Völkerschlachtdenkmal: Im Himmel über Leipzig
- Fotos & Karte
Wie erfolgt die Anreise?
- Artikel
- In der Nähe
- Kommentare
1813 ihr Leben, bis die vereinten Heere von Russland, Preußen, Österreich und Schweden
– endlich – den Sieg über Napoleons Truppen erkämpft hatten. Vor den Toren Leipzigs spielte sich diese bis dato blutigste Schlacht der Menschheitsgeschichte ab. Als „Völkerschlacht“ fand sie ihren Platz im kollektiven Gedächtnis der Deutschen – und dort sollte sie nach dem Willen vieler Zeitgenossen auch bleiben.
Rasch rührten Prominente wie der Dichter Ernst Moritz Arndt die Werbetrommel für ein würdiges Denkmal zu Ehren der Soldaten. Dennoch sollte es viele Jahrzehnte dauern, bis aus diesem Wunsch ein Plan und daraus schließlich Wirklichkeit wurde. Der Leipziger Architekt Clemens Thieme hatte großen Anteil am Erfolg des Projekts: Mit dem „Deutschen Patriotenbund“ sammelte er ab 1894 Spenden für die Errichtung eines Monuments
und vier Jahre später konnte endlich der Grundstein gelegt werden.
Monumental und sehenswert
Pünktlich zum 100. Jahrestag der Schlacht wurde das „Völkerschlachtdenkmal“ am 18. Oktober 1913 eingeweiht. Sachsens König Friedrich August III. sprach ein Grußwort. und selbst Kaisers Wilhelm II. konnte sich dem Trubel nicht entziehen. (Vom völkischen Nationalismus der „Patrioten“ hielt der Kaiser wenig, und ob das Monument wie Thieme als „Heiligtum des gesamten deutschen Volkes“ sah, darf bezweifelt werden. Gleichwohl:)
Selbst der Kaiser durfte die Begeisterung für das gewaltige Bauprojekt nicht ignorieren, und so gab auch er sich – wenn auch nur kurz – die Ehre in Leipzig. Seither ist mehr als ein weiteres Jahrhundert vergangen. Längst ist das „Völki“ zu einem Wahrzeichen Leipzigs geworden, auch wenn die wuchtig-düstere Architektur aus der Feder von Bruno Schmitz kaum mehr in die Zeit zu passen scheint.
Doch allein mit seinen Dimensionen und der weitläufigen Anlage zieht es heute jährlich rund 300.000 Besucher an. Es zählt zu den größten Monumentaldenkmälern Europas und dank seiner Höhe von 91 Metern ist der Ausblick von der Besucherplattform grandios. Bis dorthin haben die Besucher freilich eine enge Pforte und ab der Krypta stolze 364 Stufen zu passieren. Aber die Mühe lohnt sich – auch weil das Denkmal längst mittendrin und nicht mehr am Rand des deutlich gewachsenen Leipziger Stadtgebiets steht. Der Ausblick ist allerdings nicht der einzige Grund für eine Visite im Südosten der Stadt. Viele der Plastiken rund um das Denkmal sind durchaus eindrucksvoll gestaltet und das gesamte Gelände mit den großen Wasserbecken ist ein beliebter Treffpunkt der Leipziger und ihrer Gäste. Seit einigen Jahren hat sich das Völkerschlachtdenkmal gar zu einer beliebten Konzert-Location entwickelt, weil die exzellente Akustik im Innenraum selbst anspruchsvolle Musikfans begeistert. Mit etwas Glück bekommen Besucher davon eine Kostprobe, wenn an manchem Sonntagnachmittag in der Ruhmeshalle ein Saxophon erklingt.
Ein Denkmal mit Chor
Er zählt zu den profiliertesten Chören in Leipzig: Der „Denkmalchor“ nutzt das Völkerschlachtdenkmal als Konzertstätte und begeistert seine Fans mit weltlicher
und geistlicher Vokalmusik. Das Repertoire reicht von Renaissancemusik bis zu
zeitgenössischen Stücken und kann bei zahlreichen Konzerten über das ganze Jahr erlebt werden.
Weitere Infos unter: www.denkmalchor.de
Neben allem Trubel kommt auch das Gedenken an die Schlacht von 1813 nicht zu kurz. Das Besucherzentrum am Fuße des Monuments präsentiert im „Forum 1813“ zwölf verschiedene „Themeninseln“, die facettenreich auf die Völkerschlacht und ihre Vorgeschichte ab 1789 eingehen. Neben originalen Waffen und Uniformen aus den Befreiungskriegen wartet als Höhepunkt der Ausstellung ein beeindruckendes Diorama. Auf 15 Quadratmetern stellt es dar, wie die Menschen im nahen Dorf Probstheida die Kämpfe erlebt haben mögen. Sehenswert!
Weitere Infos unter: www.stiftung-voelkerschlachtdenkmal-leipzig.de
In der Nähe

