Chemnitz wird zum Ort der Erinnerung und des Dialogs: Im Rahmen von TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen finden zwei parallel laufende Sonderausstellungen, die sich den bewegenden Geschichten jüdischer Familien widmen, die einst in Chemnitz zu Hause waren, statt. Bis zum 26. Juli 2026 laden das Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz und das smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz dazu ein, in persönliche Schicksale einzutauchen – voller Lebensfreude, Verlust und Erinnerung.
„Mobile Erinnerungen. Eine jüdische Familie blickt zurück"
Im Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz erzählt die Ausstellung die Geschichte der Familie Ascher. Mehr als 250 Fotografien aus den 1920er und 1930er Jahren zeigen lachende Gesichter, fröhliche Ausfahrten und die Begeisterung für Autos und Motorräder – Momentaufnahmen eines erfüllten Lebens. Die Familie führte einen florierenden Schuhladen direkt am Chemnitzer Marktplatz.
Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich alles. Die Bilder wandeln sich: Stolze Aufnahmen des Geschäfts stehen im drastischen Kontrast zu Szenen von nationalsozialistischen Aufmärschen und dem zerstörten Laden. Die Familie musste emigrieren – nach Amerika. Zurück blieben nicht nur Erinnerungen, sondern auch die innig geliebten Fahrzeuge, die nun erstmals in der Ausstellung gezeigt werden.
Das „Fotoalbum" der Familie wurde von den Nachfahren in den USA liebevoll bewahrt und kehrt nun symbolisch nach Chemnitz zurück – als Zeugnis von Lebensfreude, Verlust und der Kraft der Erinnerung.
„Threads – Verflechtungen. Biografien jüdischer Familien aus Chemnitz"
Parallel dazu präsentiert das smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz die Ausstellung „Threads – Verflechtungen", die weitere Biografien jüdischer Unternehmer und ihrer Familien nachzeichnet. Die Ausstellung ist Teil der stadtweiten „Threads"-Reihe, die auch in den Kunstsammlungen Chemnitz und im Industriemuseum Chemnitz gezeigt wird.
„Threads" bedeutet Fäden – und genau diese Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Chemnitz und der Welt, zwischen individuellen Schicksalen und kollektiver Geschichte macht die Ausstellung sichtbar. Sie lädt dazu ein, die Verflechtungen jüdischen Lebens mit der Stadt Chemnitz zu entdecken und sich mit den Brüchen und Kontinuitäten auseinanderzusetzen.
Chemnitz – Stadt der Kultur und Erinnerung
Die beiden Ausstellungen sind Teil von TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen, einem landesweiten Programm, das jüdisches Leben, Geschichte und Gegenwart sichtbar macht. Chemnitz, die Europäische Kulturhauptstadt 2025, setzt mit diesen Projekten ein starkes Zeichen für Erinnerungskultur, Dialog und Vielfalt.
Wer Chemnitz besucht, erlebt eine Stadt im Wandel – zwischen Industriegeschichte, moderner Kunst und lebendiger Erinnerungskultur. Neben den beiden Sonderausstellungen lohnt sich ein Bummel durch die Stadt: vom smac mit seiner multimedialen Präsentation von 300.000 Jahren Menschheitsgeschichte über die Kunstsammlungen Chemnitz bis hin zum Karl-Marx-Monument, dem Wahrzeichen der Stadt.
Ausstellungsdaten
Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz
„Mobile Erinnerungen. Eine jüdische Familie blickt zurück"
8. Mai – 26. Juli 2026
smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
„Threads – Verflechtungen. Biografien jüdischer Familien aus Chemnitz"
8. Mai – 26. Juli 2026
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