Torgau: Der ELBE DAY

Tipp
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Jedes Jahr Ende April feiert Torgau den ELBE DAY zur Erinnerung an das Treffen der US-amerikanischen Truppen mit der Roten Armee 1945. Doch das berühmte Foto zu dem historischen Ereignis hat eine kaum bekannte Vorgeschichte.
Wir schreiben den 25. April 1945, vormittags. Ein historischer Moment: Zum ersten Mal treffen Ost- und Westfront aufeinander. Sowjetische und amerikanische Soldaten schütteln sich an der Elbe die Hände. Der Krieg geht zu Ende, endlich. Im Hintergrund liegt das sächsische Städtchen Strehla. Strehla? Schon damals war den US Soldaten um Lieutenant Albert Kotzebue klar: Ein Bild für die Geschichtsbücher sieht anders aus. Zwar fand hier der historische erste Handschlag mit den Sowjets statt, aber rundum sah man nur die schrecklichen Folgen des Krieges.

Das berühmte Foto

Torgau machte gegen Strehla das Rennen um einen Platz in der Geschichte. Die Soldaten der 69. Infanteriedivision hatten fünf Tage zuvor Leipzig eingenommen und erreichten erst am Nachmittag die Elbe, wo sie die Rotarmisten der 58. Gardeschützendivision trafen. Hier reichten sich William Robertson und Alexander Silwaschko die Hände, in der Hoffnung auf ein rasches Ende des Krieges. Natürlich wurden Fotos gemacht, doch auch davon ging keines um die Welt. Das berühmte Bild auf dem Pfeiler der zerstörten Elbbrücke entstand erst am nächsten Tag.

Fotograf Allan Jackson vom American News Service ließ den symbolischen Moment nachstellen und machte mit seiner Inszenierung Geschichte. Statt Kotzebue oder Robertson sind auf dem Foto mit dem dritten Handschlag nur zufällig anwesende GIs zu sehen, von den Sowjetsoldaten sind nicht einmal die Namen überliefert. Gleichwohl passte die Aussage des Fotos perfekt in die Erwartungen der Zeit und wurde – gemeinsam mit Torgau – zum Symbol des Kriegsendes. Und seither tut man in der Stadt alles, um dieses Gedenken am Leben zu halten.

Gemeinsam gegen das Vergessen

Bestes Beispiel ist der jährliche ELBE DAY, der vom 24. bis 26. April 2015 an den 70. Jahrestag der historischen Begegnung an der Elbe erinnern wird. Ganz bewusst setzen die Organisatoren dabei auf eine attraktive Mischung: Lesungen und ein Gedenkgottesdienst haben darin ebenso ihren Platz wie dutzende Musikveranstaltungen von Klassik über Blues bis Jazz.

Traditionell sind amerikanische Musiker dabei und auch Bands aus dem Osten Europas, sodass sich neben tausenden Torgauern jedes Jahr auch viele Gäste einfinden. Dass sie dabei nur am Ort des zweiten und dritten Handschlags zusammenkommen, spielt eigentlich keine Rolle.

Weitere Infos hier: https://www.torgau.eu/

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© Philipp Herfort
Magazin Stadtschönheiten Sachsen
14. Januar 2026

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