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Marktforschung

Die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH legt großen Wert auf eine genaue Analyse der touristischen Kennzahlen sowie eine breite und qualifizierte Marktforschung. Hier können Sie aktuelle Studien downloaden. Gern schicken wir Ihnen auch die Ergebnisberichte, soweit vorhanden, in Broschürenform zu. Bitte kontaktieren Sie uns bei Bedarf.

Tourismusbilanz 2017

Sachsen-Tourismus mit mehr als 19,5 Millionen Übernachtungen
Bilanz für 2017 bricht alle bisherigen Rekorde

Die sächsische Tourismusbranche kann auf ein äußerst erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken: erstmals wurde bei den von der Statistik erfassten Unterkünften mit mehr als zehn Betten die Marke von 19 Millionen Übernachtungen überschritten und das mit
19.513.123 gleich um über eine halbe Million. Gegenüber den 18,75 Mio. Übernachtungen im Vorjahr 2016 ist dies eine Steigerung um 4,1 Prozent. Noch stärker stieg die Zahl der Gästeankünfte aus dem In- und Ausland, nämlich um 5,0 Prozent auf 7.864.001. Mit diesem Ergebnis liegt Sachsen über dem Bundesdurchschnitt von 4,1 Prozent mehr Ankünften und 2,7 Prozent mehr Übernachtungen. Der Zuwachs bei Gästen aus dem Ausland lag mit rund 11 Prozent sogar mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland insgesamt.
Das Gleiche gilt für die Übernachtungen von Ausländern, bei denen Sachsen mit erstmals über 2 Millionen Nächtigungen ein Plus von 8,8 Prozent erzielt hat gegenüber 4.0 Prozent im Bundesdurchschnitt. Besonders stark war der Monat Dezember: Obwohl die Adventszeit kürzer war als im Vorjahr, können ein Plus von 7,8 Prozent mehr Gästeankünften bzw. 9,2 Prozent im Vergleich zu Dezember 2016 bilanziert werden.

Besonders erfreulich ist, dass alle sächsischen Reisegebiete im Jahr 2017 Zuwächse bei Gästen und Übernachtungen erzielen konnten. Am stärksten wuchs dabei Leipzig mit 8,7 Prozent mehr Gästen und sogar 9,4 Prozent mehr Übernachtungen. Das Erzgebirge am unteren Ende der Skala verzeichnete immerhin noch 1,7 Prozent mehr Gäste und 2,2 Prozent mehr Übernachtungen. Bei den absoluten Zahlen liegt Dresden mit 2,17 Mio. Ankünften und 4,43 Mio. Übernachtungen weiterhin an erster Stelle vor Leipzig mit 1,70 bzw. 3,17 Millionen. An dritter Position liegt als größte Reiseregion das Erzgebirge mit rund 1,6 Mio. Gästeankünften und 2,0 Mio. Übernachtungen.

Eine überaus positive Entwicklung verzeichnet Sachsen beim Incoming. Die höchsten Zuwächse kommen dabei aus den östlichen Nachbarländern Polen und Russland: 22,6 Prozent mehr polnische Gäste generierten starke 36,7 Prozent mehr Übernachtungen. Damit liegt Polen unter den zwölf wichtigsten Quellmärkten nach Übernachtungen erstmals an erster Stelle noch vor den Niederlanden, die nur bei den Gästeankünften noch die Nummer 1 sind. Besonders erfreulich ist auch die Entwicklung aus Russland, wo es nach drei schwierigen Jahren aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 2017 ein hohes Wachstum von 38,0 Prozent mehr Gästeankünften und 29,5 Prozent mehr Übernachtungen gab. Die dritthöchsten Zuwächse unter den wichtigen europäischen Ländern gab es aus Tschechien mit plus 15,5 Prozent mehr Gästen und 17,2 Prozent mehr Nächtigungen.
Sehr erfreulich entwickelten sich auch die drei wichtigsten Überseemärkte. Vor allem aus dem größten Markt USA gab es nach längerer Zeit der Stagnation wieder ein zweistelliges Wachstum mit 19,0 Prozent mehr Ankünften und 15,0 Prozent mehr Gästeübernachtungen. Äußerst dynamisch war auch die Entwicklung aus China mit 38,0 Prozent mehr Gästen, die 19,5 Prozent mehr Übernachtungen in Sachsen generierten. Aus Japan lag der Zuwachs bei 5,8 bzw. 5,0 Prozent.

Einzelne Ergebnisse sind hier in Form von Grafiken dargestellt.

Studien von der ITB 2018

Auf der diesjährigen ITB wurden wieder zahlreiche Studien und Untersuchungen vorgestellt.

Die Reiseanalyeprognostiziert glänzende Aussichten für das Reisejahr 2018. Dabei wird es mehr Menschen geben, die im Vergleich zum Vorjahr mehr Geld ausgeben möchten als Menschen, die im Urlaub sparen möchten. Dabei achten die Urlauber auf Preis und Qualität, wobei bei 49% der Preis wichtiger war, bei 38 % die Qualität. Erstmals wurde das Destinationserlebnis thematisiert.  Wetter, Landschaft, Essen und Trinken sowie die Atmonsphäre am Urlaubsort sind die zentralen Elemente. Eine ausführliche Beschreibung dieses Sondermoduls wird folgen.
Bei den Kurzurlaubsreisen boomen die Städte. Auch hier steht Sachsen an sechster Position unter den Bundesländern, Dresden auf Platz 5 unter den Städten hinter Berlin, Hamburg, München und Köln.

