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Marktforschung

Die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH legt großen Wert auf eine genaue Analyse der touristischen Kennzahlen sowie eine breite und qualifizierte Marktforschung. Hier können Sie aktuelle Studien downloaden. Gern schicken wir Ihnen auch die Ergebnisberichte, soweit vorhanden, in Broschürenform zu. Bitte kontaktieren Sie uns bei Bedarf.

9. TMGS Marktforschungstag

Der neunte TMGS-Marktforschungstag stand im Zeichen der Sinus-Milieus. Den thematischen Schwerpunkt bildete zunächst die große TMGS-Sonderstudie zum Thema Kultur im Urlaub aus der Reiseanalyse 2019. Philipp Wagner vom NIT aus Kiel präsentierte ausgewählte Ergebnisse der Untersuchung. Die TMGS hatte diese Untersuchung beauftragt um zu überprüfen, ob sich Sachsen nach wie vor als Kulturreiseziel Nummer 1 unter den Flächenländern in Deutschland bezeichnen kann. Um das Ergebnis vorwegzunehmen:  Ja, Sachsen ist das Kulturreiseziel Nummer 1 in Deutschland, abgesehen von den Städten Berlin und Hamburg. Die Präsentation ist hier zu finden.

Im zweiten Vortrag stellte Manfred Tautscher vom Sinus Institut Heidelberg die Zielgruppensegmentierung anhand  der Sinus-Milieus in einer ausführlichen Übersicht vor und ging dann auf die Spezifika der Milieus für die touristische Vermarktung Sachsens ein, denn die Sinus Milieus als Zielgruppensegmentierung wird bei der TMGS zukünftig die reiseverhaltensbasierte  Zielgruppensegmentierung ablösen, da diese nicht mehr angeboten wird. Sein Vortrag ist hier als Download verfügbar.

Neben der Kultur ist die Natur das zweite wichtige touristische Angebot in Sachsen. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Reiseanalyse in aller Regelmäßigkeit und so konnte Bente Grimm vom NIT aus Kiel den Teilnehmern die aktuellen Ergebnisse des Sondermoduls Natur u.a. in Bezug auf sachsenspezifische Aspekte,  die Entwicklung der letzten Jahre, auf die Produktanforderungen und auch in Bezug auf die Sinus-Milieus vorstellen. Ihre Präsentation steht hier zum Download bereit.

Das Thema Tagestourismus ist marktforscherisch ein sehr schwer zu fassendes Forschungsobjekt. Das DWIF hat nun einen neuen Untersuchungsansatz entwickelt, den Sachsen als erstes Bundesland genutzt hat und nun über Ergebnisse für 12 Monate - auch mit Berücksichtigung der Sinus-Milieus - verfügt. Ausgewählte Ergebnisse der Studie stelle Dr. Mathias Feige von der dwif-Consulting GmbH aus Berlin vor. Sein Vortrag ist hier zu finden.

Touristische Halbjahresbilanz 2019

Die touristische Halbjahresbilanz Sachsens glänzt nicht so wie in den vergangen Jahren. Insgesamt liegt Sachsen mit 2,4% plus bei den Ankünften und plus 1,8% bei den Übernachtungen zwar im positiven Bereich, aber deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Dabei liegen bis auf das Vogtland mit -0,8%, das Elbland mit -5,1% und Dresden mit -2,2% bei den Übernachtungen alle anderen sächsischen Destinationen im Plus. In Dresden machen sich laut DMG vor allem die fehlenden Kongresse bemerkbar. Der Rückgang im Elbland ist u.a. durch den Wegfall einer großen Klinik mit großem Übernachtungsvolumen aus der Statistik erklärbar. Ohne die Übernachtungen in Vorsorge- und Reha-Kliniken beträgt der Übernachtungsrückgang im Elbland nur 0,7% im ersten Halbjahr.

