• Bachfest Leipzig
Bachfest LeipzigKreuzchor DresdenGewandhaus zu Leipzig

Veranstaltungshöhepunkte „Reformation und Musik“

40. Dresdner Musikfestspiele
18. Mai bis 18. Juni 2017

Die Dresdner Musikfestspiele haben sich im Laufe ihrer 40-jährigen Geschichte zu einem bedeutenden Anziehungspunkt für ein Konzertpublikum und Künstler aus aller Welt entwickelt und die Festspielstadt Dresden zu einer der attraktivsten Destinationen im Kulturtourismus werden lassen. Fulminante Orchesterkonzerte, facettenreiche Kammermu-sik, gefeierte Solisten – das Festival präsentiert alljährlich ein hochkarätiges Programm von außergewöhnlicher Dichte und Vielfalt in den schönsten Spielstätten der Stadt und ihrer Umgebung.

Einen Fokus auf die Reformation legen innerhalb der Musikfestspiele Veranstaltungen wie die Premiere »Luther – ein Film der deutschen Reformation« am 3. Juni, ein Filmkonzert mit dem MDR-Sinfonieorchester und Kristjan Järvi im Kulturpalast Dresden und am 16. Juni die Rezitation »Martin Luther: Prediger, Politiker, Privatmensch« mit Flautando Köln & Martin Brambach im Palais im Großen Garten in Dresden.

Neue Dauerausstellung „Klang & Glaube – Johann Walter und Georg Spalatin“
Ab 21. Mai 2017, Priesterhaus Torgau

Das sogenannte Spalatin-Haus in Torgau ist nach seiner umfangreichen Sanierung der Ort einer neuen Dauerausstellung. Das einzige von einst 15 Priesterhäusern in Torgau, was erhalten geblieben ist, widmet sich ab 21. Mai neben dem Wirken des Philosophen, Theologen, Historikers und Juristen Georg Spalatin auch Johann Walter, einem Freund Luthers. Der „Urkantor der evangelischen Kirche“ verbrachte 45 Jahre seines Lebens in Torgau. Er gilt als Begründer der Evangelischen Stadtkantorei und hat in Torgau kirchenmu-sikalische Fundamente gelegt. Er gab das erste evangelische Chorgesangsbuch heraus, arbeitete mit dem musikalisch interessierten und talentierten Reformator an der „Deutschen Messe“ und anderen Liedern und gründete später in Dresden im Auftrag von Kurfürst Moritz die heutige Sächsische Staatskapelle. Sein Leben spiegelt sich in der neuen Ausstellung in Exponaten und Klangerlebnissen wieder.

Kirchentag auf dem Weg „Musik. Disput. Leben.“
25. bis 28. Mai 2017, Leipzig

Der Deutsche Evangelische Kirchentag wird anlässlich des Reformationsjubiläums in Berlin stattfinden. Wittenberg ist der Veranstaltungsort des großen Abschlussgottesdienstes. Laientreffen finden an sechs weiteren wichtigen Orten der Reformation statt. Leipzig gehört dazu. Der „Kirchentag auf dem Weg“ in Leipzig steht unter dem Motto „Musik. Disput. Leben“. Er stellt den widerständigen Geist der Stadt und ihre reiche musikalische Tradition in den Fokus. Auf die Besucher warten insgesamt rund 400 Veranstaltungen an 100 Veranstaltungsorten. Höhepunkte sind eine Performance mit dem Namen „Zum Licht“ und ein Konzert mit 10.000 Bläsern auf dem Augustusplatz.

Bachfest Leipzig „Ein schoen new Lied“ – Musik und Reformation
9. bis 18. Juni 2017, Leipzig

Die Musikgeschichte Mitteldeutschlands wäre ohne die Reformation und Martin Luthers Liebe zur „Frau Musica“ anders verlaufen. Auch Johann Sebastian Bachs Œuvre sähe anders aus. Das Bachfest Leipzig stellt deshalb Bachs Luther-Rezeption in den Vordergrund. In vielen Konzerten von hochkarätigen Künstlern wie John Eliot Gardiner, dem Monteverdi Choir, dem Thomanerchor oder dem Freiburger Barockorchester wird speziell Bachs Umgang mit den „schoenen newen Liedern", den Chorälen des Reformators, hörbar gemacht. Zugleich soll auch der Umgang von Heinrich Schütz, Johann Rosenmüller und Felix Mendelssohn Bartholdy mit Luthers Erbe aufgezeigt werden.

