• tmgs header aktivurlaub
tmgs header aktivurlaubtmgs header aktivurlaubtmgs header familienurlaubSemperoper Dresdentmgs header barrierefreitmgs header staedte

Marktforschung

Die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH legt großen Wert auf eine genaue Analyse der touristischen Kennzahlen sowie eine breite und qualifizierte Marktforschung. Hier können Sie aktuelle Studien downloaden. Gern schicken wir Ihnen auch die Ergebnisberichte, soweit vorhanden, in Broschürenform zu. Bitte kontaktieren Sie uns bei Bedarf.

Tourismusentwicklung 2019

Auch 2019 wieder ein neues Rekordjahr in Sachsen

Mit über 20,7 Mio. Übernachtungen und knapp 8,5 Mio. Ankünften gab es 2019 in Sachsen einen neuen Tourismusrekord. Mit den Steigerungen liegt das Bundesland bei den Ankünften leicht über und bei den Übernachtungen leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Mit knapp 8,5 Mio. Ankünften 2019 steht Sachsen an der Spitze der ostdeutschen Bundesländer. Bei den Übernachtungen ordnet sich Sachsen mit 20,7 Mio. auf Rang 10 der Bundesländer ein.

Die Verteilung innerhalb Sachsens hat sich nicht verändert, nach wie vor hat Dresden die meisten Ankünfte und Übernachtungen, gefolgt von Leipzig, doch der Abstand wird immer geringer. Stellt man die neuen Reisegebiete DresdenElbland und LeipzigRegion nebeneinander, so beträgt der Abstand bei den Ankünften 2019 in der amtlichen Statistik nur noch geringfügig mehr als 100.000 Ankünfte. Während LeipzigRegion bei den Ankünften im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 15% aufweisen kann, konnte das DresdenElbland nur 9,9% zulegen. Bei den Übernachtungen beträgt der Abstand 2019 jedoch weiterhin noch über 300 000. Doch auch hier sieht man eine unterschiedliche Dynamik, DresdenElbland wuchs um 1,4% gegenüber dem Vorjahr, LeipzigRegion um 5,3%.

Schaut man sich die Regionen an, so verzeichnet das Erzgebirge die meisten Ankünfte und Übernachtungen, bei den Ankünften steht dann die Oberlausitz an der nächsten Position, bei den Übernachtungen das Sächsische Burgen- und Heideland (Region Leipzig) vertauscht sich die Reihenfolge.

Das Wachstum in Sachsen an internationalen Übernachtungen lag 2019 mit 0.8% deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 2,6%. Dabei schlagen besonders die Rückgänge aus den für Sachsen bedeutenden Volumenmärkten Österreich, Schweiz, USA und dem Vereinigten Königreich negativ zu buche. Besonders bedauerlich ist, dass sich Sachsen hier – mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs - gegen den Bundestrend entwickelt, denn bundesweit gibt es Zuwächse aus Österreich, der Schweiz und den USA.

Auffällig sind hier die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb Sachsens, wobei die Städte insgesamt an Volumen aus dem Ausland verlieren, die Regionen hingegen insgesamt gewinnen.

Das Sächsische Burgen– und Heideland verliert beispielsweise als einzige Region Ankünfte und Übernachtungen aus Polen, gewinnt hingegen stark überdurchschnittlich aus den Niederlanden. Die Sächsische Schweiz ist die einzige Region, die deutlich mehr Volumen aus Österreich generieren konnte. Der Schweizer Quellmarkt zeigt sich heterogener. Dresden, Leipzig und das Erzgebirge verlieren deutlich und die Verluste können nicht durch die zum Teil deutlichen zweistelligen Zuwächse in allen anderen sächsischen Reisegebieten kompensiert werden.

Gegen den Bundestrend gibt es aus Großbritannien zum Teil deutliche Zuwächse in der Oberlausitz, der Sächsischen Schweiz, dem Sächsisches Elbland und dem Sächsischen Burgen- und Heideland – sowohl an Ankünften als auch an Übernachtungen, wenn auch auf relativ niedrigen Ausgangsniveau.

Aus Russland gibt es, bis auf Leipzig und Region sowie dem Vogtland, durchweg Zuwächse. Allerdings liegen diese für Sachsen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Die Verluste in Leipzig und der Region sind u.a. auf die sehr starken Zuwächse aus 2018 zurückzuführen, die durch direkte Flugverbindungen entstanden waren und die erfahrungsgemäß im zweiten Jahr nicht die gleichen Volumina produzieren.

