Papiermühle Niederzwönitz

Köhlerweg 1, 08297 Zwönitz

Tel. : +49 (0) 37754 2690

Fax. : +49 (0) 37754 2690


www.zwoenitz.de

Beschreibung

Industriekultur

Hadern und Lumpen

Wer lieber nicht die „Knochenstampfe“, eine historischen Knochenmühle, in der per Wasserkraft noch bis 1957 Tierknochen zu Dünger verarbeitet wurden, besuchen möchte, kann in Zwönitz, besser gesagt im Stadtteil Niederzwönitz, ein weiteres technisches Denkmal von weitreichender Bedeutung besichtigen. Die Papiermühle Niederzwönitz wurde 1568 erstmals erwähnt und im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert umgebaut. Bis dahin hatten Papierarbeiter von Hand Büttenpapier aus Hadern und Lumpen geschöpft, die zusammen mit Spinnerei- und Seilereiabfällen die einzig verfügbaren Faserrohstoffe für die Papierherstellung, waren. Von nun an konnten auch halbindustriell Hart- und Graupappen für den gewerblichen Bedarf produziert werden. Dass die komplett erhaltene Anlage, die aus den Jahren um 1900 stammt, noch bis 1973 betrieben und danach sorgfältig restauriert wurde, macht sie zur ältesten noch funktionstüchtigen Papiermühle Deutschlands. Maschinen wie Kugelkocher, Kollergang, Holländer, Pappenmaschine, Nasspresse und Walzwerk werden über Transmissionen sowohl mit Wasserkraft als auch mit Motoren angetrieben. Die heutigen Betreiber bieten Führungen an, bei denen diese historische Mechanik in Gang gesetzt wird. Für das leibliche Wohl sorgt der „Gasthof zur alten Mühle“. Spannend für Besucher sind Kreativkurse, in denen man selbst einmal versuchen kann, Papier zu schöpfen und zu gestalten. Das wiederum ist – versprochen – wirklich keine Knochenarbeit.

Standort