Der Einfluss der Kliniken auf das Gesamtergebnis ist in den Regionen unterschiedlich groß. In Sachsen gesamt machen die Klinikübernachtungen  im ersten Halbjahr 13,5% der Gesamtübernachtungen aus. In der Oberlausitz sind es nur 7,5%,  im Erzgebirge 12%, in der Sächsischen Schweiz sind es schon ein Viertel alle Übernachtungen, im Elbland über 37% und im Vogtland sogar zwei Fünftel aller Übernachtungen. Dabei spielen die Klinikübernachtungen besonders im Winter eine große Rolle mit bis zu über 50% Anteil an den Übernachtungen in einzelnen Regionen.

Dabei ist auch das Verhältnis zum Angebot Betrachtens wert. In der Oberlausitz beträgt der Anteil der Kliniken an den Gästebetten keine 3%, in der Sächsischen Schweiz sind es immerhin schon 11,5% und im Elbland sowie dem Vogtland um die 20%. Im Erzgebirge sind es wieder nur ca. 5%.

Die durchschnittliche Auslastung in den Kliniken liegt bei allen so zwischen 80% und 90%, aber es gibt Unterschiede bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Sie beträgt in der Oberlausitz 24% und in der Sächsischen Schweiz 22%, Das Vogtland liegt mit 23%dazwischen. Im Erzgebirge liegt sie mit 17% am niedrigsten und im Elbland mit 32% weitaus höher als bei den innersächsischen Wettbewerbern.

Schaut man sich die neu gebildeten Destinationen DresdenElbland und LeipzigRegion an, hat LeipzigRegion erstmals DresdenElbland bei den Übernachtungen überrundet. Das liegt vor allem am erfreulichen Wachstum aus dem deutschen Markt, in dem Leipzig Zuwächse verzeichnet, Dresden aber Rückgänge.

Die Entwicklung aus dem Ausland - bei dem der Großteil der Übernachtungen in die beiden Städte Dresden und Leipzig geht -  sieht für beide Städte leider ähnlich schlecht aus. Bis auf Polen, Tschechien und Russland gibt es fast durchgehend Rückgänge aus den Auslandsmärkten. Damit liegt Sachsen im Deutschlandvergleich  - von wenigen Ausnahmen abgesehen  - immer unter der Deutschlandentwicklung. Bei den Ankünften bildet der Tschechische Markt die Ausnahme, bei den Übernachtungen der chinesische Markt.

In Dresden haben sich nur die osteuropäischen Märkte positiv entwickelt, Leipzig kann das Minus von etwas mehr als 3% aus dem Ausland durch den Zuwachs im deutschen Markt nicht nur ausgleichen, sondern ins ein positives Gesamtergebnis führen.

Vergleicht man die absoluten Übernachtungszahlen zwischen Dresden und Leipzig wird allerdings deutlich, dass Dresden in den meisten Auslandsmärkten mindestens 50% mehr Volumen aus dem Ausland generiert, bis zum vierfachen aus China. Die einzigen Ausnahmen bilden Großbritannien und Italien, wo das Dresdner Ergebnis nur knapp über dem Leipziger liegt.

Eine grafische Aufbereitung der Zahlen ist hier zu finden.

Tourismusbilanz 2018

Erstmals mehr als 20 Mio. Übernachtungen - Rekord auch bei den Gästeankünften

Die sächsische Tourismusbranche verzeichnete im abgelaufenen Jahr 2018 einen historischen Rekord: mit 20.086.757 Übernachtungen. In Beherbergungsbetrieben mit zehn und mehr Betten wurde die Zahl von 20 Millionen Übernachtungen erstmals überschritten. Und auch bei den Gästeankünften in den Beherbergungsbetrieben wurde mit 8.178.813 eine historische Marke erreicht. Die Zahlen bedeuten einen Zuwachs von 4,0 Prozent bei den Gästeankünften und 2,9 Prozent bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr. Auch 2017 war ein touristisches Rekordjahr mit hohen Zuwächsen gewesen.