Die zentralen Ergebnisse sind grafisch hier aufbereitet, die Verteilung der internationalen Gäste innerhalb Sachsens finden Sie hier

Neue Zielgruppensegmentierung für Sachsen

Sinus-Milieus und Personas

Die TMGS hat seit 2012/2013 mit einer reisverhaltensbasierten Zielgruppensegmentierung gearbeitet, aus der fünf für Sachsen relevante Zielgruppen herausgearbeitet werden konnten. Diese Segmentierung wurde auf Basis von GfK-Daten aus dem Destination-Monitor gebildet. Leider bietet die GfK diese Segmentierung nicht mehr an und somit stellt die TMGS, dem Beispiel anderer Bundesländer folgend - auf die Sinus-Milieus um, die seit über 40 Jahren eine verlässliche Werte-basierte Segmentierung liefert und nun auch zunehmend im touristischen Bereich Beachtung findet. So können die Urlaubsreisenden in der Reiseanalyse schon seit einigen Jahren nach den Milieus differenziert betrachtet werden und nicht nur die Tagesreisenuntersuchung des DWIF (s.u.) bietet aktuell diese Differenzierung an.

Insgesamt gibt es 9 verschiedene Milieus, die anhand ihrer Grundorientierung (Alltagsbewusstsein, Lebensstil und Lebensziele) sowie ihrer Sozialen Lage (Einkommen, Bildung, Beruf) differenzieren. Dargestellt werden die unterschiedlichen Milieus anhand einer sogenannten Kartoffelgrafik.

Schaut man sich die bisherigen Urlaubsreisenden der Haupturlaubsreisen nach Sachsen an, so findet man diese eher in den traditionellen bürgerlich konservativen Milieus mit geringerem Einkommen und Bildung. Schaut man sich die zweiten Reisen und kürzeren Urlaubsreisen an, die das Reiseaufkommen in Sachsen stark mit beeinflussen, verschieben sich die Milieus jedoch sichtbar.

Um zukunftsorientierte Marketingarbeit zu realisieren, rückt die TMGS neue Milieus in den Fokus ihrer Marketingarbeit, Milieus die zukünftig wachsen und in Zukunft insgesamt eine deutlich größere Bedeutung haben werden. Dabei hat die TMGS geschaut, für welche der Milieus es auch entsprechende touristische Angebote in Sachsen gibt, Potentiale, die bisher noch zu wenig ausgeschöpft wurden. So geht es mit der neuen Ausrichtung auch darum, neue Potentiale zu identifizieren und auszuschöpfen.

Das Milieu der Adaptiv-Pragmatischen spielt dafür eine zentrale Rolle. Sie ist die neue, junge und digitale bürgerliche Mitte, mit für die TMGS wichtigen Scharnierfunktionen, beispielsweise in den Bereich der Sozioökologischen, der Bürgerlichen Mitte, der Liberal-Intellektuellen oder der Expeditiven.
Eine umfangreiche Darstellung der Sinus-Milieus für Sachsen vom TMGS -Marktforschungstag im November 2019 ist hier zu finden.

Tagesreisen nach Sachsen

Der DWIF-Tagesreisenmonitor für Sachsen

Das Thema Tagestourismus ist marktforscherisch ein sehr schwer zu fassendes Forschungsobjekt. Das DWIF hat nun einen neuen Untersuchungsansatz entwickelt, den Sachsen als erstes Bundesland genutzt hat und nun über Ergebnisse für 12 Monate - auch mit Berücksichtigung der Sinus-Milieus - verfügt.
Im Rahmen eines wöchentlichen Online-Panels wurde in 15.600 Interviews die deutschsprachige Bevölkerung zwischen 14 und 75 Jahren nach dem Tagesreiseverhalten der jeweils letzten Woche gefragt.
Für die Tagesreisen gibt es unterschiedliche Definitionen oder Vorstellungen. In dieser Untersuchung wird über die Reisen berichtet, bei denen das Wohnumfeld verlassen, dies aber nicht mit einer Übernachtung verbunden wird. Dabei sind Fahrten zur Schule, Ausbildung oder Arbeitsplatz, zum Einkaufen des täglichen Bedarfs oder Fahrten, die einer gewissen Regelmäßigkeit unterliegen (wie beispielsweise Arztbesuche) ausgeschlossen.
So hat das DWIF für 2018 159 Mio. Tagesreisen nach Sachsen erfasst, 140 Mio. davon als private Tagesausflüge und 19 Mio. als Tagesgeschäftsreisen.
Mit den Tagesreisen wird ein Umsatz von knapp 4,2 Mrd. € erzielt, wovon 31% dem Gastgewerbe, 41% dem Einzelhandel und 28% anderen Dienstleistungen zuzurechnen ist.
Drei Viertel der privaten Tagesreisenden kommen aus Sachsen selbst, ein Fünftel aus den angrenzenden Bundesländern.

