Stadtgut Leisnig

Kirchstraße 15, 04703 Leisnig

Tel. : +49 (0) 34321 637090

Fax. : +49 (0) 34321 637091


http://www.leisnig.de/leisnig/content/10/20131022073530.asp

Beschreibung

Reformation

Bereits zwei Jahre nach Luthers Thesenanschlag richtete man sich in der Leisniger Stadtkirche St. Matthäi nach den Lehren der Reformation. Die Bürger in der Stadt wollten sich nicht länger vom nahegelegenen Kloster Buch Vorschriften machen lassen. Die Kirchgemeinde bat Luther mehrfach um Beistand in wichtigen Fragen, weshalb der Reformator sich im September 1522 und im August 1523 jeweils eine Woche in Leisnig aufhielt. Luther verfasste für die Leisniger mehrere Schriften, die für den Fortgang der Reformation bis zum heutigen Tag eine grundsätzliche Bedeutung haben. Er sprach den Kirchgemeinden die freie Pfarrerwahl zu, wenn sie durch eine geordnete Berufung begründet wird und erklärte, dass kein Gottesdienst ohne Gebet und Schriftauslegung in deutscher Sprache bleiben soll. Für die wichtigste Schrift schrieb er nur das Vorwort, wenn es auch mit vier Seiten fast so lang ausfiel wie der eigentliche Inhalt: die von der Kirchgemeinde selbst verfasste „Ordnung eines gemeinen Kastens“ , in dem die Einnahmen der Kirche, der Mess-Stiftungen, Bruderschaften und Almosen vereinigt werden sollten, um Pfarrer, Küster und Lehrer sowie Arme, Kranke und Waisen zu versorgen, günstige Darlehen für Bedürftige bereit zu stellen und Gebäude wie Pfarrhaus, Schule und Hospital zu unterhalten, wurde beispielgebend für die gesamte lutherische Welt. Das Original dieses Dokuments befindet sich noch heute im Besitz der Kirchgemeinde. Eine Ausstellung zur Leisniger Kastenordnung befindet sich im Stadtgut Leisnig. 

Standort