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© C. Beer  Katja Fouad Vollmer © Katja Fouad VollmerKatja Fouad Vollmer

Zertifizierte Kurorte

Das Kurfürstentum Sachsen ist längst Geschichte, doch „Kursachsen“ gibt es noch immer. Wer im Internet bei www.kursachsen.de  stöbert, findet auf den Seiten des Sächsischen Heilbäderverbandes jede Menge Informationen rund um die „staatlich anerkannten Kurorte“ im Freistaat. 

Dieses Prädikat ist eine wichtige Orientierung für anspruchsvolle Gesundheitsurlauber. Dafür prüft das Sächsische Wirtschaftsministerium regelmäßig, welche Orte sich „Kurort“ nennen dürfen. So müssen natürliche Heilmittel wie Thermal- oder Mineralwasser, Moor oder ein therapeutisch nutzbares Klima vor Ort sein. Ebenso wichtig ist die Verfügbarkeit von anerkannten Naturheilverfahren und qualifizierten Therapie-Fachkräften, damit sich Anwendungen nicht nur gut anfühlen, sondern nachhaltig wirken. 

Zum Wohlfühlurlaub gehört allerdings weit mehr, weshalb die Checkliste der „Kurort“-Prüfer noch wesentlich länger ist. Neben weiteren Anforderungen an das medizinische und therapeutische Angebot sind auch die Punkte Natur, Entspannung und Kultur von großer Bedeutung. Schließlich sind sie für das Wohlbefinden am Urlaubsort ebenso wichtig wie eine touristische Infrastruktur. Ist das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Kategorien ausreichend? Wie steht es um die gastronomische Vielfalt? Was wird in Sachen Sport oder Kultur angeboten? Und nicht zuletzt muss der „Kurort“ mit einer landschaftlich attraktiven Umgebung punkten, in der man sich beispielsweise gut auf Rad- oder Wanderwegen bewegen kann. 

Erst wenn die Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen im „grünen Bereich“ liegen, wird das Prädikat „Kurort“ erteilt oder bestätigt. So können sich die Kurgäste im Freistaat sicher sein, dass sie in allen „Kurorten“ gesunde Erholung auf höchstem Niveau erwartet.

Im Gespräch: Helfried Böhme

Der Geschäftsführer des Sächsischen Heilbäderverbandes sieht die Kurorte auch in Zukunft als wichtige touristische Säule im Freistaat. 

Ist das Konzept des Kurortes eigentlich noch zeitgemäß? 

Da habe ich keine Zweifel. Vielleicht waren die Kurorte sogar noch nie so nötig wie in unserer schnelllebigen Zeit. Der Alltag wird immer stressiger und die Menschen brauchen Orte der Ruhe, wo sie auftanken können und neue Kraft schöpfen. In dieser Hinsicht sind die Kurorte ein Qualitätsversprechen. 

Viele Bewertungskriterien für Kurorte sind schon mehr als 100 Jahre alt. Wie kann man da mit der Zeit gehen?

Indem man auf die Bedürfnisse der Gäste schaut. Die möchten auch heute noch ein naturnahes Umfeld, gute Luft und wenig Lärm an einem Kurort. Sie möchten sich bei Gesundheitsbehandlungen entspannen, gut untergebracht sein und aus einem passenden Veranstaltungspaket wählen. Es geht also eher weniger um die Erfüllung von Formalien als um die Umsetzung vor Ort. 

Nennen Sie ein Beispiel!

Es ist völlig klar, dass heute andere Anwendungen und ein moderneres Ambiente in den Gesundheitsbädern erwartet wird als noch vor 20 Jahren. Das gilt ebenso für Hotels und Pensionen oder die Wünsche an das Veranstaltungsangebot: Hier müssen die Kurorte auf Zack sein, damit sie ihre Gäste zufriedenstellen.

Und wie gelingt das Ihrer Meinung nach in Sachsen?

Es gibt sicher in einigen Orten noch Nachholbedarf, aber viele haben in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung geschafft. In Bad Elster, Warmbad oder Bad Lausick sind neue Hotels entstanden, die vielfach auch ein jüngeres Publikum anziehen. Die neue Sole-Therme ist ein Riesenerfolg in Bad Elster und auch viele andere Orte haben innovative und attraktive Angebote entwickelt. Es lohnt also auf jeden Fall, die sächsischen Kurorte für erholsame Ferien im Blick zu behalten.