Wie die Reiseströme weltweit aussehen, untersucht die IPK im World Travel Monitor. Das generelle Reisevolumen wächst auch weiterhin. Europa ist nach wie vor der größte Quellmarkt, Deutschland liegt nach Spanien und den USA weltweit auf Platz 3.  Das Thema "Overtourism" wurde erstmals mit analysiert.  Dabei schaut die IPK darauf, inwieweit sich Touristen von überlaufenden Gebieten abschrecken lassen. 24 % aller Auslandsreisenden hatten laut IPK das Gefühl, dass die besuchte Destination von Touristen überfüllt ist, aber nur 9 % fühlten sich auch beeinträchtigt. Eine ausführliche Erläuterung finden Sie im untenstehenden Beitrag. Der komplette IPK World Travel Trend Report 2017/2018 ist  hier zu finden.

Nach Ostdeutschland schaute traditionell das Sparkassen Tourismusbarometer, in diesem Jahr zum 21. Mal. Das Schwerpunktthema widmete sich  dem Beherbergungsmarkt der Zukunft. Mit großer Mehrheit wiesen die Teilnehmer den Konzeptbetrieben bzw. Themenhotels die größten Zukunftschancen zu, vor dem Budgetsegment, den Kettenhotels und den Luxusbetrieben. Die Präsentation kann man sich hier anschauen.

Auch der ADAC veröffentlicht auf der ITB die Ergebnisse seiner Trendforschung im Reisemarkt 2018, einer Befragung von 3.201 ADAC Mitgliedern,  zu ihren Urlaubsreisen ab 5 Tagen Dauer und ihren Urlaubsplanungen.  Deutschland ist weiterhin das Reiseziel Nummer 1 vor Spanien und Italien. Der ferne Osten legt weiterhin am stärksten zu. Die Sachsen haben mit 39% einen sehr hohen Deutschlandurlaubsreiseanteil und bei den Auslandsmärkten mit Spanien an erster Stelle( 11%)  auch das insgesamt beliebteste Auslandsreiseziel. Dann folgen aber Kroatien und Großbritannien, Länder die sonst selten unter den Favoriten auftauchen. Die komplette Präsentation der Ergebnisse ist hier zu finden.

Nicht nur die Autofahrer, auch die Radfahrer werden zu ihrem Reiseverhalten befragt. Die ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2018 berichtet über einen leichten Rückgang der Radreisen 2017 um 17% aber einem Anstieg der Tagsausflüge um 11%.  Zum 14. Mal in Folge wurde der Elberadweg mit deutlichem Abstand als beliebtester Radfernweg in Deutschland gekürt. Die gesamte Studie ist hier einzusehen.

Der VIR (Verband der Internet Reiseveranstalter) veröffentlichte Daten zum Onlinereisemarkt auf Basis der RA online und RA 2018. Bei den reisdenen Onlinern ist Google beim Kennenlernen, Interesse und Wünsche wecken die wichtigste Quelle, bei der Entscheidung aber dann die Website von Unterkünften und Online-Reiseportale. Beim Familienurlaub, den Städtereisen und dem Aktivurlaub liegt der Onlinebuchungsanteil bereits über 50%, bei allen anderen  Urlaubsarten noch darunter. Der VIR zählt auch die Buchungen per Email als Onlinebuchungen. Die Studie ist hierzu finden.

IPK World Travel Monitor - von Hans-Jürgen Goller

Man muß der Messe Berlin zubilligen, daß sie die ITB - ohnehin die wichtigste Reisefachmesse weltweit - in den letzten Jahren durch den gezielten Ausbau der ITB Convention, auf der wichtige Themen im Tourismus präsentiert werden, mit einem echten Mehrwert versehen hat. Ein wichtiger Programmpunkt ist jedes Jahr die Präsentation des IPK World Travel Monitors, den die Messe Berlin seit einigen Jahren als Partner der IPK fördert.

Prächtiges Jahr 2017 und der Tourismus wächst weiter

Der Vortrag von Rolf Freitag, dem Grandseigneur der Marktforschung in Europa, der IPK vor knapp 50 Jahren gegründet und den World Travel Monitor 1988 erstmals durchgeführt hat, ist jedes Jahr neben der Präsentation der ersten Ergebnisse der Reiseanalyse der wichtigste Beitrag der Marktforschung auf der ITB. Der Monitor wird jedes Jahr in 60 Ländern weltweit mit über einer halben Million Interviews erhoben und ist zweifellos die wichtigste Untersuchung im Hinblick auf den globalen Tourismus.

Und der entwickelt sich prima: um durchschnittlich 6,5 Prozent ist die Zahl  der Reisen ins Ausland im letzten Jahr weltweit gestiegen. Am dynamischsten entwickelte sich dabei der europäische Quellmarkt mit 7 Prozent Zuwachs,  vor Nord- und Südamerika mit jeweils 6 Prozent mehr Reisen sowie Asien,  wo die Zahl der Auslandsreisen um 5 Prozent zugenommen hat. Auch als Reiseziel ist Europa 2017 mit 8 Prozent mehr Besuchern am stärksten gewachsen. Dabei ist Spanien weltweit das beliebteste Reiseziel vor den USA und Deutschland. Frankreich und Italien folgen auf den Plätzen 4 und 5.

Am beliebtesten sind dabei nach wie vor Strand- und Badeurlaube, die im letzten Jahr nochmals um 9 Prozent zugenommen haben. Doppelt so hoch, nämlich 18 Prozent, war der Zuwachs bei den Städtereisen, die damit nach  wie vor der Wachstumstreiber im Tourismus sind. Rundreisen sind dagegen weltweit leicht um 1 Prozent zurückgegangen. Bemerkenswert auch der Zuwachs von 7 Prozent bei den Reisen ins Gebirge („Mountain Holidays“)  bzw. um 6 Prozent beim Urlaub auf dem Land („Country Holidays“).