Die internationalen Tagesreisen zu untersuchen ist leider extrem aufwendig und methodisch bisher nicht mit einem vertretbaren Aufwand gelöst.

Bei den Tagesgeschäftsreisen kommen nur knapp die Hälfte (46%) aus Sachsen, 42% aus den Nachbarbundeländern und 12 % von weiter her. Der größte Teil (45%) legt vom Wohnort bis zu 25 km zurück, 23% bis 50 km, bei 16% sind es über 100 km oder auch deutlich mehr.
Was sind nun die Anlässe für eine Tagesreise? Der Besuch von Verwandten, Freunden usw. steht mit 31% ganz vorne. Besondere Aktivitäten wie Wandern oder Baden, der Besuch von Sehenswürdigkeiten, Freizeitparks o.ä. sowie besondere Einkaufsfahrten folgen mit jeweils 12 % Anteil. Eine reine Spazierfahrt (ins Blaue) und der Besuch von Veranstaltungen wie beispielsweise Konzerte oder Theater haben je einen Anteil von 11%. Aber auch die Restaurantbesuche komme auf einen Anteil von 8%.

Anders als der Reiseanlass sind die Aktivitäten zu betrachten. 21% besuchen Restaurants, Cafes, Kneipen oder Clubs und ebenfalls 21 % Sehenswürdigkeiten oder Freizeiteinrichtungen. 19% zieht es zum Einkaufen und 18% zu Veranstaltungen. 17% besuchen Landschafts- und Naturattraktionen.
Über die Hälfte der Tagesreisen finden am Wochenende statt, die Verteilung über das Jahr ist relativ gleichmäßig. Dabei nutzen fast drei Viertel den PKW für die Anreise, 10% den ÖPNV und gerade mal 7% die Bahn.
Die ausführliche Präsentation der Ergebnisse von unserem Marktforschungstag sind hier zu finden.

Natur im Urlaub

Daten aus der Reiseanalyse 2019

Neben der Kultur ist die Natur das zweite wichtige touristische Angebot in Sachsen. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Reiseanalyse in aller Regelmäßigkeit und der TMGS liegen nun aktuelle Ergebnisse des Sondermoduls Natur der RA 2019 u.a. in Bezug auf sachsenspezifische Aspekte, die Entwicklung der letzten Jahre, auf die Produktanforderungen und auch in Bezug auf die Sinus-Milieus vor.
Zunächst wurde untersucht, was die Urlauber unter „Natur erleben“ verstehen. Dabei ist es 36% aller Urlauber - unabhängig vom Reiseziel - besonders wichtig, im Urlaub Natur zu erleben, und 51% eher wichtig. Die Wichtigkeit nimmt mit dem Alter etwas zu. Bei denjenigen, die eine Urlaubsreise nach Sachsen planen, sind es sogar 43%, denen die Natur besonders wichtig ist.
Dabei sind Wald, Wandern, Wasser und Ruhe bei ihnen die vier wichtigsten Elemente, die mit Natur erleben verbunden werden. Schaut man sich die Urlaubsreisenden an, die in den letzten drei Jahren nach Sachsen gereist sind, haben 50% von ihnen Wanderungen unternommen und 41% Naturattraktionen besucht, deutlich höhere Werte als im Bundesdurchschnitt. 16% sind Fahrrad gefahren. Dieser Wert liegt noch deutlich unter dem Durchschnitt von 25%.
Bei denjenigen, die sich für einen Sachsenurlaub in den kommenden drei Jahren interessieren, steht der Natururlaub als Urlaubsform mit dem Familienurlaub und der Städtereise gleichauf, weit vor beispielsweise der Kulturreise oder dem Aktivurlaub.

Der mit 45% größte Teil aller Natur-Urlauber möchte die Natur einfach nur anschauen, 10% will die Natur für sportliche Aktivitäten nutzen und 21% möglichst intensiv in die Natur eintauchen. Dieser Anteil der intensiven Natur-Eintaucher ist in Sachsen mit 32 % deutlich höher als im Bundesdurchschnitt und auch der Anteil der Naturbeobachter ist höher, der der Sportler und Natur-Desinteressierten dafür deutlich kleiner. Die Natur-Eintaucher sind auch diejenigen, denen das Thema Nachhaltigkeit im Urlaub am wichtigsten ist, ein Thema dem sich die TMGS im Rahmen der Reiseanalyse 2020 intensiv widmen wird.

