• Meißen mit Meißner Burgberg
Meißen mit Meißner BurgbergSchlosskapelle in der Albrechtsburg MeissenInnenraum der Albrechtsburg Meißen

Benno von Meißen - Sachsens erster Heiliger

Auf den ersten Blick sind die Geschichte des Bischofs von Meißen und die der Reformation zwei völlig verschiedene. Immerhin sind sie durch mehr als vier Jahrhunderte voneinander getrennt. Und doch kreuzen sich die beiden irgendwann. Eine groß angelegte Ausstellung auf der Albrechtsburg Meissen widmet sich erstmals dem ersten heiligen Sachsens, Benno von Meißen. Zwischen dem 12. Mai und dem 5. November 2017 kehren Krummstab und Mitra des früheren Meißner Bischofs deshalb an den Ort seines Wirkens zurück.

Im Rahmen des Reformationsjubiläums soll die Sonderausstellung »EIN SCHATZ NICHT VON GOLD. Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger« Anlass sein, nach dem kulturellen Wert von Heiligen und ihrem Platz in der heutigen Gesellschaft zu fragen.

Um das Leben des Heiligen Benno, der von 1066 bis 1106 Bischof von Meißen war, auf dem Burgberg als tatkräftiger und friedliebender Bischoff wirkte und auch dort seine Ruhestätte fand, ranken sich viele Legenden. Die Geschichte des ersten sächsischen Heiligen bewegte mitten in Europa über Jahrhunderte die Menschen, von Sachsen über Bayern bis nach Rom. Es ist eine Geschichte von Macht, Glauben und Politik. Eine Geschichte von Reformation und Gegenreformation, Heiligtümern und Heiligsprechung.

Mit seiner Person verbindet sich im Mai 1523 die letzte Heiligsprechung des Mittelalters. Im Dom und auf Schloss Albrechtsburg Meissen fand im Juni 1524 die mehrtätige Feier der Heiligenerhebung Bennos statt. Die Heiligsprechung löste eine heftige Reaktion von Martin Luther aus. Er brandmarkte ihn in einer Streitschrift als Abgott und Teufel, was eine Odyssee der Reliquien und Insignien Bennos nach sich zog. Sein Grabmahl im Meißner Dom wurde im Juni 1539 zerstört. Seine Reliquien – Mitra, Hirtenstab und Kasel sowie seine Gebeine zusammen mit einer Echtheitsurkunde – gelangten nach der Reformation über Stolpen und Wurzen in die Münchner Frauenkirche. Sie wurden 1576 an Herzog Albrecht V. von Bayern übergeben. Aus einem sächsischen Bischof wurde so auf wundersame Weise der Stadtpatron von München und Landespatron von Bayern. Bis heute wird Bischof Benno verehrt – deutschlandweit ist er Namensgeber für Pfarrkirchen, Schulen und Verlage.

In Form von geschenkten Reliquien und bildkünstlerischen Zeugnissen seiner Verehrung kehrt der Heilige Benno anlässlich des Lutherjahres nach Sachsen an die historische Wirkungsstätte in Meißen zurück. In der Sonderausstellung zeugen Architektur, Literatur, Gesänge und spirituelle Kostbarkeiten am authentischen Schauplatz von einem »Schatz nicht von Gold«. Auf zirka 400 Quadratmetern wird so ein zeitlicher Bogen von über 1.000 Jahren Geschichte gespannt. Die Ausstellung arbeitet mit der Aura des Originals. Herausragende Objekte, die mit dem heiligen Benno ganz zentral in Verbindung stehen, werden zusammen-geführt: Skulpturen, Gemälde, geistliche Gewänder und prächtige Handschriften, der Krummstock und die Mitra des Bischofs, aber auch das großformatige Altarbild aus der Bennokapelle in Rom. Mit innovativen Medien und historischen Zeugnissen werden zugleich faszinierende Einblicke in die immateriellen Schätze der Kirche sowie in Alltag und Frömmigkeit der Zeit gegeben. Sie erzählen die eindrucksvolle Geschichte von Glanz, Glaube und Macht – auch für jüngere und nicht gläubige Menschen.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Lage & Karte

Benno von Meißen - Sachsens erster Heiliger

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