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Reformation und Kunst in Sachsen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden beherbergen heute die größte Sammlung von Stücken aus der Reformationszeit. Während im Grünen Gewölbe symbolhafte Exponate wie der Siegelring und der Mundbecher Martin Luthers ausgestellt werden, ist die Gemäldegalerie „Alte Meister“ reich mit bedeuten-den Bildern aus dem 16. Jahrhundert ausgestattet. Mit der Eröffnung eines weiteren Teils des Renaissanceflügels im Residenzschloss Dresden am 9. April 2017 wird eine Facette der Reformation dargestellt, die bisher kaum im Fokus des Interesses stand.

Kann es einen passenderen Ort geben, um Reformationskunst zu bewundern, als eine Kirche? In Sachsen beherbergen gleich mehrere Gotteshäuser wahre Schätze. Oft liegen diese fernab der großen Städte – so wie die spätgotische St.-Wolfgangs-Kirche in Schneeberg. Hier befindet sich der erste monumentale Reformationsaltar. Er gilt als eines der umfangreichsten Werke der Cranach-Werkstatt.

Auch in der Idylle der sächsischen Kleinstadt Augustusburg vermuten wohl die wenigsten Besucher ein Meisterwerk der Reformationskunst. Kenner jedoch wissen: In der Kirche des Renaissanceschlosses Augustusburg befindet sich eines der bemerkenswertesten Altarbilder aus der Reformationszeit. Lucas Cranach d. J., Sohn des einstigen Wittenberger Hofmalers, stellte darauf die Familie des Kurfürsten August und ihr evangelisches Glaubensverständnis dar. Das Bildnis ist auch deshalb kulturhistorisch einmalig, weil es das einzig erhaltene Abbild der kurfürstlichen Familie ist und als unschätzbares Zeitzeugnis Informationen dieser Epoche etwa in Bezug auf Bildsprache, Kleidung, Haltung und religiöse Aussage gibt. Die 1572 als eine der ersten protestantischen Schlosskirchen Mitteldeutschlands geweihte Kapelle des Schlosses  bildet den Rahmen für die Sonderausstellung „Luther & das Geheimnis des Cranach-Altars“ vom 29. April bis 5. November.

Schloss Hartenfels in Torgau wurde von Kurfürst Friedrich dem Weisen und seinen Nachfolgern zu einer prachtvollen Residenz ausgebaut. Die Schlosskirche ist der erste protestantische Kirchenneubau und wurde 1544 von Martin Luther selbst eingeweiht. Bauherr war, wie beim berühmten Großen Wendelstein, der erst vor Kurzem wieder in voller farbiger Pracht erstrahlten „unglaublichen Treppe“, Johann Friedrich der Großmütige, Neffe Friedrichs des Weisen und letzter sächsische Kurfürst aus der Linie der Ernestiner.

Weiter in die Geschichte eintauchen!

Vor allem in Süddeutschland und in der Schweiz vernichteten Anhänger der Reformation im 16. Jahrhundert zahlreiche katholische Gemälde, Skulpturen und Kirchenfenster. Diese Welle der Zerstörung ging als „Bildersturm“ in die Geschichte ein. Es ist der Weitsicht Luthers zu verdanken, dass in Sachsen noch heute kostbare, katholische Kunstwerke erhalten sind. Da die meisten Menschen im 16. Jahrhundert weder lesen noch schreiben konnten, waren sakrale Darstellungen ihr einziger Zugang zur Bibel. Der Reformator war sich der großen Bedeutung dieser Kunstwerke bewusst und setzte sich deshalb für ihren Erhalt ein.

Weiter in die Geschichte eintauchen: Die Katholische Seite der Reformation!

Portrait Martin Luthers von Lucas Cranach d. Ä.

Vielfältige Exponate, vielfältige Geschichten

Kann es einen passenderen Ort geben, um Reformationskunst zu bewunden, als authentische Ausstellungsorte? Besondere Einblicke in die Zeit der Reformation geben spannende Sonder- und Dauerausstellungen in Sachsen. 

 

Bühne frei für die Ausstellungs-Highlights zur Reformation in Sachsen!