• Canalettoblick in Dresden
Canalettoblick in DresdenDresdner ZwingerKatharinenaltar von Lucas Cranach d. Ae. in der Gemaeldegalerie Alte Meister DresdenKurfürst August von SachsenPrunkkleid der Kurfürstin Magdalena Sibylla von Sachsen

Reformation und Kunst – Größte Sammlung an Stücken aus der Reformationszeit

Neue Dauerausstellungen der Rüstkammer im Dresdner Schloss

Vielfältige Exponate, vielfältige Geschichten

Seit 2017 wird in der Dauerausstellung "kurfürstliche Garderobe" in einem Teil des Renaissanceflügels im Residenzschloss Dresden eine Facette der Reformation dargestellt, die bisher kaum im Fokus des Interesses stand. Besucher bekommen in den neuen musealen Räumen Einblicke in die Welt der sächsischen Herrscher im 16. und frühen 17. Jahrhundert. Exponate wie prächtige Damenkleider oder Prunkwaffen, die mit reformatorischen Motiven reich verziert sind, erzählen auf ihre schillernde Weise die Geschichte aus der Sicht der Mächtigen.

Die neuen Räume der Dauerausstellung „Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“ erlauben einen einzigartigen Einblick in die Welt der sächsischen Herrscher des 16. und frühen 17. Jahrhunderts, die für das Gelingen der Reformation entscheidend waren. Ausgestellt werden die schönsten Renaissancebestände der Rüstkammer – Prunkwaffen mit protestantischen Glaubensbekenntnissen, Fürstenbildnisse und Prunkkleider aus dem Besitz der Kurfürsten von Sachsen. In der ehemaligen albertinischen Residenz ist damit die weltweit umfangreichste Sammlung von Prunkwaffen, Pretiosen und anderen Objekten der Renaissance und Reformationszeit zu erleben.

Die Kurfürstliche Garderobe lädt zu einer historischen Modenschau ein. Allein die Tatsache, dass sich die Gewänder der sächsischen Herrscher und die ihrer Frauen überhaupt über mehr als fünf Jahrhunderte erhalten haben, ist beeindruckend und nirgends sonst zu erleben. In vier Räumen entfaltet sich eine sinnliche Pracht mit reichen Stoffen, Stickereien, Spitzen und Posamenten von Gold, Silber und Seide. Im Wechsel werden 27 Herrscherkostüme zu bewundern sein – sechs vollständige Kostümensembles, elf Anzüge mit Wams und Hose, vier Damenkleider sowie sechs einzelne Obergewandstücke.

Wer den Dresdner Fürstenzug begutachtet, hält gewöhnlich vor dem Porträt Augusts des Starken inne. Andere Herrscher finden kaum Beachtung. So schenken wohl die wenigsten Touristen dem Kurfürsten August ihre volle Aufmerksamkeit. Dabei betrieb dieser in den unruhigen Jahren nach der Reformation nicht nur eine kluge Politik der Versöhnung, sondern verhalf Sachsen zu wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Blüte. Indem er eine Kunstkammer im Residenzschloss einrichten ließ, legte August weiterhin den Grundstein für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Diese beherbergen heute die größte Sammlung von Stücken aus der Reformationszeit. Während im Grünen Gewölbe symbolhafte Exponate wie der Siegelring und der Mundbecher Martin Luthers ausgestellt werden, ist die Gemäldegalerie „Alte Meister“ reich mit bedeutenden Bildern aus dem 16. Jahrhundert ausgestattet. Hier ziehen Meisterwerke Kunstliebhaber aus aller Welt in ihren Bann.

Im Jubiläumsjahr der Reformation gilt dem sogenannten „Katharinenaltar“ zweifellos das besondere Interesse vieler Besucher der Gemäldegalerie. Dessen Künstler, Lucas Cranach d. Ä., wurde 1505 als Hofmaler nach Wittenberg berufen. Dort erlangte er für seine Portraits von den sächsischen Kurfürsten und Reformatoren großen Ruhm. Eine ausgesprochen enge Verbindung bestand zwischen dem Maler und Martin Luther. So illustrierte Lucas Cranach
d. Ä. bereits 1519 das erste protestantische Flugblatt und wurde später sogar zum Trauzeugen des Reformators. Mit seinen Darstellungen prägte er das Erscheinungsbild, das heute von Luther überliefert ist. Da Lucas Cranach d. Ä. – wie zum damaligen Zeitpunkt üblich – trotz seiner Bekenntnisse zum Protestantismus auch für katholische Auftraggeber arbeitete, zeichnet sein Nachlass ein umfassendes Bild von den Reformationsjahren. Die größte Anzahl an Werken aus der Cranach-Werkstatt ist heute in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu finden.

Das Dresdner Residenzschloss ist selbst ein authentischer Ort der Reformationsgeschichte. Es wurde von Kurfürst Moritz in prächtigen Renaissanceformen als neues Zentrum der protestantischen Welt errichtet, nachdem er seinem ernestinischen Vetter in der Schlacht bei Mühlberg die Kurfürstenwürde abgenommen hatte. Moritz ließ auch die Schlosskapelle errichten, einen der ersten protestantischen Kirchenneubauten, dessen Eingangsportal das damalige Glaubensbekenntnis der sächsischen Herrscher aufzeigt.

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