Sonderausstellung „Bach und Luther“
8. September 2017 bis 28. Januar 2018, Bach-Museum Leipzig

Die Reformation legte wichtige Grundsteine für die europäische Musikkultur und begründete eine ganz eigene Tradition der protestantischen Kirchenmusik, die für Johann Sebastian Bach von großer Bedeutung war. Seine theologische Bibliothek enthielt zahlreiche Werke Luthers, und er maß der Musik im Gottesdienst einen hohen Stellenwert bei. Die Ausstellung beleuchtet das protestantische Thomaskantorat und die Bedeutung der Errungenschaften Martin Luthers für den Komponisten Johann Sebastian Bach. Eine besondere Rolle spielen dabei Originalhandschriften aus dem berühmten Choralkantaten-Jahrgang von 1724/25 und eine Lutherbibel mit einem handschriftlichen Besitzvermerk Bachs.

Lutherjahr 2017 an der Oper Leipzig

Im Opernhaus Leipzig umrahmen zwischen Januar und Juni Charles Gounods „Faust“ sowie seine selten gespielte Oper „Der Rebell des Königs“, eine Geschichte über die fatalen Verstrickungen von Religion und Politik, aber auch Uwe Scholz‘ legendäre Choreografie „Die Große Messe“ die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum. Mit Giuseppe Verdis „Don Carlo“ bringt die Oper Leipzig im September 2017 nicht nur eines der großen Historiendramen auf die Bühne, sondern setzt einen außergewöhnlichen Akzent zum Reformationsjahr. In der tragischen Hauptfigur, interpretiert von Gaston Rivero, einem Zögling von Placido Domingo, spiegelt sich der Konflikt aus Liebe, Macht und Politik in einer Welt, in der die katholische Kirche als Instanz die Verhältnisse kontrolliert.

Das Leipziger Ballett nimmt im September seine Erfolgsproduktion „Lobgesang“ mit dem Gewandhausorchester und dem Chor der Oper Leipzig wieder ins Programm. Mario Schröder kombiniert Mendelssohns Sinfoniekantate, gewissermaßen eine Hymne auf die Errungenschaften der Aufklärung, mit Francis Poulencs a capella-Zyklus „Figure humaine“, die den Menschen vor dem Hintergrund der Katastrophe des zweiten Weltkriegs zeigt.

Die „Johannes-Passion“ des Leipziger Thomaskantors Johann Sebastian Bach ist ein Stück
lebendiger Leipziger Musikgeschichte. Schon lange haben Regisseure und Choreografen die hohe Theatralität dieses Oratoriums erkannt. Im Oktober 2017 zeigt Ballettdirektor und Chefchoreograf Mario Schröder seine Deutung des Werks als choreografische Uraufführung zusammen mit dem Gewandhausorchester und dem Chor der Oper Leipzig.

Frauenkirchen-Bachtage
23. September bis 7. Oktober 2017, Frauenkirche Dresden

Unter dem Motto re|formation eröffnet das Musikprogramm 2017 der Dresdner Frauenkirche neue Perspektiven. Über 130 Angebote laden ein, im Jubiläumsjahr der Reformation die Vielfältigkeit von Werken, Künstlern und Interpretationen zu entdecken. So stehen rund 60 Konzerte, 40 Orgelabende, 20 Geistliche Sonn- und Festtagsmusiken sowie 12 Familien- bzw. Jugendangebote auf dem Programm. Zwei Mitsingveranstaltungen und zwei Adventsliedersingen kommen noch hinzu. Das an Höhepunkten reiche Jahresprogramm wird den Ruf der Dresdner Frauenkirche als bedeutsame Kulturstätte mit Strahlkraft weit ins In- und Ausland hinaus weiter stärken. Das Gesamtprogramm führt den Reichtum klassischer Musik eindrucksvoll vor Augen.

Das Lutherjahr bildet einen inhaltlichen Schwerpunkt. Unter dem Titel »500 Jahre Reformati-on« spannen ausgewählte Musikprogramme den Bogen von Martin Luther bis ins Heute. Die Spanne reicht dabei z.B. von zwei Konzerten des Calmus Ensembles u.a. mit Liedern Luthers in Werken von Praetorius und Schütz über die Aufführung der h-Moll Messe durch die Klangkörper der Frauenkirche bis zu einem von Ludwig Güttler eigens zusammengestellten Programm mit Dresdner Repertoire zum Reformationsfest.