Interessant sind auch die Zahlen für den Business Travel, der in den letzten zehn Jahren um 13 Prozent zugenommen hat. Aber während die traditionellen Geschäftsreisen um 10 Prozent abgenommen haben, ist der MICE-Sektor im gleichen Zeitraum um 35 (!) Prozent gewachsen.

Top 10 der Quellmärkte                          Top 10 der Reiseziele

                                                                    für Auslandsreisen

1      China                                                      1  Spanien

2      USA                                                         2  USA

3      Deutschland                                            3  Deutschland

4      Großbritannien                                        4  Frankreich

5      Frankreich                                               5  Italien

6      Kanada                                                    6  China

7      Niederlande                                             7  Großbritannien

8      Italien                                                       8  Mexiko

9      Schweiz                                                  9  Österreich

10   Russland                                                10 Kanada

Auch für das laufende Jahr gibt die IPK eine optimistische Prognose. Die Auslandsreisen werden voraussichtlich um 5 Prozent zunehmen.

Neben diesen Basiszahlen untersucht der World Travel Monitor auch  die Einstellungen der potentiellen Reisenden zu bestimmten Themen.

Risiken beim Reisen

Im Hinblick auf die Bedrohungen im Rahmen von Reisen konnte Rolf Freitag  nachweisen, daß etwa das Risiko, Opfer von Terroranschlägen zu werden,  vor allem in Europa erheblich geringer ist als es von den Medien dargestellt wird. So wurden nur 0,000001 Prozent aller internationalen Reisenden in Europa durch einen Terroranschlag getötet. Demgegenüber ist das Risiko,  ein Opfer von allgemeiner Kriminalität (Raub, Betrug, usw.) zu werden oder auf Reisen zu erkranken, mit 4 bzw. 3 Prozent aller Reisenden um ein vielfaches höher! Aufgrund der medialen Berichterstattung ist allerdings  die Wahrnehmung der Reisenden im Hinblick auf Reiserisiken eine völlig andere als es den Tatsachen entspricht: denn während 99,999999 Prozent  der Opfer auf Kriminalität und Krankheit zurückzuführen sind, sehen die Reisenden mögliche Terroranschläge als größtes Risiko (95 Prozent). 

Die Ergebnisse des IPK Travel Monitor zeigen auch, daß nur eine Minderheit der potentiellen Reisenden aus Terrorangst auf Reisen verzichtet. Im Februar 2018 zeigten sich 63 Prozent der weltweit Befragten von diesem Thema unbeeindruckt. Von den 37 Prozent, die angegeben haben, daß Terror und Terrorwarnungen einen Einfluss auf ihre Reisepläne für 2018 haben, wollen  ein gutes Drittel, nämlich 13 Prozent, auf Auslandsreisen verzichten. Knapp  zwei Drittel, 24 Prozent von ihnen, wollen trotzdem ins Ausland reisen, allerdings in Zielgebiete, die sie als sicher wahrnehmen. Im Hinblick auf  die Einschätzung, in welchem Land man Opfer eines Terroranschlags werden könnte, gelten die Schweiz, Kanada, Australien, die skandinavischen Länder und Österreich als die sichersten Reiseziele. Als besonders unsicher gelten  die Türkei, Israel, Ägypten und Tunesien. Deutschland, Spanien, Großbritannien und Frankreich liegen hier nur noch im Mittelfeld.

Massentourismus

Ein Thema, das zur Zeit in allen Medien wie die Sau durchs Dorf getrieben wird, ist der neuerdings gern so genannte „Overtourism“, also die Folgen des Massentourismus in bestimmten Destinationen. Hier verwies Rolf Freitag darauf, daß es sich überhaupt nicht um ein neues Phänomen handelt, sondern um eines, das ebenfalls durch die mediale Berichterstattung stark in den Fokus gerückt ist. In einer Sonderumfrage im September 2017 hat IPK International 29.000 Reisende in den 24 wichtigsten Quellmärkten weltweit zu diesem Thema befragt:

„Hatten Sie das Gefühl, daß Ihr Reiseziel während Ihres Aufenthaltes überfüllt war?“ Ein Viertel der Befragten weltweit (26%) hat dies bejaht, Dreiviertel (74%) verneinten dies. Allerdings sagten nur 9 Prozent, daß dies ein ernstes Problem für sie war und ihre Urlaubsqualität beeinträchtigt hat. Interessant ist dabei, im Rahmen welcher Urlaubsarten die Überfüllung am meisten negativ wahrgenommen worden ist und die Urlaubsqualität beeinträchtigt hat. Kreuzfahrten  (10 Prozent), Städtetrips und Strandurlaub (jeweils 9 Prozent) liegen hier genau im Durchschnitt. Dagegen liegt der Anteil beim Wintersporturlaub mit 19 Prozent doppelt so hoch!

„Overtourism“ scheint auch in erster Linie ein Problem für jüngere Reisende zu sein, denn hier „litten“ 13 Prozent darunter. Bei den Reisenden im Alter von 55+ waren es hingegen gerade einmal 5 Prozent. Wenn man sich anschaut, wie sensibel Reisende aus den verschiedenen Erdteilen auf die negativen Folgen  von Massentourismus reagieren, fällt auf, daß Europäer (8 Prozent) und Nordamerikaner (9 Prozent) dies deutlich weniger als Problem sehen als Asiaten (15 Prozent). Bei Reisenden aus Hongkong waren es 22 Prozent, aus Taiwan sogar 27 Prozent.