Bei den Erwartungen, etwas über die Natur zu lernen, in der Urlaubsregion umweltfreundlich mobil zu sein, Natur-Infozentren zu besuchen, Nationalparks und Naturparks aufzusuchen oder naturverbundene Menschen zu treffen haben die Sachseninteressenten besonders hohe Erwartungen, deutlich höher als der Durchschnitt der Bundesländer, und meist auch höher als die direkten Wettbewerber wie beispielsweise Thüringen, Bayern oder Österreich.
Die Präsentation zu diesem Thema von unserem Marktforschungstrag ist hier zu finden

 

9. TMGS Marktforschungstag

Der neunte TMGS-Marktforschungstag stand im Zeichen der Sinus-Milieus. Den thematischen Schwerpunkt bildete zunächst die große TMGS-Sonderstudie zum Thema Kultur im Urlaub aus der Reiseanalyse 2019. Philipp Wagner vom NIT aus Kiel präsentierte ausgewählte Ergebnisse der Untersuchung. Die TMGS hatte diese Untersuchung beauftragt um zu überprüfen, ob sich Sachsen nach wie vor als Kulturreiseziel Nummer 1 unter den Flächenländern in Deutschland bezeichnen kann. Um das Ergebnis vorwegzunehmen:  Ja, Sachsen ist das Kulturreiseziel Nummer 1 in Deutschland, abgesehen von den Städten Berlin und Hamburg. Die Präsentation ist hier zu finden.

Im zweiten Vortrag stellte Manfred Tautscher vom Sinus Institut Heidelberg die Zielgruppensegmentierung anhand  der Sinus-Milieus in einer ausführlichen Übersicht vor und ging dann auf die Spezifika der Milieus für die touristische Vermarktung Sachsens ein, denn die Sinus Milieus als Zielgruppensegmentierung wird bei der TMGS zukünftig die reiseverhaltensbasierte  Zielgruppensegmentierung ablösen, da diese nicht mehr angeboten wird. Sein Vortrag ist hier als Download verfügbar.

Neben der Kultur ist die Natur das zweite wichtige touristische Angebot in Sachsen. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Reiseanalyse in aller Regelmäßigkeit und so konnte Bente Grimm vom NIT aus Kiel den Teilnehmern die aktuellen Ergebnisse des Sondermoduls Natur u.a. in Bezug auf sachsenspezifische Aspekte,  die Entwicklung der letzten Jahre, auf die Produktanforderungen und auch in Bezug auf die Sinus-Milieus vorstellen. Ihre Präsentation steht hier zum Download bereit.

Das Thema Tagestourismus ist marktforscherisch ein sehr schwer zu fassendes Forschungsobjekt. Das DWIF hat nun einen neuen Untersuchungsansatz entwickelt, den Sachsen als erstes Bundesland genutzt hat und nun über Ergebnisse für 12 Monate - auch mit Berücksichtigung der Sinus-Milieus - verfügt. Ausgewählte Ergebnisse der Studie stelle Dr. Mathias Feige von der dwif-Consulting GmbH aus Berlin vor. Sein Vortrag ist hier zu finden.

Sonderstudie Sachsen und Industriekultur im Rahmen der Reiseanalyse 2018

Im Hinblick auf das Jahr der Industriekultur 2020 in Sachsen und die kommende Landesausstellung im gleichen Jahr zum Thema Industriekultur hat die TMGS die touristische Relevantz des Themas für Sachsen im Rahmen der Reiseanalyse 2018 in Form einer Sonderstudie untersuchen lassen. In der Studie wurden zunächst Themeninteressen im Zusammenhang mit Urlaubsreisen generell, aber auch im Vergleich mit anderen Bundesländern sowie im Zeitvergleich untersucht. Im Anschluß folgte eine Kurzanalyse des Reisezielimages in unterschiedlichen Zielgruppen sowie  eine Analyse für Spezielthemen im Zusammenhang mit Urlaubsreisen sowie die Verknüpfung von Reisezielinteressen und Themeninteresse am Beispiel Dampfeisenbahnen. Darüber hinaus wurde untersucht, wie die Interessen an den unterschiedlichen Formen der Angebotsgestaltung industriekultureller Attraktionen aussehen.

Insgesamt besteht ein großes Interesse an allgemeinen Urlaubsformen wie beispielsweise Städtereisen oder Natururlaub, Sonderthemen u.a. zu industriekulturellen Aspekten sind von deutlich niedrigerem Interesse. Das Image Sachsens ist vor allem durch den Aspekt Städtereisen, aber auch durch (klassische) Kunst&Kultur sowie Aktivurlaube geprägt. Das Interesse an Attraktionen zum Thema (Dampf-)Eisenbahn, Industriekultur, Automobilbau und Bergbau in Zusammenhang mit Urlaubsreisen liegt bei jeweils 10%, das Interesse zum Thema Textilindustrie liegt deutlich darunter.

Am häufigsten wird das Reiseziel Sachsen mit Attraktionen zum Thema Bergbau und (Dampf-) Eisenbahn verbunden, gefolgt von den Attraktionen zu den Themen Automobilbau und Industriekultur.

