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Schloss MoritzburgSchloss RochlitzSchloss und Park in Bad Muskau

Genussreiseziel Schlösserland Sachsen

Von Ananas und Kiwis: überraschend sächsisch

Auf der Blumen- und Gartenschau im Klosterpark Altzella (24. bis 25. Juni) gehört Werner Merkel Jahr für Jahr zu den heimlichen Stars: 2004 brachte er die erste "Sachsen-Kiwi" in den Handel. Noch heute züchtet das 80 Jahre alte Urgestein in seinem 1 600 Quadratmeter großen Garten die sogenannten "Kiwi-Berries". Exotische Früchte spielen auch in der langen Kulturgeschichte des Schlösserland Sachsen eine Rolle: In Bad Muskau ließ Fürst Pückler im 19. Jahrhundert Ananas anbauen und plante gar eine Jahresproduktion von 3 000 Stück - was jedoch niemals umgesetzt wurde. Seit 2012 betreiben Gärtner im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau wieder Ananaszucht. In den neu instandgesetzten Gewächshäusern der Muskauer Schlossgärtnerei weist die Dauerausstellung "Ananas! Die Königin der Früchte im Muskauer Park" Besucher in Geschichte und Anzucht der Ananas ein.

Genuss im Schlösserland Sachsen

Orangeriekultur: Sachsen im Orangenfieber

Ein fruchtig lieblicher Duft zieht sich durch die barocken Gärten Sachsens. Die süße Versuchung der immergrünen Orangenbäume wusste besonders der Adel zu schätzen. Sie galt als Frucht der ewigen Jugend und wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von August dem Starken nach Sachsen gebracht. Seine Leidenschaft für die Zitrusgewächse leitete in Dresden die Orangeriekultur ein, dessen Symbol noch heute der über die Grenzen des Freistaats hinaus bekannte Dresdner Zwinger ist. Dieser entstand 1709 im Auftrag August des Starken, der seinen Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann mit dem Bau einer Orangerie beauftragte. Der Dresdner Zwinger bot daraufhin teilweise mehr als 500 Zitruspflanzen Unterschlupf in der kalten Jahreszeit. Im Laufe der Jahrhunderte jedoch geriet die Orangerie in Vergessenheit, übriggebliebene Zitrusbestände fanden in den Orangerien im Schloss und Park Pillnitz sowie im Barockgarten Großsedlitz ein neues Zuhause. Mitte Mai 2017 kehrten die Orangenbäume zurück: Dafür wurden 76 Zitruspflanzen aus Italien importiert und warteten zunächst im Barockgarten Großsedlitz auf ihren Wiedereinzug in den Dresdner Zwinger.

Sachsen im Orangenfieber

Mittelalterlich kochen im Schlösserland Sachsen

Deutlich zünftiger zeigt sich die kulinarische Seite des Schlösserland Sachsen auf Schloss Rochlitz. Vor 500 Jahren herrschte in der Schwarzküche emsiges Gewimmel, wenn zum Teil hunderte Gäste mit mehrgängigen Menüs bewirtet wurden. Heute bieten authentische Mittelalterkochkurse die Möglichkeit, unter kundiger Anleitung der Hofköchin sich selbst an der Zubereitung mittelalterlicher Speisen zu versuchen.

Wie in den Kochkursen auf Schloss Rochlitz, verwendet auch Kräuterfachfrau Koreen Vetter aus Nossen mit ihren Kursteilnehmern nur regionale und vor allem saisonale Lebensmittel. 2013 hat sie die Patenschaft für mehrere Kräuterbeete im Klosterpark übernommen und vermittelt in ihren Kräuterkochkursen und -seminaren Wissen rund um die alten Heilpflanzen.

Genießen wie im Mittelalter

Kurfürstliche Delikatessen: Moritzburger Fasane

Als August der Starke in Moritzburg ein- und ausging, waren im umliegenden Wald noch viele Fasane in freier Wildbahn unterwegs. Weil die edlen Vögel auf der kurfürstlichen Tafel immer gern gesehen waren, kam in dieser Zeit auch die Zucht der Wildvögel zur Blüte – unweit des Fasanenschlösschens in Moritzburg. 2006 wurde – nach 90 Jahren Pause – die Zucht am historischen Ort wiederaufgenommen. Führungen in der Fasanerie mit dem Fasanenzüchter im historischen Kostüm, wo Wissenswertes über den Park, das Fasanenschlösschen und die Fasanenzucht berichtet wird, sind besonders empfehlenswert.

Fasanerie in Moritzburg

Obstfreuden im Sächsischen Burgenland

Kloster Altzella geht auf die ehemalige Zisterzienserabtei Marienzell zurück, im Mittelalter das bedeutendste Kloster in Mittelsachsen. Das Prachtstück der Anlage ist bis heute ein einzigartiger Park im englischen Stil. Die Zisterzienser waren es auch, die im 12. Jahrhundert den Obstanbau nach Mittelsachsen brachten. Heute ist die Region Deutschlands drittgrößtes Obstanbaugebiet. Auf rund 4 900 Hektar werden jährlich um die 100 000 Tonnen Obst geerntet, darunter vor allem Äpfel, Sauerkirschen und Erdbeeren. Die Gegend rund um Leisnig ist nicht nur als „Obstland“, sondern auch als „Sächsisches Burgenland“ bekannt. Eine Fahrt durch die romantischen Obstfelder lässt sich folglich wunderbar mit einem Ausflug auf die zahlreichen Burgen und Schlösser verbinden. Dazu gehören neben Schloss Rochlitz auch Burg Mildenstein mit ihrer frisch restaurierten Schwarzküche, die ebenfalls Kochkurse anbietet, sowie Burg Kriebstein, Schloss Colditz und Burg Gnandstein.

Obst aus dem Sächsischen Burgenland