Sehr interessant und nach den o. g. Ergebnissen folgerichtig ist auch die Meinung, welche Städte von den Folgen des Massentourismus am meisten betroffen sind. Hier liegen nicht etwa Venedig, Barcelona, Palma de Mallorca oder Berlin vorn, sondern die beiden chinesischen Städte Kanton (24 Prozent) und Schanghai (23 Prozent). Auf dem dritten Platz rangiert Genf (!) mit 22 Prozent vor Peking (21 Prozent), Istanbul und Amsterdam (jeweils 19 Prozent) sowie Barcelona, Florenz und Venedig (jeweils 18 Prozent). Auf dem zehnten Platz liegen gemeinsam Brüssel, Frankfurt und München mit jeweils 17 Prozent. Berlin kommt unter den insgesamt gelisteten 23 Städten überhaupt nicht vor.  Auch bei der Einschätzung der Befragten, welche Regionen vom Massen-tourismus am meisten betroffen sind, ergeben sich interessante Ergebnisse, die stark von der medialen Berichterstattung abweichen. Hier liegt Nordchina (Große Mauer) mit 35 Prozent an erster Stelle, gefolgt von den Deutschen Nordseeinseln (32 Prozent), der Belgischen Küste (28 Prozent), dem Trentino (Dolomiten/Gardasee) mit 27 Prozent, der westlichen italienischen Mittelmeer-küste (26 Prozent) sowie Südchina und dem oberen Niltal (jeweils 24 Prozent). Mallorca kommt unter den fünfzehn meistgenannten Reisegebieten nicht vor!

Die genannten Prozentzahlen spiegeln natürlich die Wahrnehmung der Reisenden wieder und nicht die der jeweils einheimischen Bevölkerung.  Folgende Faktoren werden für die negativen Folgen des Massentourismus primär verantwortlich gemacht:

·         Billigairlines

·         Kreuzfahrtboom

·         Dramatische Kapazitätserweiterung bei Privatunterkünften durch Airbnb

·         Wachsende Bedeutung von Online-Plattformen

 

Schlussbemerkung des Autors:

Welche absurden Züge die mediale Berichterstattung zum Thema „Overtourism“ mitunter hat, zeigt sich am Beispiel Island: hier haben in jüngster Vergangenheit z. B. DER SPIEGEL und andere Medien beklagt, wie sehr die Insel unter dem Massentourismus leide, der in den letzten Jahren stark zugenommen habe. Dieser Einschätzung wurde auf der ITB durch Sigridur Ragnasdottir von Visit Iceland heftig widersprochen: „Overtourism“ sei auf der Insel überhaupt kein Problem.

Für unsere Leser zur Info:

Island hat eine Fläche von 103.000 km²  und hatte im letzten Jahr 2,2 Millionen Gästeankünfte. Sachsen hat eine Fläche von 18.416 km² und hatte 7,85 Millionen Gästeankünfte und deutlich mehr Tagestouristen als Island.

 Na, leiden Sie schon unter Massentourismus?

 Hans-Jürgen Goller

SCMI-Szenarienstudie Die Zukunft des Tourismus

Zukunft des Tourismus

Die Gesellschaft Scenario Management International (ScMI), eine Aktiengesellschaft für Zukunftsgestaltung und Strategische Unternehmensführung, hat einen Blick in die Zukunft des Tourismus geworfen und acht Szenarien entwickelt, die hier verkürzt vorgestellt werden. Die verwendete Szenario-Technik basiert auf 22 Schlüsselfaktoren und beschreibt die sich daraus entwickelten vier Kerndimensionen, Entwicklung Binnentourismus, Entwicklung Incoming, Entwicklung Fernreisen und Entwicklung des allgemeinen Umfelds.

Das Szenario1 geht von einem breiten Wachstum aus, breiterer Arbeitsteilung und damit mehr Freizeit und weniger Erholungsbedürfnis, dafür mehr Erlebnisorientierung. Reiseziele stehen im mehr Wettbewerb, durch verbesserte Information (Digitalisierung) und Zugänglichkeit (Mobilität). Das Incoming wächst, die ausländischen Touristen kommen aber nicht wegen Kultur und Geschichte, sondern wegen der Landschaft und der Sicherheit

Szenario 2 geht davon aus, dass die die Einkommen steigen, aber damit auch die Arbeitsbelastung und das Bedürfnis nach Erholung. Dabei ist die Pauschalreise die bequemste, aber auch die sicherste Lösung denn dieses Szenario geht von eine instabilen globale Sicherheitslage aus. Das führt zu verstärkten Pauschalreisen ins bekannte europäische Ausland. Diejenigen, die im eigenen Land bleiben, haben sich an ihren Zielen mit zunehmender Konkurrenz ausländischer Touristen auseinanderzusetzen, da Deutschland als sicheres Reiseland sehr beliebt ist.

Szenario 3 geht ebenfalls von einer verschlechterten globalen Sicherheitslage und der damit steigenden Beliebtheit Deutschlands als Reiseziel der Einheimischen aber auch der internationalen Gäste aus. Die Fernreisen der Deutschen gehen damit zurück, aber auch durch ein verstärktes Auseinanderklaffen der Einkommen. Die Ausgabebereitschaft sinkt deutlich, günstige Angebote werden gesucht. Die ausländischen Gäste sind hingegen deutlich Ausgabe freundlicher, die deutsche Reisebranche profitiert.

Im vierten Szenario wird die Globalisierung zurückgedreht. Die Mobilität ist eingeschränkt, das Besinnen auf Heimat und Traditionen nimmt hingegen zu. Die Angst vor Armut nimmt zu, da das Wirtschaftswachstum erlahmt. Die Digitalisierung wird als Treiber dieser Entwicklung identifiziert, deswegen will man im Urlaub auch auf die Technik eher verzichten. Deutschland wandelt sich zu einen attraktiven Reiseziel für kulturliebende Individualreisende, die verstärkt die Angebote des öffentlichen Verkehrs nutzen. Auch die Unterkunft wird persönlicher, individueller und kleinteiliger. Die Anzahl der ausländischen Gäste steigt nicht, da es für sie keine entsprechenden Pauschalangebote gibt.

