© Ulrich Schwarz

Heute

Ausstellung „Kaufmannspaläste an der Via Regia“

Auf einen Blick

Durch die länger werdenden Tageslichtphasen kann die Hallenhausaustellung „Kaufmannspaläste an der Via Regia“ in der Brüderstraße 9 wieder seine Pforten öffnen.

Der Saisonstart ist am 9. April 2022. Gleichzeitig wird an diesem Tag das Hallenhaus zum Veranstaltungsort für das Schlesische Nachtlesen von 17 bis 22 Uhr. Im Barocksaal werden Magdalena Lambertz (Kunsthistorikerin und Übersetzerin) und Dr. Michael Wieler (Bürgermeister) Gedichte aus „Der Augenblick. Chwila“ vortragen.  Das Hallenhaus in der Brüderstraße 9 ist unsaniert und lässt die Besucherinnen und Besucher in die Entstehungsgeschichte eintauchen. Neben dem Hauptausstellungsstück, dem Gebäude selbst, sind herausragende Fotoinstallationen von Ulrich Schwarz zu sehen. Gezeigt werden eine Auswahl exemplarischer Gebäude an der via Regia in Polen mit den Stationen Liebenthal, Greiffenberg, Schweidnitz, Krakau und Jaroslau. Die Gebäudekubatur der Brüderstraße 9 wird in einem hochpräzisen 3-D-Druck gezeigt. In drei Querschnitten durch das Gebäude wird somit die Anatomie des Hauses sichtbar und verständlich.
Darüber hinaus sehen Besucherinnen und Besucher in einem Animationsfilm die Entwicklung der Görlitzer Hallenhäuser in LEGO-Bauweise.  Das Gebäude Brüderstraße 9 ist nicht nur Ausstellungsort, sondern dient auch zu Forschungszwecken. Der Görlitzer Ratsarchivar forscht seit einigen Jahren an den Chronologien der Eigentümer von ausgewählten Görlitzer Hallenhäusern. Dabei stellte er fest, dass sowohl für dieses Hallenhaus, als auch für die meisten anderen Görlitzer Hallenhäuser nicht nur die Namen der Besitzer ermittelbar sind. Es ist erstaunlicherweise möglich, durch die nahezu vollständig vorhandenen Hausdokumente, wie Geschossbücher und Steuerunterlagen, umfangreiche Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie die im Haus lebenden Personen durch ihre Tätigkeiten und sich wandelnden Lebens- und Arbeitsbedürfnisse den fortwährenden Umbau der Häuser beeinflusst und die Funktionalität der Gebäude geprägt haben.  Das Gebäude gibt einen Blick in vergangene Zeiten frei. Gut erhalten sind typische Wandgestaltungen und Einbauten aus DDR Zeiten.
Restauratorische Befunduntersuchungen wurden im Jahr 2019 an Decke, Wänden und Fußbodenaufbau im ehemaligen Saal des 1. Obergeschosses von Frau Sabrina Gabriel durchgeführt. Frau Gabriel war zu diesem Zeitpunkt Studentin der Fachhochschule Erfurt und hat im Rahmen ihrer Masterarbeit Bestand- und Zustandsuntersuchungen vorgenommen. Gewonnen wurden Einblicke in das Innere der Konstruktion und das historische Dekorationsprogramm.

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