Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal

Antonstraße 6, 09337 Hohenstein-Ernstthal

Tel. : +49 (0) 3723 47711

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Beschreibung

Industriekultur

Technische Finessen

Wer glaubt, dass man technische Finessen im „Doppelmuseum“ von Hohenstein-Ernstthal nur in der Rennsportabteilung zu sehen bekommt, irrt gewaltig. Tatsächlich gingen von dem auch in Sachsen so weit verbreiteten Textilmaschinenbau bedeutende Innovationen für die moderne Mechanik, Steuer- und Regelungstechnik aus. So sind die in der Schauweberei des Museums gezeigten Jacquard-Webmaschinen, benannt nach ihrem Erfinder Joseph-Marie Jacquard, der für seine Erfindung von niemandem geringeren als Napoléon Bonaparte persönlich geehrt wurde, Meilensteine in der Geschichte der Automatisierung. Das Funktionsprinzip dieser Maschinen ermöglicht es, programmgesteuert endlose Muster hoher Komplexität zu weben. Noch heute arbeiten im Raum Hohenstein-Ernstthal einige stark spezialisierte Betriebe nach diesem Verfahren. Und die Ausstellung zur Textilindustrie hält weitere interessante Exponate bereit. Wer weiß schon Strumpf- und Nähwirkerei, Strickerei, Stickerei und Posamenten-Herstellung zu unterscheiden? Was ist eine Häkelgalonmaschine, ein Handkulierstuhl? Vor allem die letzten 100 Jahre Textilgeschichte werden anhand funktionierender Maschinen vor allem aus den dreißiger Jahren und erhaltener Entwürfe Schritt für Schritt erlebbar gemacht – auf funktionstüchtigen Maschinen, die vor allem aus den dreißiger Jahren stammen - und sich beim Arbeitstempo nicht vor Rennmotorrädern verstecken müssen.

 

Rasante Renner

Als die Motorrad-WM 1998 nach 26 Jahren Pause auf den Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal zurückkehrte, schloss sich ein Kreis. Der Große Preis von Deutschland war hier von 1934 bis 1939 ausgetragen worden und  Weltmeisterschaftsläufe von 1961 bis 1972, bis die Rennstrecke, die mitten durch den Ort führte, zu gefährlich  wurde für die modernen westlichen und fernöstlichen Maschinen, vor allem aber die DDR-Machthaber ein Problem damit hatten, dass die Straßenrennmotorräder aus eigener Produktion nicht mehr konkurrenzfähig  waren. Der Rennsportbegeisterung in der Region tat das zwar keinen Abbruch. Es kamen auch noch  Hunderttausende, als von 1973 bis 1990 „nur noch“ der Große Preis der DDR stattfand. Nach der  Wiedervereinigung kam das endgültige Aus für die alte Naturrennstrecke. Es entstand aber eine gänzlich neue Rennsportarena samt Verkehrssicherheitszentrum, die den Namen übernahm und wieder für internationale  Wettbewerbe tauglich war. Die Rennsportabteilung des „Doppelmuseums“ von Hohenstein-Ernstthal widmet sich ganz dem Kult Sachsenring. Gezeigt werden 30 Rennmaschinen verschiedener Hersteller, die älteste aus dem Jahr 1924, sowie in multimedialen Präsentationen Szenen aus dem Renngeschehen und vom Leben an der  Strecke. Darüber gibt es viel zu berichten, zieht doch der MotoGP jedes Jahr 200.000 enthusiastische  Zuschauer an den „Ring“.

Standort