Alte Technik in Aktion zu sehen sowie Erklärungen/Führungen zu erhalten, sind die mit Abstand wichtigsten Aspekte bei einem Besuch der Attraktionen. Bei der Gestaltung der Angebote ist die Berücksichtung des Alters wichtig. Digitale Aspekte wie VR-Anwendungen sind nur für die jüngeren Zielgruppen relevant, für ältere eher die Vorführungen aktiver alter Technik. Im Grunde genommen sind es mehr die industriegeschichtlichen als die industriekulturellen Aspekte, unter denen das Thema touristisch interessant ist und kommuniziert werden kann.

Die komplette umfangreiche Studie kann hier heruntergeladen werden.

Zentrale Ergebnisse Der Reiseanalyse 2018 aus dem Ergebnisbericht

In Anbetracht der aktuellen Wetterlage ist festzuhalten, dass auch 2017 zu einem der heißesten Jahre in der modernen Klimageschichte zählte.

Die Reiseanalyse 2018 berichtet kaum Veränderungen, beschreibt eher langjährige Trends, wie überdurchschnittliche Reiseintensität bei den höheren Einkommensklassen und die Zunahme bei den Kurzreisen.

Es ist eine stabile bis leicht positive Entwicklung zu erwarten, außergewöhnlichen Veränderungen sind auch  in naher Zukunft nicht vorauszusehen. Der Anteil der Bevölkerung, der weder Urlaubs- noch Kurzreisen unternimmt liegt konstant bei 16%. Die  Anteile in den sehr alten Altersgruppen, den unteren Einkommensgruppen und den gesundheitlich eingeschränkten Personen  sind hier deutlich höher als im Durchschnitt.

Der Anteil der Mehrfachreisenden ist unter den ganz jungen (bis 20 Jahre) und den Älteren ab 50 Jahre besonders hoch, wobei die zweite Zielgruppe für uns besonders relevant ist. Im Zeitverlauf seit der Messung der Reiseanalyse 1971 kann man aktuell von einer Sättigung sprechen, ein gewisser Anteil von Nicht-Reisenden wird es immer geben.

In Anbetracht des vergleichsweise hohen Anteils an Ostdeutschen Urlaubern in Sachsen lohnt ein Blick auf die Reiseausgaben. Bei den Reiseausgaben pro Person und Urlaubsreise liegen die Ostdeutschen leicht hinter den Westdeutschen und die Deutschlandreisen auf relativ stabilem Niveau, wohingegen für Mittelmeerreisen und Fernreisen mehr ausgegeben wurde.

Dabei steht bei den Inlandsreisen die Preisgünstigkeit  stärker im Fokus im Vergleich zu den Auslandsreisen, wo der günstige Preis zwar auch die höchsten Nennungen hat, aber die Qualitätskriterien einen deutlich höheren Anteil haben als im Inland.

Den gesamten Artikel kann man hier lesen

SCMI-Szenarienstudie Die Zukunft des Tourismus

Zukunft des Tourismus

Die Gesellschaft Scenario Management International (ScMI), eine Aktiengesellschaft für Zukunftsgestaltung und Strategische Unternehmensführung, hat einen Blick in die Zukunft des Tourismus geworfen und acht Szenarien entwickelt, die hier verkürzt vorgestellt werden. Die verwendete Szenario-Technik basiert auf 22 Schlüsselfaktoren und beschreibt die sich daraus entwickelten vier Kerndimensionen, Entwicklung Binnentourismus, Entwicklung Incoming, Entwicklung Fernreisen und Entwicklung des allgemeinen Umfelds.

Das Szenario1 geht von einem breiten Wachstum aus, breiterer Arbeitsteilung und damit mehr Freizeit und weniger Erholungsbedürfnis, dafür mehr Erlebnisorientierung. Reiseziele stehen im mehr Wettbewerb, durch verbesserte Information (Digitalisierung) und Zugänglichkeit (Mobilität). Das Incoming wächst, die ausländischen Touristen kommen aber nicht wegen Kultur und Geschichte, sondern wegen der Landschaft und der Sicherheit

Szenario 2 geht davon aus, dass die die Einkommen steigen, aber damit auch die Arbeitsbelastung und das Bedürfnis nach Erholung. Dabei ist die Pauschalreise die bequemste, aber auch die sicherste Lösung denn dieses Szenario geht von eine instabilen globale Sicherheitslage aus. Das führt zu verstärkten Pauschalreisen ins bekannte europäische Ausland. Diejenigen, die im eigenen Land bleiben, haben sich an ihren Zielen mit zunehmender Konkurrenz ausländischer Touristen auseinanderzusetzen, da Deutschland als sicheres Reiseland sehr beliebt ist.