Das fünfte Szenario beschreibt einen Zusammenbruch des Reisemarktes durch eine verschlechterte Einkommensentwicklung und damit verbundenen geopolitischen und sozialen Konflikten, die die Lust am Reisen reduziert, auch bei den ausländischen Gästen. Stattdessen bleibt man in den eigenen vier Wänden und die Nachbarschaft wird immer wichtiger. Durch die geringer Zahlungsbereitschaft und zurückgehende Buchungen schrumpft der Hotelmarkt und auch Buchungsplattformen sind nicht mehr profitabel zu betreiben. Couchsurfing und kleine Bed&Breakfast sind beliebt, vermittelt über nichtkommerzielle Tauschbörsen. Auch Kultur-, Gastronomie- und Erlebnisangebote reduzieren sich auf die Angebote für die Einheimischen, die von Touristen dann mit genutzt werden.

Szenario 6 skizziert die allgegenwärtige und umfassende Digitalisierung, die die Arbeitswelt grundlegend verändert. Da man jederzeit und an jedem Ort der Welt erreichbar ist und arbeiten kann, verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Durch die weltweite Vernetzung nimmt das Fernweh rapide ab, Ablenkung schaffen einzigartige und spannende Erlebnisse, die man sowohl real im regionalen Umfeld findet oder digital erlebt. Teures und beschwerliches Reisen verliert gegen das virtuelle Erleben, Städtereisen und Kulturerlebnisse werden zu anstrengend. Durch den Nachfragerückgang leidet die Ferienhotellerie. Reiseveranstalter wandern in die digitale Bereitstellung von Urlaubsangeboten ab.

Im Szenario 7 ist die Welt durch die Digitalisierung und Globalisierung beschleunigt und befriedet. Wachsende Freizeit und Wohlstand fördern da Fernweh und damit die Fernreisen, wodurch das heimische Angebot an Attraktivität und damit die Regionen an Gästen und die Leistungsanbieter an Umsatz verlieren. Die weltweite Vernetzung erleichtert die Reiseplanung, Urlaub ist wertvoll und es wird gerne Geld dafür ausgegeben.

Das achte und letzte Szenario geht von globaler Mobilität, einer nachhaltig positiven Weltwirtschaft und der intelligenten Nutzung digitaler Innovationen als Rahmenbedingungen aus. Die stabile Sicherheitslage und gute Einkommen werden für individuelle Fernreisen genutzt. Fremde Kulturen erleben steht mehr im Vordergrund, Erholung ist durch entspannte Arbeitsprozesse weniger wichtig geworden. Auch die deutschen Reiseziele profitieren von der Entwicklung, in dem deutlich mehr ausländische Gäste individuellen Urlaub in Deutschland verbringen. Dabei stehen individuelle Freizeit und Erlebnisangebote, aber auch Unterkünfte im Focus.

Die beschriebenen Szenarien gehen sehr weit, zum Teil diametral auseinander, beschreiben aber, zum Teil vielleicht überzeichnet, in eine weite Bandbreite der möglichen Entwicklung. Die Szenario-Technik ist gegenüber einfachen Prognosetechniken hier überlegen, denn sie zeigt Alternativen auf und damit auch die Möglichkeit, die Entwicklung mit zu steuern, Fehlentwicklungen zu erkennen und nicht als gegeben hinzunehmen.

Wer die komplette Beschreibung lesen möchte, kann das hier tun.

Studien Wandermonitor und Wandern und Digitalisierung

Im März erschien der neuen Wandermonitor 2017, herausgegeben von der Hochschule Ostfalia, Prof. Dr. Quack. Hierfür wurden 1.118 Interviews von Wanderern ausgewertet, die schriftlich oder online während oder nach der Wanderung ausgefüllt wurden.
Das Durchschnittsalter betrug 48 Jahre, ungefähr die Hälfte der Befragten war über 50 Jahre, die andere Hälfte darunter. Kinder sind bei den Wanderungen sehr selten dabei. 50% wandern mehrmals im Monat, 7,9% sogar mehrmals in der Woche. Diese „Intensivwanderer" sind eher in den höheren Altersklassen zu finden. Der Bildungsstand ist außerordentlich hoch, 47,1% mit Hochschulabschluss und dazu noch 25,2% mit Abitur bzw. Fachhochschulreife.
Die Wanderintensität ist sehr verschieden, je seltener gewandert wird, desto mehr überwiegen mehrtätige Wanderungen. Der Strecken-Mittelwert der Wanderung betrug 14,3 Kilometer, die mittlere Dauer 4,2 Stunden.
Die Verpflegung bildete 2017 einen Befragungsschwerpunkt. Je häufiger gewandert wird, desto mehr spielt der eigene Proviant eine Rolle, aber die Gastronomie wir gerne geplant oder spontan genutzt. Gaststätten mit einfachen gastronomischen Angebot werden bevorzugt, regionale Produkte kommen gut an.
Haupt-Wanderanlässe sind „die Natur erleben“, „sich bewegen/aktiv sein“ und „die Region erleben“. Die Landschaft/Natur ist mit über 85% das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Wanderregion. Dass die Region ruhig, d.h. nicht überlaufen ist, ist für 55,8% der Befragten wichtig und die Qualität der Wanderwege für 48,4%. Bei der Auswahl des Wanderweges sind die Länge und die Beschilderung die wichtigsten Merkmale. Auch die die Ruhe mit 57,6% ganz weit oben bei den Auswahlkriterien.
Eine Zusammenfassung der Studie ist hier zu finden.

