• Lausitzer Fischtage
Lausitzer FischtageAbfischen in WeigersdorfFischzucht in ErmischHaus der Tausend Teiche

Fischereien und Teichwirtschaften in Sachsen

Oberlausitz: Wie blaue Perlen in der Heidelandschaft

Die Oberlausitz besitzt eines der größten bewirtschafteten Teichgebiete Deutschlands. Schon im 13. Jahrhundert begannen Klöster und Großgrundbesitzer mit dem Anlegen von zahlreichen Teichen für die Zucht von Karpfen und anderen Fischen. Seit dem gilt die Oberlausitz auch als „Land der tausend Teiche“, und der Karpfen als Filetstück unter den Fischmahlzeiten. Auf rund 30 000 Hektar erstreckt sich die einzigartige Naturlandschaft in der zweisprachigen Lausitz, die seit 1996 als UNESCO-Biosphärenreservat international anerkannt ist. Über Jahrhunderte wurde auch das Wissen zur Fischzucht weitergegeben. In den Teichen wachsen seit jeher vor allem Karpfen heran, die nach drei Sommern ihre Verkaufsgröße erreicht haben. Aber auch Hechte, Schleie, Zander und Wels landen in den traditionell ausgelegten Netzen der Teichwirte.

Der Herbst ist die beste Jahreszeit, um die Fischregion zu erleben. Dann werden die Teiche abgelassen, Fischzüge beginnen bereits am frühen Morgen mit dem „Einholen der Ernte“ und traditionelle Abfischfeste werden gefeiert. Begleitet wird die Zeit des Abfischens von den Lausitzer Fischwochen – mit traditionellen Fischgerichten wie Karpfen blau auf den Tellern der Oberlausitzer Gasthäuser, mit spannenden Teichwanderungen und geführten Exkursionen durch die eindrucksvolle Heide- und Teichlandschaft oder mit exklusiven Wohlfühlangeboten für den Kurzurlaub in romantischen Landhotels der Region.

Seit 2008 sind in drei Betrieben – der Teichwirtschaft Klitten, der Kreba-Fisch GmbH und der Teichwirtschaft Uwe Ringpfeil/Wartha – insgesamt 270 Hektar Teiche auf ökologische Karpfenerzeugung umgestellt und für ökologischen Landbau zertifiziert.

Umfangreiche Informationen zum UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft bietet das „Haus der Tausend Teiche“ in Wartha. Eine multimediale Ausstellung, ein Riesenaquarium mit heimischen Fischen, wechselnde Sonderausstellungen, Shop und Imbiss, ein Wassererlebnisgelände zum Entdecken und Spielen sowie der Start des Naturerlebnispfades Guttauer Teiche lassen die Besucher direkt in die besondere Welt um Karpfen und Fischer Klaus eintauchen.

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Wo die Bachfischlein springen

Eingebettet zwischen der Sächsischen Schweiz und dem Lausitzer Bergland, am Fuße des Unterberges und gespeist vom frischen Quellwasser des Ottergrundbaches, widmet sich die Forellen- und Lachszucht Ermisch mit Leib und Seele den schmackhaften Wasserbewohnern. Die Zuchtteiche sind gefüllt mit Karpfen, Schleien, Hechten, Zander, Stören, aber natürlich auch mit Bachforellen und Regenbogenforellen, Lachsen, Saiblingen und Äschen, für die der Zuchtbetrieb schon fast berühmt ist. Zahlreiche Hotels und Restaurants der Region schätzen die Fischwaren des Familienbetriebs.

Seit 1994 sind die Fischwirte für das „Lachsprogramm 2000“ in Sachsen und der Tschechischen Republik aktiv – und stellen die Lachsbrut aus der eigenen Anlage zur Verfügung. Mit Erfolg, denn im Oktober 1998, vier Jahre nach dem Aussetzen, konnte Fischmeister Hans Ermisch den ersten Rückkehrer fangen. Seitdem fanden bis zu 200 laichreife Rückkehrer ihren Heimatfluss wieder und konnten erfolgreich ablaichen.

Die Köstlichkeiten aus Fluss und Teich können Besucher direkt im Hofladen erwerben. Zahlreiche Tipps und Tricks der Fischmeister für die perfekte Zubereitung der Fischmahlzeit gibt es gratis dazu. Wer lieber selbst Hand anlegt und die Angel ins Wasser halten möchte, kann dies an den zwei schönen Angelteichen in Neustadt tun – an 365 Tagen im Jahr. Der benötigte Erlaubnisschein für Einzelangler oder Gruppen ist im Büro bzw. Hofladen erhältlich.