Szenario 3 geht ebenfalls von einer verschlechterten globalen Sicherheitslage und der damit steigenden Beliebtheit Deutschlands als Reiseziel der Einheimischen aber auch der internationalen Gäste aus. Die Fernreisen der Deutschen gehen damit zurück, aber auch durch ein verstärktes Auseinanderklaffen der Einkommen. Die Ausgabebereitschaft sinkt deutlich, günstige Angebote werden gesucht. Die ausländischen Gäste sind hingegen deutlich Ausgabe freundlicher, die deutsche Reisebranche profitiert.

Im vierten Szenario wird die Globalisierung zurückgedreht. Die Mobilität ist eingeschränkt, das Besinnen auf Heimat und Traditionen nimmt hingegen zu. Die Angst vor Armut nimmt zu, da das Wirtschaftswachstum erlahmt. Die Digitalisierung wird als Treiber dieser Entwicklung identifiziert, deswegen will man im Urlaub auch auf die Technik eher verzichten. Deutschland wandelt sich zu einen attraktiven Reiseziel für kulturliebende Individualreisende, die verstärkt die Angebote des öffentlichen Verkehrs nutzen. Auch die Unterkunft wird persönlicher, individueller und kleinteiliger. Die Anzahl der ausländischen Gäste steigt nicht, da es für sie keine entsprechenden Pauschalangebote gibt.

Das fünfte Szenario beschreibt einen Zusammenbruch des Reisemarktes durch eine verschlechterte Einkommensentwicklung und damit verbundenen geopolitischen und sozialen Konflikten, die die Lust am Reisen reduziert, auch bei den ausländischen Gästen. Stattdessen bleibt man in den eigenen vier Wänden und die Nachbarschaft wird immer wichtiger. Durch die geringer Zahlungsbereitschaft und zurückgehende Buchungen schrumpft der Hotelmarkt und auch Buchungsplattformen sind nicht mehr profitabel zu betreiben. Couchsurfing und kleine Bed&Breakfast sind beliebt, vermittelt über nichtkommerzielle Tauschbörsen. Auch Kultur-, Gastronomie- und Erlebnisangebote reduzieren sich auf die Angebote für die Einheimischen, die von Touristen dann mit genutzt werden.

Szenario 6 skizziert die allgegenwärtige und umfassende Digitalisierung, die die Arbeitswelt grundlegend verändert. Da man jederzeit und an jedem Ort der Welt erreichbar ist und arbeiten kann, verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Durch die weltweite Vernetzung nimmt das Fernweh rapide ab, Ablenkung schaffen einzigartige und spannende Erlebnisse, die man sowohl real im regionalen Umfeld findet oder digital erlebt. Teures und beschwerliches Reisen verliert gegen das virtuelle Erleben, Städtereisen und Kulturerlebnisse werden zu anstrengend. Durch den Nachfragerückgang leidet die Ferienhotellerie. Reiseveranstalter wandern in die digitale Bereitstellung von Urlaubsangeboten ab.

Im Szenario 7 ist die Welt durch die Digitalisierung und Globalisierung beschleunigt und befriedet. Wachsende Freizeit und Wohlstand fördern da Fernweh und damit die Fernreisen, wodurch das heimische Angebot an Attraktivität und damit die Regionen an Gästen und die Leistungsanbieter an Umsatz verlieren. Die weltweite Vernetzung erleichtert die Reiseplanung, Urlaub ist wertvoll und es wird gerne Geld dafür ausgegeben.

Das achte und letzte Szenario geht von globaler Mobilität, einer nachhaltig positiven Weltwirtschaft und der intelligenten Nutzung digitaler Innovationen als Rahmenbedingungen aus. Die stabile Sicherheitslage und gute Einkommen werden für individuelle Fernreisen genutzt. Fremde Kulturen erleben steht mehr im Vordergrund, Erholung ist durch entspannte Arbeitsprozesse weniger wichtig geworden. Auch die deutschen Reiseziele profitieren von der Entwicklung, in dem deutlich mehr ausländische Gäste individuellen Urlaub in Deutschland verbringen. Dabei stehen individuelle Freizeit und Erlebnisangebote, aber auch Unterkünfte im Focus.

Die beschriebenen Szenarien gehen sehr weit, zum Teil diametral auseinander, beschreiben aber, zum Teil vielleicht überzeichnet, in eine weite Bandbreite der möglichen Entwicklung. Die Szenario-Technik ist gegenüber einfachen Prognosetechniken hier überlegen, denn sie zeigt Alternativen auf und damit auch die Möglichkeit, die Entwicklung mit zu steuern, Fehlentwicklungen zu erkennen und nicht als gegeben hinzunehmen.

Wer die komplette Beschreibung lesen möchte, kann das hier tun.