Zur ITB stellte die BTE Tourismus und Regionalberatung ihre Studie zur Bedeutung der Digitalisierung für das Wandern vor. Dabei wurden zwei Zielgruppen in einer Bevölkerungsstichprobe und einer Stichprobe unter den Mitgliedern des Wanderverbandes untersucht, zwei Zielgruppen, die sich schon aber nicht nur anhand der Altersstruktur deutlich unterscheiden.
Wegweiser, Markierungszeichen und Wanderkarten sind für beide Zielgruppen nach wie vor die meistgenutzten Informationsquellen zur Orientierung während der Wanderung. Danach folgen erst die digitalen Medien. 35% der Wanderverbandsmitglieder nutzen GPS-Geräte, aber nur 22% in der Bevölkerungsstichprobe. Dort spiel das Internet mit 36% die wesentlich größere Rolle als bei den organsierten Wanderern mit 16%. Der Anteil der Kartenapp-Nutzer ist ähnlich hoch, 38% in der Bevölkerungsstichprobe und 32% im Wanderverband.
Nach Google Maps (81%) werden Wetter-Apps (54%) und Apps der Region (34%) am häufigsten genutzt. Spezialisierte Anwendungen wie Komoot oder Outdooractive kommen bei der Bevölkerung nur auf einen Anteil von je 11%. 39% verzichten aber auch komplett und bewusst auf die Nutzung des Smartphones während der Wanderung. Die Präsentation der Studie ist hier zu finden.

7. TMGS-Marktforschungstag

Auf dem 7. Marktforschungstag des TMGS am 26.10.2017 in Dresden wurden die Ergebnisse von vier Studien vorgestellt. Bente Grimm vom NIT in Kiel und Matthias Gilbrich (TMGS) stellten ausgewählte Ergebnisse aus dem Modul Reiseentscheidung der Reiseanalyse 2017 vor. Im Anschluss daran präsentierte Bente Grimm Studienergebnisse aus dem zweiten Reiseanalysemodul 2017 zum Thema Content Marketing.

Nadine Reede vom Tourismusmarktforschungs- und Beratungsunternehmen inspektour hatte eine umfangreiche Präsentation aus dem Destination Brand zur Themenkompetenz deutscher Reiseziele und speziell Sachsens und Sachsen Reisegebiete  für die Gäste parat. Darüber hinaus wurden von ihr erste Ergebnisse einer impliziten Befragung zum Reiseland Sachsen vorgestellt. Mit dieser Befragung betraten inspektour und die TMGS methodisches Neuland in Bezug auf die Eigenschaftsbeurteilung von Reisezielen. Weitere Auswertungen dazu werden folgen.

Als vierte Vortragende präsentierte Andrea Kis vom LTV die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Studie Wirtschaftsfaktor Tourismus für Sachsen 2016,  die in regelmäßigen Abständen vom DWIF im Auftrag des SMWA für den LTV erhoben wird.

Die genannten Präsentationen stehen nebenstehend im Bereich Downloads zur Verfügung.

Für Fragen und weitere Informationen steht Ihnen Matthias Gilbrich gerne zur Verfügung.

DRV - Der deutsche Reisemarkt

Der DRV nutzt für seine Studie unterschiedlichen Quellen. Dabei liegt der Focus sowohl auf dem Incoming- bzw. Domestik-Tourismus als auch auf dem Outgoing-Tourismus. Hier eine kleine Zusammenstellung von Daten, die über bekannten Quellen von Reiseanalyse, amtlicher Statistik  und Reise-Monitor hinausgehen. Die Deutschen gehören zu den größten Nettodevisenbringern im internationalen Reiseverkehr. Die Reiseausgaben im Ausland entsprechen 4,3 % des gesamten privaten Verbrauchs der Bundesbürger. Ca. 2,9 Mio. Beschäftigte arbeiten in der Tourismusbranche, beispielsweise in den fast 10.00 Reisebüros oder bei über 2.500 Reiseveranstaltern. Der Anteil der organisierten Reisen über Reisebüros und Reiseveranstalter ist in den vergangenen Jahren von 41 % auf 49 % gestiegen. Dementsprechend ist der Anteil der komplett auf eigene Faust organsierten Reisen von 59% auf 34 %zurückgegangen. 30 % aller Urlaubsreisen werden heute online gebucht. Das Wachstum im Onlinebereich resultiert aber überwiegend aus dem Segment derjenigen, die ihre Reisen individuelle organisieren .Je kurzfristiger die Reise  vor dem Reisetermin gebucht wird, desto stärker wächst der Onlineanteil, bis auf 23,4% bei dem Buchungszeitrum unter einem Monat. Die Reisebürodichte (Reisebüro pro 100.000 Einwohnern) ist in Thüringen mit 15,1 und Sachsen mit 14,9 am höchsten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 11,2

Bei den weltweit beliebtesten Reisezielen liegt Deutschland auf Rang 7. Nach den Top 3 Frankreich, USA und Spanien folgt China bereits an Position 4. Vor Deutschland liegen dann noch Großbritannien und Italien.

Laut GfK Mobilitäts-Monitor werden knapp 500.000 private Tagesreisen ab 50 km Entfernung gemessen. Wobei 94% davon im Inland bleiben. Bei der Kurzurlaubsreise liegt die Sächsische Landeshauptstadt mit 2 % Marktanteil auf Rang 5, noch vor London (1,6%) Wien (1,0%) oder Paris (0,9%).

Mit 2,8 Mrd. Fahrgästen transportiert die Bahn mehr als das Zehnfache der Fluggesellschaften (223 Mio.).

Aus dem Geschäftsreisemarkt werden 74,3 Mio. Übernachtungen generiert. Die durchschnittlichen Ausgaben dafür  pro Tag lagen 2016 bei 155 €.

