Deutsches Damast und Frottiermuseum Großschönau

Schenaustr. 3, 02779 Großschönau

Tel. : +49 (0) 35841 35469

www.ddfm.de

Beschreibung

Großschönau war 350 Jahre lang das Zentrum der deutschen Damast- und Frottierherstellung, die im Museum auf alten Maschinen vorgeführt wird.

Industriekultur

Echter Luxus

Auch in der Oberlausitz war man fortwährend auf der Suche nach Erwerbsmöglichkeiten für die schnell wachsende Bevölkerung. Während andernorts Unterstützung von außen kam – durch böhmische Migranten oder schlesische Unternehmer etwa – nahmen die Einwohner von Großschönau die Sache selbst in die Hand. Die Damastherstellung sollte es sein. Da eine Reise in das namensgebenden Damaskus schon damals gefährlich war und ein Besuch Persiens oder China, von wo die Technologie stammte, noch utopischer erschien, sendete man die Brüder Friedrich und Christoph Lange nach Holland, um dort das Handwerk zu erlernen und die Technologie zu importieren. Das Experiment gelang. Von 1666 bis 1933 gab es keinen bedeutenderen Ort der Damastherstellung in Deutschland als das Dorf Großschönau, in dem zeitweilig 1000 Damastwebstühle gleichzeitig in Betrieb waren und 3/4 der Bevölkerung unmittelbar von der Damastweberei lebten. Die heute als Damast bezeichneten Produkte sind „nur“ Jacquardwebereien. Echter Damast war nämlich ein Luxusprodukt, das Zampel- oder Zugwebstühlen hergestellt wurde. Unter den fast 30 funktionstüchtigen Maschinen im Deutschen Damast- und Frottiermuseum befinden sich der wohl einzige noch funktionstüchtige Damasthandzugwebstuhl sowie der letzte erhaltene Frottierhandwebstuhl in Deutschland. Die Frottierherstellung wiederum kam Mitte des 19. Jahrhunderts in die Oberlausitz. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Standort