Gästebefragung Sachsen 2015/2016

Von Juni 2015 bis Mai 2016 wurden auf die Monate verteilt insgesamt 3.860 Touristen zu ihren Urlaubsaufenthalten in Sachsen befragt, 2.433 davon vor Ort und 1.427 online. Die Online-Stichprobe ist repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren, vor Ort wurden ebenso deutsche Urlaubsreisende ab 14 Jahren befragt. Ausländische Reisende konnten in der Untersuchung nicht berücksichtigt werden, da die vorgesehene Fallzahl keine validen Aussagen zu einzelnen Märkten zugelassen hätte.

Dabei ging es nicht nur um die Abfragen zum allgemeinen Reiseverhalten nach Unterkunftsart, Verkehrsmittel der Anreise oder Informationsquellen, der Schwerpunkt lag auf der Einschätzung der Zufriedenheit unterschiedlicher Angebotsfacetten, wie beispielsweise der Qualität und Vielfalt der Gastronomie, dem Kulturangebot oder den Sportangeboten.

Darüber hinaus wurde untersucht, welche Eigenschaften denn wichtig sind, damit die Gäste eine gute Bewertung abgeben, Sachsen bzw. eine Region in Sachsen als Reiseziel weiterempfehlen oder sie selbst wieder besuchen zu wollen, zusammengefasst als Loyalität.

Daraus sind über 5.000 Tabellen entstanden. Einige ausgewählte Ergebnisse mit entsprechender Kommentierung wurde nun in dem über 200 Seiten umfassenden Gesamtbericht veröffentlicht, wobei jeder Sächsischen Tourismus-Destination ein eigenes Kapitel gewidmet ist.

In diesen Kapiteln wird deutlich, worin sich die sächsischen Reiseziele voneinander unterscheiden und welche Eigenschaften für die eine Region wichtiger sind als für andere.

Für Sachsen insgesamt sind die Geschichte der Region sowie die kulturellen Sehenswürdigkeiten die wichtigsten Angebotseigenschaften für die Loyalität zu Sachsen, d.h. die Gesamtbewertung, die Weiterempfehlungsbereitschaft und die Wiederbesuchsabsicht.

Am besten bewertet wird aber die Gastfreundschaft. Dies zieht sich mehr oder weniger durch sämtliche sächsischen Regionen durch. Daneben sind sowohl die Landschaft und Natur, aber auch die Vielfalt und Qualität des gastronomischen Angebotes und die Qualität der Übernachtung die wichtigsten Loyalitäts-Treiber, die gleichzeitig auch die besten Bewertungen erhalten.

Dabei unterscheiden sich die Regionen deutlich voneinander. So erreicht beispielsweise das Sächsische Elbland in 13 von den 15 abgefragten Zufriedenheitsaspekten eine Top-Bewertung unter den ersten drei, die Sächsischen Schweiz in 11 von 15 und das Vogtland in 9 von 15, die Oberlausitz hingegen kann sich in keiner Kategorie unter den ersten drei platzieren.

Bei den Sportangeboten, Radwegen und Mountainbike-Strecken, Wellness- und Beauty-Angeboten sowie den Angeboten und Betreuung für Kinder  fällt die Bewertung für Sachsen unterdurchschnittlich aus, die Angebotsfacetten spielen aber für die Loyalität auch nur eine geringe Rolle.

Wichtiger für die Loyalität sind die Veranstaltungs- Unterhaltungs- und Kulturangebote. Hier gibt es noch einiges Verbesserungspotential in der Bewertung. Die Verkehrsanbindung wird von über 80% mit gut oder sehr gut bewertet, spielt jedoch - anders als vielleicht vermutet - nur  eine untergeordnete Rolle in Bezug auf die Gesamtbewertung, Wiederbesuchsabsicht oder Weiterempfehlungsbereitschaft.

Die Zielgruppen spezifische Analyse zeigt, dass die Rad- und Wanderurlauber sowie die Kultururlauber sich besonders von Sachsen begeistern lassen, denn die Zufriedenheitswerte mit dem sächsischen Angebot liegen in diesen Zielgruppen besonders hoch.

Heruntergebrochen auf die einzelnen sächsischen Reisziele lassen sich die Ergebnisse noch weiter differenzieren.

Ausgewählte Ergebnisse zu Sachsen und den sächsischen Reisegebieten sind nun im Gesamtbericht erschienen, den auch im Downloadbereich auf dieser Seite digital zur Verfügung steht. Die Fülle der Daten bietet vielfältige weitere Auswertungsmöglichkeiten, die die TMGS gerne, soweit möglich und sinnvoll, auf Anfrage vornimmt.

.