Sehr erfreulich haben sich zudem einmal mehr die Zahlen ausländischer Gäste entwickelt. Auch hier wurde eine Schallmauer durchbrochen: Erstmals konnten die sächsischen Gastgeber mehr als eine Million Ausländer in ihren Betrieben begrüßen (1.008.160). Sie generierten 2.185.568 Übernachtungen, was einen Zuwachs von 6,2 Prozent und ebenfalls einen Rekordwert bedeutet. Damit hat Sachsen zum wiederholten Male einen höheren Zuwachs bei den Übernachtungen ausländischer Reisender erzielt als Deutschland mit 4,5 Prozent insgesamt. Auch bei den Gästeankünften aus dem Ausland liegt Sachsen mit 4,1 Prozent Plus über dem Bundesdurschnitt von 3,8 Prozent. Aus allen Top-Märkten wie Polen, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, den USA, Tschechien, Großbritannien und Russland konnten Steigerungen verzeichnet werden., wobei besonders aus den Märkten Russland, Österreich, den Niederlanden und Tschchien die Zuwächse an Ankünften und Übernachtungen deutlich höher waren als im Bundesdurchschnitt.

Die bundesweiten Zuwächse aus China und Japan erreichen Sachsen leider nicht. Aus diesem beiden vorrangig Städtereise-affinen Quellmärkten muss Sachsen Rückgänge verzeichnen. Aus Großbritannien und Polen liegen die Steigerungen bei den Gästeankünften über dem Bundesdurchschnitt, bei den Übernachtungssteigerungen darunter.

Sehr erfreulich ist zudem, dass alle Städte und fast alle Reisegebiete in Sachsen Zuwächse bei den Gäste- und Übernachtungszahlen erzielt haben. Die größte Steigerung bei den Gästeankünften verzeichnet die Sächsische Schweiz mit 9,4 Prozent, die Übernachtungen steigen um 6,0 Prozent. Leipzig setzt seine hohen Zuwächse der letzten Jahre fort und kann sich über 7,5 Prozent mehr Gäste und 6,5 Prozent mehr Übernachtungen freuen. Das Vogtland kommt auf 5,9 Prozent mehr Gäste und 3,0 Prozent mehr Übernachtungen.

Die mit Abstand meisten Gäste und Übernachtungen entfallen auf die Landeshauptstadt Dresden, die im letzten Jahr 2.247.007 Gäste begrüßen konnte (+3,4 Prozent), die 4.604.408 Übernachtungen generiert haben (+3,9 Prozent). An zweiter Stelle folgt Leipzig vor dem Erzgebirge.

Eine erste grafische Aufbereitung - auch im Bundeslandvergleich -finden Sie hier.

8. TMGS Marktforschungstag 2018

Auf dem 8. Marktforschungstag des TMGS am 30.10.2018 in Dresden wurden die Ergebnisse von vier Studien vorgestellt.

Henrike Beer vom NIT in Kiel stellte ausgewählte Ergebnisse aus der TMGS-Sonderfrage in der Reiseanalyse 2018 zum Thema Industriekultur vor. Dabei wurde sie von Hans-Jürgen Goller, dem Geschäftsführer der TMGS unterstützt. 

Anschließend präsentierte Norbert Weber von Motionlogic, Berlin Möglichkeiten der Nutzung von Mobilfunkdaten für die Tourismusbranche. Diese Präsentation kann leider nur auf Anfrage bei der TMGS im Einzelfall zur Verfügung gestellt werden.

Matthias Gilbrich (TMGS) widmete sich  ausgewählten Ergebnissen  einer studentischen Arbeit der FH Ostfalia zur vergleichenden Analyse der Social Media Auftritte der Bundesländer.

Den krönenden Abschluss bildete die gemeinsame Präsentation der Ergebnisse der Studie zum  Übernachtungstourismus in Sachsen 2018 von Bente Grimm, NIT und Prof. Dr. Eisenstein, IMT/ FH Westküste.

Die genannten Präsentationen stehen nebenstehend im Bereich Downloads zur Verfügung.

Der TMGS-Marktforschungstag 2019 ist für den 5.11.2019 in Dresden geplant.

 

Für Fragen und weitere Informationen steht Ihnen Matthias Gilbrich gerne zur Verfügung.

