• Großer Saal in Auerbachs Keller Leipzig
Großer Saal in Auerbachs Keller LeipzigWeingenuss in SachsenLutherbild in Auerbachs Keller LeipzigSchloss Hartenfels in Torgau

Kulinarische Genüsse zur Reformation

Auerbachs Keller - Die Erinnerung an Martin Luther lebendig machen

Luther   hat Leipzig im Laufe seines Lebens mehrmals besucht. Auerbachs Keller war für den Reformator dabei eine wichtige Adresse. Mit Dr. Heinrich Stromer von Auerbach, dem Gründer von Auerbachs Keller, Arzt und Dekan der medizinischen Fakultät der Universität, verband Luther eine enge Freundschaft. Sie begann 1519, als Luther anlässlich des theologischen Streitgesprächs, das als „Leipziger Disputation“ in die Geschichte einging,  mit dem katholischen Theologen Johannes Eck Leipzig besuchte. Stromer war damals bereit, den umstrittenen Luther bei sich zu bewirten. Zwei Jahre später kehrte der Reformator heimlich bei Stromer ein, als er auf der Durchreise von der Wartburg nach Wittenberg war. Damals entstand das Gemälde „Das geheime Treffen“. Es zeigt diese Zusammenkunft. Das Bild ziert heute das Lutherstübchen im legendären Auerbachs Keller – eine Hauptattraktion der Traditionsgaststätte mit einem kleinen Museum für den großen Reformator. 

Mit Vorfreude blickt Auerbachs Keller Leipzig, seit 2014 offizielle Pilgerstation des Lutherweges, auf das Reformationsjubiläum, denn das Gasthaus pflegt schon seit vielen Jahren intensiv die Erinnerung an Martin Luther. Täglich um 14 Uhr findet eine Luther-Führung statt, bei der viel Wissenswertes über den Reformator vermittelt wird. Die Führung wird auch auf Englisch angeboten. Zudem wird in diesem Jahr mehrfach das Theaterdinner „Die Luthers privat. Tafelfreuden und Tischreden beim Ehepaar Luther“ aufgeführt. 

Tafelfreuden in Luthers Stammlokal

Barthels Hof - Speisen wie zu Luthers Zeiten

"Barthels Hof", präsentiert ein Familienessen wie zu Luthers Zeiten. Als Anregung für das Familienessen diente "Das Luther Melanchthon Kochbuch". So werden die aus der Region stammenden Speisen so authentisch wie möglich mit vielen Kräutern und Gewürzen angeboten. Dabei soll gegessen und getrunken werden wie zu Zeiten Martin Luthers. Brot gehörte im 16. Jahrhundert zu den Hauptnahrungsmitteln, Kartoffeln kannte man noch gar nicht. Zu den Mahlzeiten wurden hauptsächlich Met, leichtes Bier oder ein dreiprozentiges Weingemisch getrunken, das auch schon Kinder zu sich nehmen durften.

Als Vorspeise des Luther-Familienessens gibt es einen deftigen Eintopf von Linsen und Wurzelgemüse. Zweite Vorspeise ist ein gebeiztes Zanderfilet auf Wiesenkräutern. Anschließend wird die Hauptspeise serviert: ein würziger Kräuterschweinenacken am Spieß mit Sauerkraut und Grießknödeln. Unter dem Namen "Goldene Schnitte mit Kompott" gibt es zum Abschluss "Arme Ritter" mit marinierten Aprikosen. Aufgetischt wird das komplette Menü ausschließlich auf Tongeschirr mit Messer und Löffel, denn auch Gabeln gab es zu Luthers Zeiten noch nicht.

Das Familienessen wird im seit 1497 bestehenden "Tollhard's Zechgewölbe" serviert, das sich im Gewölbekeller des Gasthauses befindet. Als letzter erhaltener Durchgangshof Leipzigs zählt das Ensemble des Barthels Hof zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der auf 1523 datierte Sandsteinerker stammt noch vom Vorgängerbau, dem Haus „Zur goldenen Schlange“ und gilt als das älteste erhaltene Fragment einer Leipziger Renaissancefassade. Während seiner Leipziger Besuche kam Martin Luther oft an diesem Haus vorbei und kehrte vermutlich auch im Gasthaus ein.

