 22. April 2026 die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof". Über 450 Objekte – viele davon seit 1945 nicht mehr öffentlich zu sehen – erzählen vom glanzvollen höfischen Leben unter August dem Starken und seinen Nachfolgern.
Zu den absoluten Highlights gehören:
- Der einzige in Deutschland erhaltene barocke Kurhut
- Die Krönungsfigur Augusts des Starken mit originalgetreuem Gesichtsabdruck
- Die goldene Sonnenmaske von Johann Melchior Dinglinger
- Das prachtvolle Schellen-Schlittenzeug mit über 500 Glöckchen, mit dem Friedrich August II. um die Hand der Kaisertochter Maria Josepha warb
- Die monumentalen Kronschwerter Polens und Litauens
Geschichte zum Anfassen – und Mitmachen
Besonders emotional wird es im Propositionssaal: Hier dürfen sich alle Gäste auf einer Bank am Ort des ehemaligen Throns selbst krönen – und für einen Moment in die Rolle von Königin oder König schlüpfen. Eine begleitende Bildprojektion führt den Weg Sachsens von der Monarchie zur Demokratie eindrucksvoll vor Augen.
Im Audienzzimmer der Königin lädt das Parkett zum Nachtanzen historischer Walzerschritte ein, während im Großen Bilderkabinett eine einzigartige Sammlung historischer Hundehalsbänder die enge Verbindung fürstlicher Personen zu ihren Vierbeinern zeigt – eine Besonderheit, die weltweit nirgendwo sonst in dieser Qualität erhalten blieb.
Meissener Porzellan: 80 Jahre verschollen, jetzt zurück
Ein weiteres Juwel der Ausstellung ist das historische Porzellankabinett im Turmzimmer – einst der erste Showroom der Meissener Porzellanmanufaktur. Unter der originalgetreu ergänzten Renaissancestuckdecke glänzen auf vergoldeten Konsolen 21 weltweit einzigartige Elementvasen des Porzellankünstlers Johann Joachim Kaendler. Diese prunkvollen Meisterwerke waren 80 Jahre lang nicht öffentlich zu sehen und wurden aufwendig restauriert – teils mit Ergänzungen aus der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen.
Sachsen. Land von Welt – auch im Herzen Dresdens
Mit der Vollendung der Festetage kehrt das Dresdner Residenzschloss endgültig in das historische Ensemble zwischen Frauenkirche, Zwinger und Semperoper zurück. Es steht als eindrucksvolles Symbol für Sachsens kulturelles Erbe, für Wiederaufbau und Zukunft – und für die einzigartige Verbindung von Tradition und Innovation, die unser Reiseland so besonders macht.
Dresden ist mehr als eine Städtereise – es ist eine Zeitreise durch Jahrhunderte europäischer Kultur- und Kunstgeschichte.