Sonderstudie Sachsen und Industriekultur im Rahmen der Reiseanalyse 2018

Im Hinblick auf das Jahr der Industriekultur 2020 in Sachsen und die kommende Landesausstellung im gleichen Jahr zum Thema Industriekultur hat die TMGS die touristische Relevantz des Themas für Sachsen im Rahmen der Reiseanalyse 2018 in Form einer Sonderstudie untersuchen lassen. In der Studie wurden zunächst Themeninteressen im Zusammenhang mit Urlaubsreisen generell, aber auch im Vergleich mit anderen Bundesländern sowie im Zeitvergleich untersucht. Im Anschluß folgte eine Kurzanalyse des Reisezielimages in unterschiedlichen Zielgruppen sowie  eine Analyse für Spezielthemen im Zusammenhang mit Urlaubsreisen sowie die Verknüpfung von Reisezielinteressen und Themeninteresse am Beispiel Dampfeisenbahnen. Darüber hinaus wurde untersucht, wie die Interessen an den unterschiedlichen Formen der Angebotsgestaltung industriekultureller Attraktionen aussehen.

Insgesamt besteht ein großes Interesse an allgemeinen Urlaubsformen wie beispielsweise Städtereisen oder Natururlaub, Sonderthemen u.a. zu industriekulturellen Aspekten sind von deutlich niedrigerem Interesse. Das Image Sachsens ist vor allem durch den Aspekt Städtereisen, aber auch durch (klassische) Kunst&Kultur sowie Aktivurlaube geprägt. Das Interesse an Attraktionen zum Thema (Dampf-)Eisenbahn, Industriekultur, Automobilbau und Bergbau in Zusammenhang mit Urlaubsreisen liegt bei jeweils 10%, das Interesse zum Thema Textilindustrie liegt deutlich darunter.

Am häufigsten wird das Reiseziel Sachsen mit Attraktionen zum Thema Bergbau und (Dampf-) Eisenbahn verbunden, gefolgt von den Attraktionen zu den Themen Automobilbau und Industriekultur.

Alte Technik in Aktion zu sehen sowie Erklärungen/Führungen zu erhalten, sind die mit Abstand wichtigsten Aspekte bei einem Besuch der Attraktionen. Bei der Gestaltung der Angebote ist die Berücksichtung des Alters wichtig. Digitale Aspekte wie VR-Anwendungen sind nur für die jüngeren Zielgruppen relevant, für ältere eher die Vorführungen aktiver alter Technik. Im Grunde genommen sind es mehr die industriegeschichtlichen als die industriekulturellen Aspekte, unter denen das Thema touristisch interessant ist und kommuniziert werden kann.

Die komplette umfangreiche Studie kann hier heruntergeladen werden.

Zentrale Ergebnisse Der Reiseanalyse 2018 aus dem Ergebnisbericht

In Anbetracht der aktuellen Wetterlage ist festzuhalten, dass auch 2017 zu einem der heißesten Jahre in der modernen Klimageschichte zählte.

Die Reiseanalyse 2018 berichtet kaum Veränderungen, beschreibt eher langjährige Trends, wie überdurchschnittliche Reiseintensität bei den höheren Einkommensklassen und die Zunahme bei den Kurzreisen.

Es ist eine stabile bis leicht positive Entwicklung zu erwarten, außergewöhnlichen Veränderungen sind auch  in naher Zukunft nicht vorauszusehen. Der Anteil der Bevölkerung, der weder Urlaubs- noch Kurzreisen unternimmt liegt konstant bei 16%. Die  Anteile in den sehr alten Altersgruppen, den unteren Einkommensgruppen und den gesundheitlich eingeschränkten Personen  sind hier deutlich höher als im Durchschnitt.

Der Anteil der Mehrfachreisenden ist unter den ganz jungen (bis 20 Jahre) und den Älteren ab 50 Jahre besonders hoch, wobei die zweite Zielgruppe für uns besonders relevant ist. Im Zeitverlauf seit der Messung der Reiseanalyse 1971 kann man aktuell von einer Sättigung sprechen, ein gewisser Anteil von Nicht-Reisenden wird es immer geben.

In Anbetracht des vergleichsweise hohen Anteils an Ostdeutschen Urlaubern in Sachsen lohnt ein Blick auf die Reiseausgaben. Bei den Reiseausgaben pro Person und Urlaubsreise liegen die Ostdeutschen leicht hinter den Westdeutschen und die Deutschlandreisen auf relativ stabilem Niveau, wohingegen für Mittelmeerreisen und Fernreisen mehr ausgegeben wurde.

