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Die Kreisstadt am Hutberg liegt inmitten der westlichen Oberlausitz und zählt ungefähr 18.000 Einwohner. Kamenz, (sorbisch Kamjenc - "kleiner Ort am Stein") ist bekannt als Geburtsstadt des Dichters Gotthold Ephraim Lessing. 1225 wurde sie erstmals in einer Urkunde des Bischofs von Meißen erwähnt.
An der Nordwestecke des Marktplatzes steht das 1847 - 1848 erbaute Rathaus. Es wurde im Stil der italienischen Neorenaissance errichtet und sein Turm erreicht eine Höhe von 40 Metern. Erbaut vom Zittauer Baudirektor Schramm, nutzte dieser dazu die Vorlagen des Berliner Architekten Schinkel. Im mittelalterlichen Rathaus aus dem 16. Jahrhundert fand im Juli 1621 der erste Landtag der Oberlausitzer Städte unter sächsischer Pfandherrschaft statt.
Dieses Schmuckstück des Kamenzer Marktplatzes erinnert an den katholischen Bürgermeister Andreas Günther, der den Brunnen 1570 stiftete. Drei toskanische Säulen tragen einen dreieckigen, baldachinartigen Aufbau. Auf ihm steht Justitia mit Schwert und Waage. Drei Wappen zieren den Brunnen: Das Kamenzer Stadtwappen, das Wappen des Königreiches Böhmen und das deutsche Reichswappen.
Gegenüber vom Rathaus steht der älteste Gasthof der Stadt, welcher als sogenannter "Skundischer Gasthof" erstmals im Jahre 1550 Erwähnung fand. Seit 1613 und noch bis in die heutige Zeit hinein trägt er den Namen "Goldner Hirsch". Hier wurde 1729 die Tauffeier für Gotthold Ephraim Lessing ausgerichtet und hier logierten schon Blücher, Gneisenau, Scharnhorst, York sowie der Preusische Kronprinz. Eine Gedenktafel am Eingang erinnert daran, daß das Gebäude beim Stadtbrand 1842 verschont blieb.
Auf der reliefartig gestalteten Grabplatte ist ein Mann in Ratsherrentracht des 16. Jahrhunderts zu sehen. Diese Platte erinnert an Hans Wagener, den Oberältesten der Schuhmacherinnung. Diese Innung stiftete in der St. Annenkirche des Franziskanerklosters den Annenaltar. Wahrscheinlich unterstützte der Oberälteste der Schuhmacherinnung die Entwicklung des Klosters. So könnte der Name "Mönch" für seine Person entstanden sein und er hat sich über die Jahrhunderte für seine Grabplatte erhalten. Übrigens, falls sich die Platte einmal bewegen sollte, so drohe dem Städtchen Unheil, heißt es aus alten Überlieferungen...
Die Stadtapotheke befindet sich ohne Unterbrechung seit 1686 in diesem Haus. Bereits 1515 wurde die Kamenzer Ratsapotheke im alten Rathaus begründet.