• Canalettoblick in Dresden
Canalettoblick in DresdenDresdner ZwingerKatharinenaltar von Lucas Cranach d. Ae. in der Gemaeldegalerie Alte Meister DresdenKurfürst August von SachsenPrunkkleid der Kurfürstin Magdalena Sibylla von Sachsen

Reformation und Kunst in Dresden

Vielfältige Exponate und Geschichten im Residenzschloss Dresden

Mit der Eröffnung eines weiteren Teils des Renaissanceflügels im Residenzschloss Dresden am 9. April 2017 wurde eine Facette der Reformation dargestellt, die bisher kaum im Fokus des Interesses stand. Besucher bekommen in den neuen musealen Räumen Einblicke in die Welt der sächsischen Herrscher im 16. und frühen 17. Jahrhundert. Exponate wie prächtige Damenkleider oder Prunkwaffen, die mit reformatorischen Motiven reich verziert sind, erzählen auf ihre schillernde Weise die Geschichte aus der Sicht der Mächtigen.

Die Kurfürstliche Garderobe lädt zu einer historischen Modenschau ein. Allein die Tatsache, dass sich die Gewänder der sächsischen Herrscher und die ihrer Frauen überhaupt über mehr als fünf Jahrhunderte erhalten haben, ist beeindruckend und nirgends sonst zu erleben. In vier Räumen entfaltet sich eine sinnliche Pracht mit reichen Stoffen, Stickereien, Spitzen und Posamenten von Gold, Silber und Seide.

Weitere Pioniere der Reformation

Wer den Dresdner Fürstenzug begutachtet, hält gewöhnlich vor dem Porträt Augusts des Starken inne. Andere Herrscher finden kaum Beachtung. So schenken wohl die wenigsten Touristen dem Kurfürsten August ihre volle Aufmerksamkeit. Dabei betrieb dieser in den unruhigen Jahren nach der Reformation nicht nur eine kluge Politik der Versöhnung, sondern verhalf Sachsen zu wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Blüte. Indem er eine Kunstkammer im Residenzschloss einrichten ließ, legte August weiterhin den Grundstein für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Diese beherbergen heute die größte Sammlung von Stücken aus der Reformationszeit. Während im Grünen Gewölbe symbolhafte Exponate wie der Siegelring und der Mundbecher Martin Luthers ausgestellt werden, ist die Gemäldegalerie „Alte Meister“ reich mit bedeutenden Bildern aus dem 16. Jahrhundert ausgestattet. Hier ziehen Meisterwerke Kunstliebhaber aus aller Welt in ihren Bann.

Vor allem im Jubiläumsjahr der Reformation galt dem sogenannten „Katharinenaltar“ zweifellos das besondere Interesse vieler Besucher der Gemäldegalerie. Dessen Künstler, Lucas Cranach d. Ä., wurde 1505 als Hofmaler nach Wittenberg berufen. Dort erlangte er für seine Portraits von den sächsischen Kurfürsten und Reformatoren großen Ruhm. Eine ausgesprochen enge Verbindung bestand zwischen dem Maler und Martin Luther. So illustrierte Lucas Cranach d. Ä. bereits 1519 das erste protestantische Flugblatt und wurde später sogar zum Trauzeugen des Reformators. Die größte Anzahl an Werken aus der Cranach-Werkstatt ist heute in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu finden.

Das Dresdner Residenzschloss ist selbst ein authentischer Ort der Reformationsgeschichte. Es wurde von Kurfürst Moritz in prächtigen Renaissanceformen als neues Zentrum der protestantischen Welt errichtet, nachdem er seinem ernestinischen Vetter in der Schlacht bei Mühlberg die Kurfürstenwürde abgenommen hatte.

 

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