Mittelsächsisches Theater Freiberg und Döbeln

Borngasse 1, 09599 Freiberg

Tel. : +49 (0) 3731 358234

www.mittelsaechsisches-theater.de

Beschreibung

Schauspiel und Musik blicken in den Städten Freiberg und Döbeln auf eine lange Ära zurück. So entstand das Freiberger Theater aus einem einstigen Bürgerhaus und wurde bereits 1791 eröffnet.

Das historische Theater Döbeln besteht seit 1892 und wird seit jeher vom Engagement der Stadtmütter und -väter getragen. Mit der Zusammenführung beider Theaterhäuser vereinten sich 1993 auch die beiden Theaterorchester  zur Mittelsächsischen Philharmonie. Seitdem sind musikalische und schauspielerische Zweige unter einem Dach organisiert. Die Mittelsächsische Theater und Philharmonie gGmbH steht für anspruchsvolles Musiktheater, Schauspiel und Konzerte. Mittels Theaterpädagogik sowie Kinder- und Jugendkonzerten wird auch der Nachwuchs für die darstellenden und klingenden Künste begeistert.

Besonderheiten

Die Geschichte des Freiberger Theaters
Das Theater Freiberg ist das älteste Stadttheater der Welt, das seit seiner Gründung in unveränderter Baugestalt noch immer von einem festen Ensemble bespielt und von der Stadt (mit)finanziert wird. 1789 kaufte ein Freiberger Handwerksmeister das stattliche Bürgerhaus am Buttermarkt, 1623 oder früher erbaut. Er ließ es in wenigen Monaten zu einem Theater umgestalten, das den damaligen Anforderungen an eine Schaubühne bestens genügte. Im Frühjahr 1790 eröffnete Franz Secondas Dresdner Theatergesellschaft die erste Theatersaison in Freiberg. Schon bald musste der Hauseigentümer seine Hoffnung begraben, mit der Theaterverpachtung Gewinn zu erwirtschaften. Darum bot er das Theater der Stadt zum Verkauf. Der Magistrat - durch den Silberbergbau reich geworden - griff zu, wie im Ratsprotokoll nachzulesen: ...da einesteils Geld müßig in Kassen lieget, andernteils aber für besser erachtet wird, wenn dieses Haus in den Händen der Obrigkeit sich befindet, wie denn überhaupt durch die Schauspiele der Nahrungsstand der Bürgerschaft gewinne. Das war eine weitsichtige kommunalpolitische Entscheidung, die sich in Sachsen auf keine, im Deutschen Reich nur auf sehr wenige vergleichbare Vorbilder stützten konnte! Seitdem gaben sich am Buttermarkt reisende Schauspielgesellschaften die Theaterklinke in die Hand. 1800 wurde hier die erste Oper des damals vierzehnjährigen Carl Maria von Weber, der mit seinem Vater in Freiberg logierte, uraufgeführt. Doch Das stumme Waldmädchen hatte beim Freiberger Publikum wenig Erfolg. 1876 überließ die Stadt einem Theaterdirektor das Auftritts-Monopol für Freiberg. Seitdem hat das Stadttheater auch sein eigenes Ensemble, das drei-, viermal in der Woche große Oper, Operette, Musical und Schauspiel aufführt.

In seiner mehr als 200jährigen Geschichte erlebte das Haus mehrfache Erneuerungs- und Erweiterungsbauten. Wiederholt war es so baufällig, dass die Stadtverwaltung seinen Abriss erwog. Doch die finanziellen Möglichkeiten erlaubten jeweils nur die Gebäude-Sanierung. Mehrfach wurden Nachbargrundstücke dem Theater angegliedert, so dass es jetzt mit Zuschauersaal, Bühnenhaus, Studiobühne und Räumen für Technik und Verwaltung ein ganzes Stadtquartier einnimmt. Die letzte umfassende Erneuerung erfolgte 1987 bis 1991. Die Innenarchitektur orientiert sich nun an der Raumgestaltung von 1880, wie sie von der gerade neueröffneten Dresdner Oper beeinflusst worden war. Im Foyer blieb das Ambiente der frühen DDR-Jahre - das Theater war 1951 wieder einmal erneuert worden - erhalten. Auch die Fassade mit ihrem Sgraffito Die Kunst gehört dem Volke erinnert an die Kulturpolitik jener Zeit. Der Saal bietet etwa dreihundert Zuschauern im Parkett und auf zwei Rängen Platz. Seine neoklassizistische Festlichkeit und die intimen Raumverhältnisse lassen eine besondere Theater-Atmosphäre entstehen, die das Freiberger Haus zu einem der schönsten unter den kleineren deutschen Theatern macht.

Standort