Dabei steht bei den Inlandsreisen die Preisgünstigkeit  stärker im Fokus im Vergleich zu den Auslandsreisen, wo der günstige Preis zwar auch die höchsten Nennungen hat, aber die Qualitätskriterien einen deutlich höheren Anteil haben als im Inland.

Den gesamten Artikel kann man hier lesen

SCMI-Szenarienstudie Die Zukunft des Tourismus

Zukunft des Tourismus

Die Gesellschaft Scenario Management International (ScMI), eine Aktiengesellschaft für Zukunftsgestaltung und Strategische Unternehmensführung, hat einen Blick in die Zukunft des Tourismus geworfen und acht Szenarien entwickelt, die hier verkürzt vorgestellt werden. Die verwendete Szenario-Technik basiert auf 22 Schlüsselfaktoren und beschreibt die sich daraus entwickelten vier Kerndimensionen, Entwicklung Binnentourismus, Entwicklung Incoming, Entwicklung Fernreisen und Entwicklung des allgemeinen Umfelds.

Das Szenario1 geht von einem breiten Wachstum aus, breiterer Arbeitsteilung und damit mehr Freizeit und weniger Erholungsbedürfnis, dafür mehr Erlebnisorientierung. Reiseziele stehen im mehr Wettbewerb, durch verbesserte Information (Digitalisierung) und Zugänglichkeit (Mobilität). Das Incoming wächst, die ausländischen Touristen kommen aber nicht wegen Kultur und Geschichte, sondern wegen der Landschaft und der Sicherheit

Szenario 2 geht davon aus, dass die die Einkommen steigen, aber damit auch die Arbeitsbelastung und das Bedürfnis nach Erholung. Dabei ist die Pauschalreise die bequemste, aber auch die sicherste Lösung denn dieses Szenario geht von eine instabilen globale Sicherheitslage aus. Das führt zu verstärkten Pauschalreisen ins bekannte europäische Ausland. Diejenigen, die im eigenen Land bleiben, haben sich an ihren Zielen mit zunehmender Konkurrenz ausländischer Touristen auseinanderzusetzen, da Deutschland als sicheres Reiseland sehr beliebt ist.

Szenario 3 geht ebenfalls von einer verschlechterten globalen Sicherheitslage und der damit steigenden Beliebtheit Deutschlands als Reiseziel der Einheimischen aber auch der internationalen Gäste aus. Die Fernreisen der Deutschen gehen damit zurück, aber auch durch ein verstärktes Auseinanderklaffen der Einkommen. Die Ausgabebereitschaft sinkt deutlich, günstige Angebote werden gesucht. Die ausländischen Gäste sind hingegen deutlich Ausgabe freundlicher, die deutsche Reisebranche profitiert.

Im vierten Szenario wird die Globalisierung zurückgedreht. Die Mobilität ist eingeschränkt, das Besinnen auf Heimat und Traditionen nimmt hingegen zu. Die Angst vor Armut nimmt zu, da das Wirtschaftswachstum erlahmt. Die Digitalisierung wird als Treiber dieser Entwicklung identifiziert, deswegen will man im Urlaub auch auf die Technik eher verzichten. Deutschland wandelt sich zu einen attraktiven Reiseziel für kulturliebende Individualreisende, die verstärkt die Angebote des öffentlichen Verkehrs nutzen. Auch die Unterkunft wird persönlicher, individueller und kleinteiliger. Die Anzahl der ausländischen Gäste steigt nicht, da es für sie keine entsprechenden Pauschalangebote gibt.

Das fünfte Szenario beschreibt einen Zusammenbruch des Reisemarktes durch eine verschlechterte Einkommensentwicklung und damit verbundenen geopolitischen und sozialen Konflikten, die die Lust am Reisen reduziert, auch bei den ausländischen Gästen. Stattdessen bleibt man in den eigenen vier Wänden und die Nachbarschaft wird immer wichtiger. Durch die geringer Zahlungsbereitschaft und zurückgehende Buchungen schrumpft der Hotelmarkt und auch Buchungsplattformen sind nicht mehr profitabel zu betreiben. Couchsurfing und kleine Bed&Breakfast sind beliebt, vermittelt über nichtkommerzielle Tauschbörsen. Auch Kultur-, Gastronomie- und Erlebnisangebote reduzieren sich auf die Angebote für die Einheimischen, die von Touristen dann mit genutzt werden.