Zu ausgewählten Konzerten „500 Jahre Reformation“ gehören am 14. Oktober Felix  Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 5 »Reformation«, am 28. Oktober ein Konzert mit der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz und am 30. Oktober der Virtuosi Saxoniae und Ludwig Güttler mit »Ein feste Burg ist unser Gott« mit Werken von Heinrich Schütz, Andreas Hammerschidt, Giovanni Gabrieli und Hans Leo Hassler in der Frauenkirche Dresden. Außerdem wird am 24. Juni die Kantate »Nun freut euch, lieben Christen g’mein« als Komposition im Auftrag der Stiftung Frauenkirche Dresden in Kooperation mit der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V. uraufgeführt. Am 12. Oktober ist das Heinrich Schütz Musikfest mit »Nun lob meine Seele« – Die deutsche Doppelchörigkeit in der Zeit der Reformation bis zu Heinrich Schütz zu Gast in der Kirche.

„Schumann und Luther“
24. September bis 30. Dezember 2017, Robert-Schumann-Haus Zwickau

Die Sonderausstellung „Schumann und Luther“ im Robert-Schumann-Haus Zwickau vom 24. September bis 30. Dezember beleuchtet die Beziehungen des Zwickauer Komponisten zum großen Reformator. Robert Schumann, dessen Großvater lutherischer Pfarrer in Thüringen war, absolvierte 300 Jahre nach Martin Luthers Aufenthalt in Zwickau die Tertia des Zwickauer Gymnasiums. Einer seiner dortigen Mitschüler, August Wildenhahn, der 1840 zugleich Schumanns Traupfarrer wurde, schrieb später eine viel gelesene Lebensbeschreibung Martin Luthers. Vater August Schumann veröffentlichte in seinem Verlag „Gebrüder Schumann“ eine Ausgabe der Schriften Martin Luthers sowie Portraitstiche von Reformatoren wie Luther oder Melanchthon. Auch das originale Exemplar von Schumanns Luther-Bibel aus dem Jahr 1821 ist in der Ausstellung vertreten.

Heinrich-Schütz-Musikfest „Aus Liebe zur Wahrheit – Re-Formation“
6. bis 15. Oktober 2017, Dresden

Das jährliche Heinrich Schütz Musikfest ist ein Festival alter Musik zu Ehren des Komponisten Heinrich Schütz, des ersten deutschen Komponisten von internationaler Bedeutung. Ohne seine Kompositionen wären die Werke von Bach, Händel und Telemann kaum vorstellbar. Als artist in residence wird die Gambistin Hille Perl gastieren.

„Reformation und Mendelssohn“ – Gedenktage zu 500 Jahren Reformation und dem 170. Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy
21. Oktober bis 5. November 2017, Königliche Anlagen Bad Elster


Anlässlich des Reformationsjubiläums gedenkt die Kultur- und Festspielstadt Bad Elster den beiden wichtigen Jubiläen Mitteldeutschlands mit kulturellen Gedenktagen in den historischen Veranstaltungsstätten der Königlichen Anlagen Bad Elsters. Dabei richtet sich der programmatische Blick auch auf den 170. Todestag des in Sachsen wirkenden, weltberühm-ten Romantikers Felix Mendelssohn Bartholdy.  Eröffnet werden diese besonderen kulturellen Gedenktage mit einem klassischen Kirchenkonzert des Bach Consort Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz und mit einer Lesung von Dr. Friedrich Schorlemmer zum Thema „Telemann & Luther“ in der St. Michaeliskirche in Adorf im Vogtland am 21. Oktober.

Das König Albert Theater Bad Elster präsentiert anlässlich dieser Thementage ein breites Spektrum passender Veranstaltungen. Höhepunkte sind dabei das Schauspiel „Martinus Luther - Anfang und Ende eines Mythos“ (29.10.), ein großes Mendelssohn-Gedenkkonzert der Chursächsischen Philharmonie auf historischen Instrumenten mit Stargeiger Elin Kolev (3.11.), eine intensive Bibel-Performance „Ich, Judas“ von und mit Ben Becker (4.11.) sowie die neue Schauspielproduktion „In Gottes eigenem Land“ nach dem historischen Roman von Eberhard Görner (5.11.).