Gästebefragung Sachsen 2015/2016

Von Juni 2015 bis Mai 2016 wurden auf die Monate verteilt insgesamt 3.860 Touristen zu ihren Urlaubsaufenthalten in Sachsen befragt, 2.433 davon vor Ort und 1.427 online. Die Online-Stichprobe ist repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren, vor Ort wurden ebenso deutsche Urlaubsreisende ab 14 Jahren befragt. Ausländische Reisende konnten in der Untersuchung nicht berücksichtigt werden, da die vorgesehene Fallzahl keine validen Aussagen zu einzelnen Märkten zugelassen hätte.

Dabei ging es nicht nur um die Abfragen zum allgemeinen Reiseverhalten nach Unterkunftsart, Verkehrsmittel der Anreise oder Informationsquellen, der Schwerpunkt lag auf der Einschätzung der Zufriedenheit unterschiedlicher Angebotsfacetten, wie beispielsweise der Qualität und Vielfalt der Gastronomie, dem Kulturangebot oder den Sportangeboten.

Darüber hinaus wurde untersucht, welche Eigenschaften denn wichtig sind, damit die Gäste eine gute Bewertung abgeben, Sachsen bzw. eine Region in Sachsen als Reiseziel weiterempfehlen oder sie selbst wieder besuchen zu wollen, zusammengefasst als Loyalität.

Daraus sind über 5.000 Tabellen entstanden. Einige ausgewählte Ergebnisse mit entsprechender Kommentierung wurde nun in dem über 200 Seiten umfassenden Gesamtbericht veröffentlicht, wobei jeder Sächsischen Tourismus-Destination ein eigenes Kapitel gewidmet ist.

In diesen Kapiteln wird deutlich, worin sich die sächsischen Reiseziele voneinander unterscheiden und welche Eigenschaften für die eine Region wichtiger sind als für andere.

Für Sachsen insgesamt sind die Geschichte der Region sowie die kulturellen Sehenswürdigkeiten die wichtigsten Angebotseigenschaften für die Loyalität zu Sachsen, d.h. die Gesamtbewertung, die Weiterempfehlungsbereitschaft und die Wiederbesuchsabsicht.

Am besten bewertet wird aber die Gastfreundschaft. Dies zieht sich mehr oder weniger durch sämtliche sächsischen Regionen durch. Daneben sind sowohl die Landschaft und Natur, aber auch die Vielfalt und Qualität des gastronomischen Angebotes und die Qualität der Übernachtung die wichtigsten Loyalitäts-Treiber, die gleichzeitig auch die besten Bewertungen erhalten.

Dabei unterscheiden sich die Regionen deutlich voneinander. So erreicht beispielsweise das Sächsische Elbland in 13 von den 15 abgefragten Zufriedenheitsaspekten eine Top-Bewertung unter den ersten drei, die Sächsischen Schweiz in 11 von 15 und das Vogtland in 9 von 15, die Oberlausitz hingegen kann sich in keiner Kategorie unter den ersten drei platzieren.

Bei den Sportangeboten, Radwegen und Mountainbike-Strecken, Wellness- und Beauty-Angeboten sowie den Angeboten und Betreuung für Kinder  fällt die Bewertung für Sachsen unterdurchschnittlich aus, die Angebotsfacetten spielen aber für die Loyalität auch nur eine geringe Rolle.

Wichtiger für die Loyalität sind die Veranstaltungs- Unterhaltungs- und Kulturangebote. Hier gibt es noch einiges Verbesserungspotential in der Bewertung. Die Verkehrsanbindung wird von über 80% mit gut oder sehr gut bewertet, spielt jedoch - anders als vielleicht vermutet - nur  eine untergeordnete Rolle in Bezug auf die Gesamtbewertung, Wiederbesuchsabsicht oder Weiterempfehlungsbereitschaft.

Die Zielgruppen spezifische Analyse zeigt, dass die Rad- und Wanderurlauber sowie die Kultururlauber sich besonders von Sachsen begeistern lassen, denn die Zufriedenheitswerte mit dem sächsischen Angebot liegen in diesen Zielgruppen besonders hoch.

Heruntergebrochen auf die einzelnen sächsischen Reisziele lassen sich die Ergebnisse noch weiter differenzieren.

Ausgewählte Ergebnisse zu Sachsen und den sächsischen Reisegebieten sind nun im Gesamtbericht erschienen, den auch im Downloadbereich auf dieser Seite digital zur Verfügung steht. Die Fülle der Daten bietet vielfältige weitere Auswertungsmöglichkeiten, die die TMGS gerne, soweit möglich und sinnvoll, auf Anfrage vornimmt.

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Destination Monitor 2016

Für das Bundesland Sachsen liegen, anders als für die Sächsischen Regionen, jährlich Daten zum Reiseverhalten aus dem Destination Monitor vor. Gegenüber 2015 verliert Sachsen an Übernachtungen in nahezu allen Segmenten, bis auf die Urlaubsreisen mit vier und mehr Übernachtungen. Auch bei den Geschäftsreisen verliert Sachsen an Übernachtungen, gewinnt aber an geschäftlichen Tagesreisen. Mit dem Rückgang insgesamt verliert Sachsen auch Marktanteile am Gesamtmarkt bei den Übernachtungsreisen, den Tagesreisen und den Aufenthaltstagen.
Dabei weist Sachsen gegenüber dem Bundesdurchschnitt mit 46% einen um 6 % höheren Anteil an Übernachtungen bei den nicht gewerblichen Übernachtungen
Bei der Bewertung Sachsens als Reiseziel sind die Sachsen-Werte stabil geblieben, im Ranking hat Sachsen bei der Gesamtbewertung jedoch einige Plätze eingebüßt.
Der Übernachtungszuwachs bei den Urlaubsreisen und die leicht von 73€ auf 74 € gestiegenen durchschnittlichen Tagesausgaben führen, nach einem Rückgang 2015, wieder zu einem Anstieg der Wertschöpfung auf das Niveau von 2014.
In Bezug auf die Aktivitäten festigt Sachsen das Image als Kulturreiseland. Die kulturellen Aktivitäten liegen weit über dem Bundesdurchschnitt. Das Wandern als Aktivität gewinnt deutlich und liegt erstmals über dem Bundesdurchschnitt.
Der Destination Monitor 2016 beschäftigt sich mit dem Sonderthema Natururlaub. 60% aller Urlaubsreiseübernachtungen in Sachsen werden in Zusammenhang mit einem mit Natururlaub gesehen.
Der Natururlauber in Sachsen ist etwas älter als der Durchschnitt der Sachsenurlauber, er bevorzugt häufiger die Ferienwohnung als Unterkunft und reist verstärkt mit dem Pkw in die Flächenregionen. Sämtliche Informationsquellen werden gleichviel oder häufiger genutzt, besonders das Internet. Gebucht wird hingegen traditioneller per Telefon/Fax oder Email, bevorzugt beim Vermieter direkt.

