Gartenstadt Hellerau und Deutsche Werkstätten Hellerau

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Beschreibung

Industriekultur

Reale Utopie

Die Gartenstadt in Hellerau ist die erste und zugleich konsequenteste Umsetzung der Gartenstadt-Idee des englischen Sozialutopisten Ebenezer Howard in Deutschland. Dieser hatte 1898 das Modell einer planmäßigen Stadtentwicklung als Reaktion auf die schlechten Wohn- und Lebensverhältnisse sowie die horrend steigenden Bodenpreise in den durch die Industriealisierung stark gewachsenen Großstädten entworfen. Der Möbelfabrikant Karl Schmidt, der Mitglied des Deutschen Werkbundes war und im Austausch mit zeitgenössischen Architekten stand, verlegte 1909 seine „Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst an den Stadtrand von Dresden. Er konnte Richard Riemerschmidt gewinnen, ein modernes Produktionsgebäude und eine dazugehörige Werkssiedlung zu projektieren, die den lebensreformerischen Ideen der Gartenstadtbewegung entsprachen. An der Ausführung waren weitere namhafte Architekten. Kleinstwohnhäuser für die Facharbeiter entstanden ebenso wie geräumigere Häuser für die höheren Angestellten, aber auch Einkaufs-, Sozial- und Kulturbauten, allen voran das als „Bildungsanstalt für Rhythmische Gymnastik“ für Emile Jaques-Dalcroze errichtete gewaltige Festspielhaus. Bis das Experiment durch den ersten Weltkrieg beendet wurde, traf sich in Hellerau die internationale Kulturelite. Heute knüpft das Europäische Zentrum der Künste an diese Ideen an. Karl Schmidts Unternehmen ist noch heute bekannt und erfolgreich unter dem Namen „Deutsche Werkstätten“.

Standort