Was geschieht, wenn Kunst auf politische Erwartungen trifft? Welche Bilder entstehen zwischen staatlichem Auftrag, persönlicher Erfahrung und künstlerischer Eigenständigkeit?
Die Sonderausstellung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr versammelt über 200 Gemälde, Grafiken und Plastiken von rund 100 Künstlerinnen und Künstlern und richtet den Blick auf das Spannungsfeld von Kunst, Staat und Militär in der DDR. Begleitende Dokumente, Filmmaterial und Zeitzeugeninterviews beleuchten den historischen Kontext.
Die Präsentation basiert auf einer überraschend umfangreichen und vielfältigen Sammlung, die nach der Auflösung der Nationalen Volksarmee (NVA) 1990 in den Besitz der Bundeswehr überging. Dazu gehören Werke, welche die NVA und ihr Armeemuseum in Auftrag gegeben oder angekauft haben, die sie geschenkt erhielten oder von anderen staatlichen Stellen übernahmen. Seit Ende der 2000er Jahre werden gezielt Arbeiten gesammelt, die jenseits der offiziellen Kunstpolitik in der DDR entstanden.
Ein chronologisch und thematisch angelegter Rundgang führt von der Nachkriegszeit bis zur Friedlichen Revolution 1989/90, von einer neuen Form der Historienmalerei bis zu Soldatenbildern ganz unterschiedlicher Art. Warum gab die NVA Kunst in Auftrag? Welche Kunstwerke hingen und standen in Kasernen? Wie wirkten sich Erfahrungen des eigenen Wehrdienstes auf individuelle künstlerische Sichtweisen aus?
Gezeigt werden Arbeiten von so unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern wie von Norbert Bisky (Leihgabe), Gerhard Bondzin, Manfred Butzmann, Fritz Cremer, Hubertus Giebe, Bernhard Heisig, Peter Herrmann, Gerda Lepke, Paul Michaelis, Otto Nagel, Evelyn Richter, Arno Rink, Wilhelm Rudolph, Horst Sakulowski, Rainer Schade, Stefan Schröder (Leihgaben), Annette Schröter (Leihgabe), Gerd Sonntag, Willi Sitte, Hans Ticha, Joachim Völkner, Werner Tübke, Christoph Wetzel, Walter Womacka und Doris Ziegler.
Im Außenbereich des Museums treten Großplastiken aus der Zeit der NVA in einen Dialog mit zeitgenössischen Arbeiten von Svea Duwe, Sven Johne, Sonya Schönberger, Ina Weise und Christof Zwiener. Sie spannen mit Fragen nach Wehrhaftigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung den historischen Bogen in die Gegenwart.
Autor:in
Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH
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