Szenario 6 skizziert die allgegenwärtige und umfassende Digitalisierung, die die Arbeitswelt grundlegend verändert. Da man jederzeit und an jedem Ort der Welt erreichbar ist und arbeiten kann, verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Durch die weltweite Vernetzung nimmt das Fernweh rapide ab, Ablenkung schaffen einzigartige und spannende Erlebnisse, die man sowohl real im regionalen Umfeld findet oder digital erlebt. Teures und beschwerliches Reisen verliert gegen das virtuelle Erleben, Städtereisen und Kulturerlebnisse werden zu anstrengend. Durch den Nachfragerückgang leidet die Ferienhotellerie. Reiseveranstalter wandern in die digitale Bereitstellung von Urlaubsangeboten ab.

Im Szenario 7 ist die Welt durch die Digitalisierung und Globalisierung beschleunigt und befriedet. Wachsende Freizeit und Wohlstand fördern da Fernweh und damit die Fernreisen, wodurch das heimische Angebot an Attraktivität und damit die Regionen an Gästen und die Leistungsanbieter an Umsatz verlieren. Die weltweite Vernetzung erleichtert die Reiseplanung, Urlaub ist wertvoll und es wird gerne Geld dafür ausgegeben.

Das achte und letzte Szenario geht von globaler Mobilität, einer nachhaltig positiven Weltwirtschaft und der intelligenten Nutzung digitaler Innovationen als Rahmenbedingungen aus. Die stabile Sicherheitslage und gute Einkommen werden für individuelle Fernreisen genutzt. Fremde Kulturen erleben steht mehr im Vordergrund, Erholung ist durch entspannte Arbeitsprozesse weniger wichtig geworden. Auch die deutschen Reiseziele profitieren von der Entwicklung, in dem deutlich mehr ausländische Gäste individuellen Urlaub in Deutschland verbringen. Dabei stehen individuelle Freizeit und Erlebnisangebote, aber auch Unterkünfte im Focus.

Die beschriebenen Szenarien gehen sehr weit, zum Teil diametral auseinander, beschreiben aber, zum Teil vielleicht überzeichnet, in eine weite Bandbreite der möglichen Entwicklung. Die Szenario-Technik ist gegenüber einfachen Prognosetechniken hier überlegen, denn sie zeigt Alternativen auf und damit auch die Möglichkeit, die Entwicklung mit zu steuern, Fehlentwicklungen zu erkennen und nicht als gegeben hinzunehmen.

Wer die komplette Beschreibung lesen möchte, kann das hier tun.

Gästebefragung Sachsen 2015/2016

Von Juni 2015 bis Mai 2016 wurden auf die Monate verteilt insgesamt 3.860 Touristen zu ihren Urlaubsaufenthalten in Sachsen befragt, 2.433 davon vor Ort und 1.427 online. Die Online-Stichprobe ist repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren, vor Ort wurden ebenso deutsche Urlaubsreisende ab 14 Jahren befragt. Ausländische Reisende konnten in der Untersuchung nicht berücksichtigt werden, da die vorgesehene Fallzahl keine validen Aussagen zu einzelnen Märkten zugelassen hätte.

Dabei ging es nicht nur um die Abfragen zum allgemeinen Reiseverhalten nach Unterkunftsart, Verkehrsmittel der Anreise oder Informationsquellen, der Schwerpunkt lag auf der Einschätzung der Zufriedenheit unterschiedlicher Angebotsfacetten, wie beispielsweise der Qualität und Vielfalt der Gastronomie, dem Kulturangebot oder den Sportangeboten.

Darüber hinaus wurde untersucht, welche Eigenschaften denn wichtig sind, damit die Gäste eine gute Bewertung abgeben, Sachsen bzw. eine Region in Sachsen als Reiseziel weiterempfehlen oder sie selbst wieder besuchen zu wollen, zusammengefasst als Loyalität.