Destination Brand 2016 - Themenkompetenz deutscher Reiseziele

Die 2016er Ausgabe der Destination Brand –Studienreihe untersucht nach drei Jahren nun zum wiederholten Mal die Themenkompetenz deutscher Reiseziele. Mit dieser dritten Messung ist es möglich, die Ergebnisse in der Entwicklung über einen Zeitraum von sechs Jahren zu vergleichen.

2016 wurden Insgesamt 172 Reiseziele untersucht. Dazu wurden 17.000 Personen von der GfK online befragt, sie bilden einen repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung im Alter von 14 bis 74 Jahren ab.

Neben den für alle Destinationen abgefragten Standardthemen Gesundheit, Kulinarik, Kultur, Natur und Wellness wurde für Sachsen zusätzlichen die Eignung für die Themen Events, Familienurlaub, Filmtourismus, Auf den Spuren Luthers, Rad fahren, Städtereise und Wandern untersucht.

Beim allgemeinen Interessenpotential stehen die Themen „sich in der Natur aufhalten“ und „Städtereise“ mit 67% bzw. 66% an den ersten beiden von 61 Plätzen. Martin Luthers Spuren und der Filmtourismus hingegen mit Platz 49 und 50 auf den hinteren Plätzen. Auch das Thema Industriekultur, das nicht explizit für Sachsen abgefragt wurde, erreicht beim allgemeinen Interesse nur Rang 35.

Dabei hat das Interesse an allen Standard-Themen im Vergleich zu 2013 durchgängig nachgelassen. Bei den Themen Städtereisen und Wandern ist es hingegen gestiegen, so wie auch bei Luther und Film, allerdings nur auf sehr niedrigem Niveau.

Sachsen erreicht auf einer Skala von 1 (gar nicht geeignet) bis 5 (sehr gut geeignet) bei allen abgefragten Themen Werte zwischen 3,3 bei Filmtourismus bis 4,1 für die Städtereise. Dabei stufen diejenigen, die Sachsen schon besucht haben, bei nahezu allen Themen die Eignung besser ein als die Themen-Interessierten oder alle Befragten. Die Ausnahme bildet das Thema Luther. Her sprechen die Themeninteressierten Sachsen eine deutlich bessere Eignung zu als die Besucher der Vergangenheit, was dafür spricht, dass es sich wirklich um ein Spezialthema für Kenner handelt.

Bei den Standardthemen sowie bei der Städtereise, dem Thema Wandern und Radfahren ist der Eignungszuspruch von 2010 zu 2016 durchgängig gestiegen, in den letzten 3 Jahren jedoch bei allen Themen bis auf die Kulinarik gesunken.

Von allen Standardthemen erreicht Sachsen nur beim Kultururlaub mit Rang 4 eine Platzierung unter den TOP 10 von 103 abgefragten Regionen. Bei den anderen Themen liegt Sachsen mit kleinen Abweichungen auf dem Bundesniveau der Regionen. Natur und Kulinarik liegen etwas darüber.

Eine grafische Aufarbeitung der Studie für die Sächsischen Ergebnisse steht hier bereit..

Daten zum Campingtourismus in Sachsen

Für das Thema Campingtourismus in Sachsen wurde aus verschiedenen Studien, u.a,. der Reiseanalyse und der Gästebefragung Sachsen Daten in einer Präsentation zusammengestellt, die hier einzusehen ist.

Aktuelle Marktforschungstätigkeit der TMGS

Damit der sächsische Tourismus die gesetzten Ziele auch künftig erreichen kann, ist eine immer professionellere Marktforschung eine unverzichtbare Basis und zwar sowohl im Hinblick auf die Landesebene, als auch im Hinblick auf die touristischen Destiantionen in Sachsen. Die TMGS hat daher in den letzten beiden Jahren Dank der vom SMWA zur Verfügung gestellten Mittel die Marktforschung sowohl für sich selbst, als auch für ihre Gesellschafter (also die Destinationen) massiv ausgebaut und wird dies auch in den nächsten beiden Jahren fortsetzen.

Reiseanalyse

Selbstverständlich wird die TMGS ihre bisherige Zusammenarbeit mit der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. im Hinblick auf die seit 1971 jährlich erhobene Reiseanalyse und ihre thematischen Spezialmodule weiter fortsetzen.

Dies gilt auch für die Sonderauswertungen für Sachsen durch das NIT Kiel. Die Reiseanalyse liefert aus Sicht der TMGS wie kein anderes Marktforschungstool Erkenntnisse über das Verhalten und die Erwartung von Reisenden im Hinblick auf die einzelnen Urlaubsarten und Angebote wie Aktiv-, Vital- oder Familienurlaub, Wellnessangebote sowie Kultur- und Städtereisen usw., die für die Produktentwicklung auch in Sachsen wichtig sind.