Destination Brand 2016 - Themenkompetenz deutscher Reiseziele

Die 2016er Ausgabe der Destination Brand –Studienreihe untersucht nach drei Jahren nun zum wiederholten Mal die Themenkompetenz deutscher Reiseziele. Mit dieser dritten Messung ist es möglich, die Ergebnisse in der Entwicklung über einen Zeitraum von sechs Jahren zu vergleichen.

2016 wurden Insgesamt 172 Reiseziele untersucht. Dazu wurden 17.000 Personen von der GfK online befragt, sie bilden einen repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung im Alter von 14 bis 74 Jahren ab.

Neben den für alle Destinationen abgefragten Standardthemen Gesundheit, Kulinarik, Kultur, Natur und Wellness wurde für Sachsen zusätzlichen die Eignung für die Themen Events, Familienurlaub, Filmtourismus, Auf den Spuren Luthers, Rad fahren, Städtereise und Wandern untersucht.

Beim allgemeinen Interessenpotential stehen die Themen „sich in der Natur aufhalten“ und „Städtereise“ mit 67% bzw. 66% an den ersten beiden von 61 Plätzen. Martin Luthers Spuren und der Filmtourismus hingegen mit Platz 49 und 50 auf den hinteren Plätzen. Auch das Thema Industriekultur, das nicht explizit für Sachsen abgefragt wurde, erreicht beim allgemeinen Interesse nur Rang 35.

Dabei hat das Interesse an allen Standard-Themen im Vergleich zu 2013 durchgängig nachgelassen. Bei den Themen Städtereisen und Wandern ist es hingegen gestiegen, so wie auch bei Luther und Film, allerdings nur auf sehr niedrigem Niveau.

Sachsen erreicht auf einer Skala von 1 (gar nicht geeignet) bis 5 (sehr gut geeignet) bei allen abgefragten Themen Werte zwischen 3,3 bei Filmtourismus bis 4,1 für die Städtereise. Dabei stufen diejenigen, die Sachsen schon besucht haben, bei nahezu allen Themen die Eignung besser ein als die Themen-Interessierten oder alle Befragten. Die Ausnahme bildet das Thema Luther. Her sprechen die Themeninteressierten Sachsen eine deutlich bessere Eignung zu als die Besucher der Vergangenheit, was dafür spricht, dass es sich wirklich um ein Spezialthema für Kenner handelt.

Bei den Standardthemen sowie bei der Städtereise, dem Thema Wandern und Radfahren ist der Eignungszuspruch von 2010 zu 2016 durchgängig gestiegen, in den letzten 3 Jahren jedoch bei allen Themen bis auf die Kulinarik gesunken.

Von allen Standardthemen erreicht Sachsen nur beim Kultururlaub mit Rang 4 eine Platzierung unter den TOP 10 von 103 abgefragten Regionen. Bei den anderen Themen liegt Sachsen mit kleinen Abweichungen auf dem Bundesniveau der Regionen. Natur und Kulinarik liegen etwas darüber.

Eine grafische Aufarbeitung der Studie für die Sächsischen Ergebnisse steht hier bereit..

Daten zum Campingtourismus in Sachsen

Für das Thema Campingtourismus in Sachsen wurde aus verschiedenen Studien, u.a,. der Reiseanalyse und der Gästebefragung Sachsen Daten in einer Präsentation zusammengestellt, die hier einzusehen ist.

Aktuelle Marktforschungstätigkeit der TMGS

Damit der sächsische Tourismus die gesetzten Ziele auch künftig erreichen kann, ist eine immer professionellere Marktforschung eine unverzichtbare Basis und zwar sowohl im Hinblick auf die Landesebene, als auch im Hinblick auf die touristischen Destiantionen in Sachsen. Die TMGS hat daher in den letzten beiden Jahren Dank der vom SMWA zur Verfügung gestellten Mittel die Marktforschung sowohl für sich selbst, als auch für ihre Gesellschafter (also die Destinationen) massiv ausgebaut und wird dies auch in den nächsten beiden Jahren fortsetzen.

Reiseanalyse

Selbstverständlich wird die TMGS ihre bisherige Zusammenarbeit mit der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. im Hinblick auf die seit 1971 jährlich erhobene Reiseanalyse und ihre thematischen Spezialmodule weiter fortsetzen.

Dies gilt auch für die Sonderauswertungen für Sachsen durch das NIT Kiel. Die Reiseanalyse liefert aus Sicht der TMGS wie kein anderes Marktforschungstool Erkenntnisse über das Verhalten und die Erwartung von Reisenden im Hinblick auf die einzelnen Urlaubsarten und Angebote wie Aktiv-, Vital- oder Familienurlaub, Wellnessangebote sowie Kultur- und Städtereisen usw., die für die Produktentwicklung auch in Sachsen wichtig sind.