Daraus sind über 5.000 Tabellen entstanden. Einige ausgewählte Ergebnisse mit entsprechender Kommentierung wurde nun in dem über 200 Seiten umfassenden Gesamtbericht veröffentlicht, wobei jeder Sächsischen Tourismus-Destination ein eigenes Kapitel gewidmet ist.

In diesen Kapiteln wird deutlich, worin sich die sächsischen Reiseziele voneinander unterscheiden und welche Eigenschaften für die eine Region wichtiger sind als für andere.

Für Sachsen insgesamt sind die Geschichte der Region sowie die kulturellen Sehenswürdigkeiten die wichtigsten Angebotseigenschaften für die Loyalität zu Sachsen, d.h. die Gesamtbewertung, die Weiterempfehlungsbereitschaft und die Wiederbesuchsabsicht.

Am besten bewertet wird aber die Gastfreundschaft. Dies zieht sich mehr oder weniger durch sämtliche sächsischen Regionen durch. Daneben sind sowohl die Landschaft und Natur, aber auch die Vielfalt und Qualität des gastronomischen Angebotes und die Qualität der Übernachtung die wichtigsten Loyalitäts-Treiber, die gleichzeitig auch die besten Bewertungen erhalten.

Dabei unterscheiden sich die Regionen deutlich voneinander. So erreicht beispielsweise das Sächsische Elbland in 13 von den 15 abgefragten Zufriedenheitsaspekten eine Top-Bewertung unter den ersten drei, die Sächsischen Schweiz in 11 von 15 und das Vogtland in 9 von 15, die Oberlausitz hingegen kann sich in keiner Kategorie unter den ersten drei platzieren.

Bei den Sportangeboten, Radwegen und Mountainbike-Strecken, Wellness- und Beauty-Angeboten sowie den Angeboten und Betreuung für Kinder  fällt die Bewertung für Sachsen unterdurchschnittlich aus, die Angebotsfacetten spielen aber für die Loyalität auch nur eine geringe Rolle.

Wichtiger für die Loyalität sind die Veranstaltungs- Unterhaltungs- und Kulturangebote. Hier gibt es noch einiges Verbesserungspotential in der Bewertung. Die Verkehrsanbindung wird von über 80% mit gut oder sehr gut bewertet, spielt jedoch - anders als vielleicht vermutet - nur  eine untergeordnete Rolle in Bezug auf die Gesamtbewertung, Wiederbesuchsabsicht oder Weiterempfehlungsbereitschaft.

Die Zielgruppen spezifische Analyse zeigt, dass die Rad- und Wanderurlauber sowie die Kultururlauber sich besonders von Sachsen begeistern lassen, denn die Zufriedenheitswerte mit dem sächsischen Angebot liegen in diesen Zielgruppen besonders hoch.

Heruntergebrochen auf die einzelnen sächsischen Reisziele lassen sich die Ergebnisse noch weiter differenzieren.

Ausgewählte Ergebnisse zu Sachsen und den sächsischen Reisegebieten sind nun im Gesamtbericht erschienen, den auch im Downloadbereich auf dieser Seite digital zur Verfügung steht. Die Fülle der Daten bietet vielfältige weitere Auswertungsmöglichkeiten, die die TMGS gerne, soweit möglich und sinnvoll, auf Anfrage vornimmt.

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Destination Brand 2016 - Themenkompetenz deutscher Reiseziele

Die 2016er Ausgabe der Destination Brand –Studienreihe untersucht nach drei Jahren nun zum wiederholten Mal die Themenkompetenz deutscher Reiseziele. Mit dieser dritten Messung ist es möglich, die Ergebnisse in der Entwicklung über einen Zeitraum von sechs Jahren zu vergleichen.

2016 wurden Insgesamt 172 Reiseziele untersucht. Dazu wurden 17.000 Personen von der GfK online befragt, sie bilden einen repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung im Alter von 14 bis 74 Jahren ab.