Fischzucht Ermisch

Flossen und Scheren aus Tharandts Wäldern

In den dicht bewaldeten, südwestlichen Hügeln hinter Dresden ist die Fischwirtschaft beheimatet. Die Wilde Weißeritz rauscht durch enge Täler und speist dabei zahlreiche Teiche und Staubecken – die Kinderstube schmackhafter Forellen und anderer Speisefische. Schon im 19. Jahrhundert liefen die ersten Zuchtversuche, um die Population der Lachse und Forellen in den Flüssen zu stabilisieren.

Inzwischen steigt die Nachfrage nach Zuchtfischen aus landschaftlicher Urproduktion, wie sie die „Forellenzucht Tharandt“ praktiziert: Regenbogenforellen, Bachsaiblinge, Bachforellen und Lachsforellen in hervorragender Qualität. Das Besondere an diesen Fischen: Sie sind das ganze Jahr über erhältlich. Nicht nur die Frisch-Variante ist beliebt, auch als Räucherware werden sie gern gekauft.

Von den geschmacklichen Varianten können sich Gäste im Restaurant der Teichwirtschaft direkt überzeugen. Und noch eine weitere Besonderheit bietet die Teichwirtschaft in Tharandt bei Dresden: Der in Europa beheimatete, inzwischen aber nur noch selten vorkommende Edelkrebs wird hier ebenfalls gezüchtet. Die nach drei Jahren ausgewachsenen Tiere dienen der Wiederansiedlung in den sächsischen Gewässern, können aber auch Anfrage auch erworben werden.

Teichwirtschaft Voss

Die Wermsdorfer Fischmanufaktur

Zwischen Riesa und Leipzig liegen gar königliche Teiche. Im 16. Jahrhundert von Gutsherr Starschedel zu Mutzschen angelegt, erwarb der sächsische Kurfürst August die Wermsdorfer Teiche, die seither im Besitz der Wettiner bzw. des sächsischen Staates sind.

Auch nach 500 Jahren Fischzucht sind die Gewässer von hervorragender Qualität. So wachsen hier wohlschmeckende Speisefische wie verschiedenste Karpfenarten, Störe, Hechte, Zander, Welse, Barsche, Schleien und Weißfische. Die heutigen Pächter bewirtschaften insgesamt rund 800 Hektar Teichflächen – neben den Wermsdorfer Teichen auch den größten Teich Deutschlands, den Großen Teich von Torgau. Während die Tiere im Frühjahr und Sommer reifen, herrscht im Herbst und Winter Hochsaison für die Wermsdorfer Süßwasserfische. Frische hat dabei oberste Priorität: Geschlachtet und geräuchert wird nur nach Bedarf und Nachfrage, die Tiere leben so lange wie möglich, die Transportwege bleiben kurz. Neben den eigenen Zuchtfischen verarbeiten und veredeln die Fischexperten aber auch zugekaufte Meeresfische – alles, was das Herz des Fischliebhabers begehrt, ist hier täglich frisch erhältlich.

Wermsdorfer Fischmanufaktur

Teichwirtschaft Müglenz

Falk und Ev Gröger betreiben eine Teichwirtschaft mit 40 Teichen. Produziert werden Karpfen, Schleie, Hecht, Wels und Barsch. Die Speisefische werden in Müglenz im Hofverkauf mit Lebendfischbecken und kleinem Laden verkauft. Ihr Motto: „Beim Fischer immer frischer“. Freitags ist Räuchertag. Und auf Bestellung richten die Beiden z.B. Räucherfischessen im neuen „Fischereck“ aus.

Teichwirtschaft Müglenz

Teichwirtschaft Moritzburg

Frischer Fisch ist Fischers Fisch! Vom Zungenbrecher zum Gaumenschmaus - Gute Köche wissen Frische zu schätzen und kaufen deshalb gern beim Fischer. Auch geräucherte Ware und andere Fischprodukte sind geschmacklich hochwertiger, wenn die Verarbeitungszeit kurz ist. Der Hofladen in Bärnsdorf hat von September bis April geöffnet.

Teichwirtschaft Moritzburg