Speisen wie zu Luthers Zeiten

Thüringer Hof - Genuss im Luthersaal

In den Leipziger Thüringer Hof  kehren Gäste bereits seit 1454 ein. Gast in der ältesten Traditionsgaststätte Leipzigs war auch Martin Luther. Geschichtsinteressierte finden noch heute im Thüringer Hof die Kopie eines Luther-Briefes von 1520. Martin Luther teilt darin seinem Freund Spalatin mit, dass ihm Dr. Heinrich Schmiedeberg in seinem Testament 100 Gulden vererbt hat. Dr. Schmiedeberg war der Besitzer des Thüringer Hofes bis 1515 und freundschaftlich mit Luther verbunden. Das Originalbild ist leider 1943 beim großen Bombenabgriff auf Leipzig mit samt der Gaststätte zerstört worden.

Die einstige Verbindung von Dr. Schmiedeberg zu Martin Luther wurde von allen nachfolgenden Besitzern und Betreibern in Ehren gehalten. Familie Gimpe richtete 1858 die Lutherstube ein, die durch verschiedene künstlerische Darstellungen aus dem Leben und Wirken Luthers geprägt ist und daher als kleines Museum gilt. 1933 wurde in einem großen Umbau aus der Lutherstube eine Lutherhalle. Hier zeigte zum Beispiel ein großes Rundbogenfenster mit einem Glasgemälde Luther auf dem Reichstag zu Worms. In den Kunstverglasungen acht weiterer Fenster waren Städte zu sehen, in denen Lutherwirkte: Eisleben, Mansfeld, Erfurt, Augsburg, Leipzig, Worms, die Wartburg in Eisenach und Wittenberg. Noch heute sind die Originalvorlagen für diese Kunstverglasungen, geschaffen vom Leipziger Maler Emil Block, gerahmt als Wandbilder zu sehen, und können Besucher über der Eingangstür die Bezeichnung "Lutherhalle" lesen. Die Gäste nehmen Platz in der rekonstruierten historischen "Lutherhalle" mit ihren Kreuzgewölben, Kronleuchtern, Säulenholzverkleidungen, heimeligen Nischen und blankgescheuerten Tischen und genießen bei Kerzenschein das Luthermenü. In der nahegelegenen Thomaskirche kann man das berühmte „Lutherfenster“ mit der Aufschrift bestaunen: „Gespendet von Georg Grimpe, Besitzer des Thüringer Hofes“.

Platz nehmen in der Lutherhalle

Herr Käthe - Zu Gast bei der "Lutherin"

„Meinen freundlichen lieben Herrn, Frau Katharina von Bora, lieber Herr Käthe! Wie gut Wein und Bier hab ich daheim, dazu eine schöne Frau, oder sollt ich sagen: Herren! Du tätest wohl, dass Du mir den ganzen Keller voll meines Weins und eine Flasche Deines Bieres herüberschicktest... Sonst komme ich erst wieder, wenn Du von neuem Bier gebraut hast." So schrieb Martin Luther am 29. Juli 1534 aus Dessau an seine Frau.

Der Name des Restaurants erinnert an die „Lutherin“ und ihren energischen Charakter. Es befindet sich im Herzen Torgaus, eine der schönsten Renaissancestädte Deutschlands und „Amme der Reformation“. In dem altehrwürdigen Gebäude machen es sich die Gäste gern gemütlich und genießen kreative, frisch zubereitete Gerichte, exotischen Suppe und knackige Salatkompositionen von einer eher lustigen Speisekarte. Der Gastraum mit alten Balken, angestrichen in blauer Quarkfarbe, und einem Eichenfußboden sowie vielen liebevoll restaurierten, kleinen Details wird mit modernen Stilelementen kombiniert. Im Kaminzimmer schaut Luther einem ins Angesicht. Das architektonische Kleinod des Restaurants ist eine Galerie in der oberen Etage mit Blick nach unten in den Gastraum oder auf den Turm der Kirche St. Marien. Im Sommer lockt der Biergarten mit seinem mediterranen Flair.

Zu Gast bei der "Lutherin"