Neben den für alle Destinationen abgefragten Standardthemen Gesundheit, Kulinarik, Kultur, Natur und Wellness wurde für Sachsen zusätzlichen die Eignung für die Themen Events, Familienurlaub, Filmtourismus, Auf den Spuren Luthers, Rad fahren, Städtereise und Wandern untersucht.

Beim allgemeinen Interessenpotential stehen die Themen „sich in der Natur aufhalten“ und „Städtereise“ mit 67% bzw. 66% an den ersten beiden von 61 Plätzen. Martin Luthers Spuren und der Filmtourismus hingegen mit Platz 49 und 50 auf den hinteren Plätzen. Auch das Thema Industriekultur, das nicht explizit für Sachsen abgefragt wurde, erreicht beim allgemeinen Interesse nur Rang 35.

Dabei hat das Interesse an allen Standard-Themen im Vergleich zu 2013 durchgängig nachgelassen. Bei den Themen Städtereisen und Wandern ist es hingegen gestiegen, so wie auch bei Luther und Film, allerdings nur auf sehr niedrigem Niveau.

Sachsen erreicht auf einer Skala von 1 (gar nicht geeignet) bis 5 (sehr gut geeignet) bei allen abgefragten Themen Werte zwischen 3,3 bei Filmtourismus bis 4,1 für die Städtereise. Dabei stufen diejenigen, die Sachsen schon besucht haben, bei nahezu allen Themen die Eignung besser ein als die Themen-Interessierten oder alle Befragten. Die Ausnahme bildet das Thema Luther. Her sprechen die Themeninteressierten Sachsen eine deutlich bessere Eignung zu als die Besucher der Vergangenheit, was dafür spricht, dass es sich wirklich um ein Spezialthema für Kenner handelt.

Bei den Standardthemen sowie bei der Städtereise, dem Thema Wandern und Radfahren ist der Eignungszuspruch von 2010 zu 2016 durchgängig gestiegen, in den letzten 3 Jahren jedoch bei allen Themen bis auf die Kulinarik gesunken.

Von allen Standardthemen erreicht Sachsen nur beim Kultururlaub mit Rang 4 eine Platzierung unter den TOP 10 von 103 abgefragten Regionen. Bei den anderen Themen liegt Sachsen mit kleinen Abweichungen auf dem Bundesniveau der Regionen. Natur und Kulinarik liegen etwas darüber.

Eine grafische Aufarbeitung der Studie für die Sächsischen Ergebnisse steht hier bereit..

Daten zum Campingtourismus in Sachsen

Für das Thema Campingtourismus in Sachsen wurde aus verschiedenen Studien, u.a,. der Reiseanalyse und der Gästebefragung Sachsen Daten in einer Präsentation zusammengestellt, die hier einzusehen ist.

Aktuelle Marktforschungstätigkeit der TMGS

Damit der sächsische Tourismus die gesetzten Ziele auch künftig erreichen kann, ist eine immer professionellere Marktforschung eine unverzichtbare Basis und zwar sowohl im Hinblick auf die Landesebene, als auch im Hinblick auf die touristischen Destiantionen in Sachsen. Die TMGS hat daher in den letzten beiden Jahren Dank der vom SMWA zur Verfügung gestellten Mittel die Marktforschung sowohl für sich selbst, als auch für ihre Gesellschafter (also die Destinationen) massiv ausgebaut und wird dies auch in den nächsten beiden Jahren fortsetzen.

Reiseanalyse

Selbstverständlich wird die TMGS ihre bisherige Zusammenarbeit mit der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. im Hinblick auf die seit 1971 jährlich erhobene Reiseanalyse und ihre thematischen Spezialmodule weiter fortsetzen.

Dies gilt auch für die Sonderauswertungen für Sachsen durch das NIT Kiel. Die Reiseanalyse liefert aus Sicht der TMGS wie kein anderes Marktforschungstool Erkenntnisse über das Verhalten und die Erwartung von Reisenden im Hinblick auf die einzelnen Urlaubsarten und Angebote wie Aktiv-, Vital- oder Familienurlaub, Wellnessangebote sowie Kultur- und Städtereisen usw., die für die Produktentwicklung auch in Sachsen wichtig sind.